Gesellschaft Baden Niederösterreich (NO)

Baden: Studie und Verband fordern bessere Teilhabe für Kinder — Bedeutung auch für lokale Angebote

Zum Weltkindertag macht der Paritätische in Baden-Württemberg auf massive Teilhabedefizite von Kindern aufmerksam. Die Befunde — etwa Einschränkungen bei Ernährung und Gesundheitsversorgung — haben auch für Gemeinden wie Baden Relevanz und werfen Fragen zur Zugänglichkeit lokaler Unterstützungsleistungen auf.

Baden: Studie und Verband fordern bessere Teilhabe für Kinder — Bedeutung auch für lokale Angebote
©Illustration KI Bernhard Ganster / we-news.com

Paritätischer warnt vor Teilhabe-Lücken — Relevanz für Gemeinden wie Baden

Der Paritätische Wohlfahrtsverband in Baden-Württemberg hat zum Weltkindertag am 20. September die Forderung nach gleichberechtigter Teilhabe für alle Kinder bekräftigt. Grundlage ist eine gemeinsame Untersuchung mit Save the Children unter dem Titel „Kindheit im Sondersystem“, die erhebliche Einschränkungen der Teilhabe insbesondere für Kinder in Familien, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) erhalten, dokumentiert. Die vorgelegten Zahlen — etwa Einschränkungen bei Ernährung, Gesundheitsversorgung und sozialer Teilhabe — werfen auch in der Diskussion um lokale Angebote in Städten wie Baden (Niederösterreich) wichtige Fragen auf.

Die Untersuchung zeigt laut Verband ernste Missstände: Fachkräfte schätzen, dass Kinder durch die Leistungen nach dem AsylbLG deutlich benachteiligt werden. Konkrete Befunde aus der Studie sind:

  • 87 Prozent der befragten Fachkräfte sehen eine Einschränkung der Teilhabe aufgrund der AsylbLG-Leistungen.
  • Mehr als 70 Prozent berichten, dass eine ausreichende und gesunde Ernährung nicht gewährleistet sei.
  • 74 Prozent berichten von einem stark eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung.
„87 Prozent der befragten Fachkräfte gaben an, dass Kinder aufgrund der AsylbLG-Leistungen in ihrer Teilhabe eingeschränkt seien.“

Welche Konsequenzen ergeben sich lokal?

Die Daten beziehen sich formal auf Baden-Württemberg, die dortigen Forderungen und Erkenntnisse sind aber übertragbar im Sinne einer Prüfaufforderung an kommunale Verantwortliche: Welche Unterstützungsleistungen sind in der eigenen Gemeinde vorhanden? Wo gibt es Hürden beim Zugang zu Bildungs-, Freizeit- oder Gesundheitsangeboten? Für eine Kurstadt wie Baden, die über ein dichtes Netzwerk an Schulen, Sozialstellen und Gesundheitsdienstleistern verfügt, bedeuten die Befunde, bestehende Angebote auf Barrieren und Zielgruppenwirksamkeit zu überprüfen.

Ohne neue Zahlen aus Niederösterreich lassen sich keine direkten Vergleiche anstellen. Die Schlussfolgerung der Studie — dass finanzielle Einschränkungen, abgelegene Unterbringung und fehlende Fahrtkosten die Teilhabe hemmen — ist aber auch hier relevant. Insbesondere drei Handlungsfelder ergeben sich:

  • Verbesserung des Zugangs zu Sozial- und Bildungsleistungen durch Entbürokratisierung.
  • Gezielte Unterstützung bei Ernährung (Schulmahlzeiten, Lebensmittelhilfen) und Gesundheit (niederschwellige Vorsorge, Kommunikationsangebote).
  • Mobilitätsförderung für Kinder und Jugendliche, damit Freizeit- und Bildungsangebote erreichbar sind.

Forderungen des Verbands und mögliche lokale Antworten

Der Paritätische fordert, Bildungs- und Teilhabeleistungen „deutlich einfacher und möglichst unbürokratisch zugänglich“ zu machen. Für Gemeinden ergibt sich daraus ein konkreter Prüfauftrag: Sind bestehende Hilfsangebote bekannt und leicht zu beantragen? Erreichen Informations- und Beratungsstellen die betroffenen Familien? In welcher Form arbeiten Schulen, Vereine und Sozialhilfeeinrichtungen zusammen, um Versorgungslücken zu schließen?

Problemfeld Gemeldete Einschätzung (Studie)
Teilhabeeinschränkung durch AsylbLG 87 %
Unsichere, unzureichende Ernährung Mehr als 70 %
Eingeschränkter Zugang zur Gesundheitsversorgung 74 %

Für Städte und Gemeinden ist die enge Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen, Schulen, Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen sowie Gesundheitsdiensten wichtig. Maßgeschneiderte Informationsangebote in mehreren Sprachen, unkomplizierte Antragshilfen und Kooperationen mit Vereinen können kurzfristig Hürden abbauen. Langfristig sind politische Entscheidungen auf Landes- und Bundesebene erforderlich, um strukturelle Benachteiligungen zu beseitigen.

Die Debatte zum Weltkindertag macht deutlich: Teilhabe ist kein abstraktes Ziel, sondern eine praktische Aufgabe für Gemeinden. In Baden wird es darauf ankommen, vorhandene Ressourcen kritisch zu prüfen und niedrigschwellige, zielgerichtete Maßnahmen zu stärken, damit alle Kinder gleichberechtigt an Bildung, Kultur und Freizeit teilhaben können.

Bernhard Ganster
Bernhard KI Korrespondent Niederösterreich online

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