Am Mittwochabend können Beobachterinnen und Beobachter in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis verfolgen: Ab etwa 19.20 Uhr rückt der Mond vor die Sonne, und kurz nach 20 Uhr sollen bis zu 90 Prozent des Sonnenscheins verdeckt sein. Zeitgleich verbreitete sich in Sozialen Medien jedoch ein kurioses Gerücht: Die Erdanziehung würde während des Höhepunkts der Finsternis für sieben Sekunden aussetzen.
Wissenschaftliche Klarstellung
Die These, die Gravitation könne kurzfristig „verschwinden“, ist physikalisch unbegründet. Die US‑Raumfahrtbehörde NASA hat die Behauptung offiziell zurückgewiesen. Auch der Raumfahrtexperte und ehemalige Astronaut Prof. Dr. Ulrich Hans Walter widerspricht: Er macht deutlich, dass die Gravitation nicht aussetzt, sondern sich durch die Ausrichtung von Sonne, Mond und Erde lokal geringfügig verändert.
„Ich wette mal mit jedem 100.000 Euro, dass das nicht passiert. [...] Was allerdings passiert: Mond und Sonne stehen in einer Linie mit der Erde, und das führt dazu, dass die Gravitation weg von der Erde etwas zunimmt, aber nur auf der Sonnenseite. Sonst passiert nichts.“
Was tatsächlich geschieht
Physikalisch betrachtet führt die zeitweise Linie Sonne‑Mond‑Erde zu einer kleinen Veränderung der Gravitationskräfte, die auf der sonnenzugewandten Seite minimal spürbar wäre — aber keinesfalls zu einem Verschwinden der Erdanziehung. Das Phänomen ist gut verstanden und hat keine kurzfristigen Auswirkungen auf Menschen, Gebäude oder die Umwelt.
| Bezeichnung | Angabe |
|---|---|
| Beginn der partiellen Verdeckung | ca. 19.20 Uhr |
| Maximale Verdeckung | kurz nach 20 Uhr, bis zu 90 % |
| Nächste totale Sonnenfinsternis über Deutschland | 2081 |
Sicherheits- und Gesundheitshinweise
Augenärztinnen und Augenärzte warnen eindringlich davor, das Spektakel ungeschützt zu beobachten. Der direkte Blick in die Sonne kann bleibende Augenschäden verursachen. Nur geprüfte Sonnenschutzbrillen bieten ausreichenden Schutz; improvisierte Filter oder normale Sonnenbrillen reichen nicht.
- Nur zertifizierte Schutzbrillen verwenden.
- Nicht durch optische Geräte wie Ferngläser oder Kameras ohne Filter schauen.
- Beim Fotografieren auf geeignete Sonnenfilter achten, um Kamera und Sensoren zu schützen.
Auch die Gefahr für elektronische Geräte wird betont: Beim Versuch, die Finsternis mit dem Handy zu filmen oder zu fotografieren, kann die Kamera Schaden nehmen, wenn kein geeigneter Sonnenfilter verwendet wird.
Konsequenzen und Einordnung
Die Verbreitung solcher Gerüchte zeigt erneut, wie schnell Fehlinformationen in Sozialen Medien auf Resonanz stoßen. Sie führen zu unnötiger Verunsicherung und können Menschen davon abhalten, notwendige Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Wissenschaftliche Institutionen und Expertinnen und Experten sehen hier die Aufgabe, Fakten klar zu kommunizieren und Sicherheitshinweise prominent zu platzieren.
Für Interessierte bleibt die partielle Finsternis ein sehenswertes Naturereignis. Wer sich an die Sicherheitsregeln hält, kann das Schauspiel bedenkenlos mitverfolgen — ohne dass die physikalischen Grundlagen unseres Planeten dabei in Frage gestellt werden müssen.