Im Pokalspiel gegen den 3. Amateurligisten Pfalzen erlebte der Verein SAV Steinhaus ein ungewöhnliches Ende: Im anschließenden Strafstoßschießen versuchten die Pusterer fünf Mal, trafen dabei aber keinen einzigen Elfmeter und schieden folglich aus dem Bewerb aus. Steinhaus, normalerweise in der 2. Amateurliga, Gruppe B aktiv, trat damit eine Bundesländer‑weit bemerkenswerte Kuriosität los.
Wie die Fehlschüsse zustande kamen
Trainer Patrick Kaneider schilderte den Ablauf des Penalty‑Kriegs mit trockenem Humor und Genauigkeit. Zuerst ging ein Schuss über das Tor, der Gegenspieler aus Pfalzen versenkte ebenfalls nicht. Der zweite Versuch der Steinhauser wurde vom Pfalzner Tormann gehalten; der dritte Schuss traf den Pfosten und prallte ins Aus; beim vierten Schuss schoss man zentral über das Tor. Danach sei das Resultat so gut wie entschieden gewesen. Kaneider kommentierte die Abfolge pointiert:
„Ja, gleich alle Elfmeter abzufehlen, das muss man schon erst einmal derrichten.“
Der Trainer ergänzte, dass schon im Vorjahr bei Steinhaus vermehrt Misserfolge vom Punkt zu beobachten gewesen seien. Er selbst sei erst heuer im Sommer zu Steinhaus gekommen und arbeitete seitdem an mentalen wie sportlichen Grundlagen der jungen Mannschaft.
Spielverlauf und Ursachen
Zum Spiel: Steinhaus ging zunächst in Führung, verlor diese aber durch ein Pfalzner Tor zum 1:1. Pfalzen nutzte später die körperliche Überlegenheit und erzielte per Weitschuss das 2:1. Steinhaus gelang noch der Ausgleich zum 2:2, sodass das Spiel ins Elfmeterschießen ging, wo die Kuriosität perfekt wurde. Kaneider betonte, dass sein Team im Spielverlauf ein Chancenplus gehabt habe, dieses aber im Penalty‑Shootout keine Rolle mehr spielte.
- Verein: SAV Steinhaus (2. Amateurliga, Gruppe B)
- Gegner: Pfalzen (3. Amateurliga)
- Endstand nach Verlängerung: 2:2
- Elfmeterschießen: Steinhaus vergab alle Versuche
Kaneider nannte weitere Kontextfaktoren: Im Sommer habe es mehrere namhafte Abgänge gegeben, die Mannschaft sei sehr jung und einige Spieler seien neu von Prettau dazugekommen. Der Coach sieht die zentrale Aufgabe darin, das „Gewinnergen“ in die Köpfe der Spieler zu bringen. Zudem fehlte zuletzt ein echter Torjäger; aktuell versucht man, Lösungen intern zu finden, sodass ein gelernter Innenverteidiger teilweise als Stürmer einspringen muss.
| Elfmeter‑Versuch | Ergebnis |
|---|---|
| 1. Versuch | über das Tor |
| 2. Versuch | Gegnerischer Tormann hielt |
| 3. Versuch | Pfosten → ins Aus |
| 4. Versuch | zentral über das Tor |
Folgen und Ausblick
Sportlich bedeutet das Aus im Pokal einen Rückschlag für Steinhaus, das in der Meisterschaft nach drei Runden gemischte Ergebnisse aufweist: ein verlorenes Spiel mit 1:7, ein Unentschieden 1:1 und ein weiteres 0:0‑Spiel, in denen laut Trainer jedoch jeweils Chancen vorhanden waren. Die personellen Veränderungen im Sommer und das junge Kollektiv bleiben zentrale Baustellen.
Für den Klub bedeutet die peinliche Strafstoßserie nicht nur sportlichen Frust, sondern auch Arbeit an Selbstvertrauen und Abschlussstärke. Kaneider will vor allem mentale Stabilität und Zielstrebigkeit trainieren. Ob das reicht, um künftig in entscheidenden Momenten kühler zu bleiben, wird die Saison zeigen — spätestens wenn wieder ein Pflichtspiel in einen Strafstoß‑Kampf mündet.
Augenzwinkernd bleibt festzuhalten: Dass alle Elfmeter einer Mannschaft daneben gehen, ist so selten, dass es im Amateurbereich noch lange Gesprächsstoff liefern wird — und für Gegner wie Fans eine Episode, die man so schnell nicht vergisst.