Hippotherapie in Hermagor wird 30 Jahre alt
In Hermagor steht die Hippotherapie der Gailtal-Klinik heuer im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Seit drei Jahrzehnten nutzen Therapeutinnen und Therapeuten die Bewegung von Pferden zur neurologischen Rehabilitation. Am 18. August wird dieses Bestehen gemeinsam mit Patientinnen und Patienten, Mitarbeitenden sowie den Therapiepferden Sunny und Cody gefeiert.
Die Hippotherapie ist in der Gailtal-Klinik Teil des therapeutischen Angebots bei neurologischen Erkrankungen sowie Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparates. Wesentlich ist dabei die Nutzung der natürlichen, dreidimensionalen Bewegung des Pferdes, die von speziell ausgebildeten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten eingesetzt wird, um motorische und sensorische Fähigkeiten der Patientinnen und Patienten zu verbessern.
Therapeutische Ziele und Wirkung
Therapie-Leiterin Lydia Huber beschreibt die Zielsetzung knapp und praxisnah:
„Bei der Hippotherapie unterstützen speziell ausgebildete Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten die Patientinnen und Patienten mithilfe der Bewegung und des Körpers des Pferdes dabei, ihre motorischen und sensorischen Fähigkeiten zu verbessern.“
Besonders hervorgehoben werden in der Klinik die Förderung von Rumpfstabilität, Koordination und Gleichgewicht. Neben den körperlichen Effekten betonen Verantwortliche auch die emotionale Komponente: Der Kontakt zu den Pferden kann Vertrauen stärken und Ängste abbauen – Elemente, die den therapeutischen Erfolg unterstützen.
- Indikationen: Neurologische Erkrankungen, Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparates.
- Wirkfaktoren: Dreidimensionale Pferdebewegung, körperliche Aktivität, emotionale Bindung zum Tier.
- Jubiläum: Feier am 18. August mit Patientinnen und Patienten, Mitarbeitenden sowie den Pferden Sunny und Cody.
Therapiepraxis und Alltag
In der Praxis kombiniert die Hippotherapie physiotherapeutische Anleitung mit der Bewegung des Pferdes. Die Therapiepferde Sunny und Cody sind langjährig in die Rehabilitation eingebunden; für viele Patientinnen und Patienten bedeuten die Begegnungen mit den Tieren neben den gezielten Übungen auch zusätzliche Freude und Motivation. Die Rolle der Mitarbeitenden reicht von der fachlichen Begleitung während der Reiteinheiten bis zur Pflege und Versorgung der Tiere hinter den Kulissen.
| Aspekt | Beitrag der Hippotherapie |
|---|---|
| Rumpfstabilität | Gezielte Aktivierung der Rumpfmuskulatur durch dreidimensionale Pferdebewegung |
| Koordination | Verbesserung von Timing und feinmotorischer Abstimmung |
| Gleichgewicht | Stärkung des Gleichgewichtssinns durch kontinuierliche Lageanpassungen |
| Emotionale Komponente | Förderung von Vertrauen, Abbau von Ängsten, Motivation |
Die Gailtal-Klinik selbst bezeichnet die Hippotherapie als festen Bestandteil ihres Rehabilitationsangebots. Dass das Programm nun seit 30 Jahren besteht, zeigt Kontinuität und eine lokal verankerte Expertise, die für Patientinnen und Patienten aus dem Bezirk und darüber hinaus Bedeutung hat.
Bedeutung für Patientinnen und die Region
Für Hermagor und die nähere Umgebung bedeutet das Jubiläum nicht nur ein lokales Fest, sondern auch die Bestätigung eines langjährigen Therapieangebots vor Ort. Gerade in ländlichen Regionen ist der Erhalt spezialisierter Rehabilitationsangebote wichtig, weil lange Fahrzeiten zu spezialisierten Zentren andernorts entfallen können. Die Kombination aus medizinischer Betreuung und tiergestützter Therapie ergänzt die ambulanten und stationären Leistungen der Region.
Die Feier am 18. August soll den beteiligten Patientinnen und Patienten, den Mitarbeitenden und nicht zuletzt den Pferden selbst Anerkennung zollen. In der Klinik betonen Verantwortliche, dass Therapie mit Pferd weit mehr sei als eine rein physische Maßnahme: Sie verbindet Bewegung, Konzentration und emotionale Nähe – Faktoren, die Rehabilitation ganzheitlich unterstützen.
Auch künftig sieht die Gailtal-Klinik in der Hippotherapie ein ergänzendes Element der neurologischen Rehabilitation. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich das Angebot weiterentwickelt, um Patientinnen und Patienten optimal zu begleiten.