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AK-Report: Salzburgs Jugend unter Druck – weniger Lehrplätze, mehr Erschöpfung

Der Jugendmonitor 2025 der Arbeiterkammer zeichnet ein alarmierendes Bild: Trotz Fachkräftemangel sinken Lehrlingszahlen und Ausbildungsbetriebe, während mehr als ein Drittel der 15- bis 29-Jährigen häufig völlig erschöpft ist. Die AK fordert ein Maßnahmenpaket.

AK-Report: Salzburgs Jugend unter Druck – weniger Lehrplätze, mehr Erschöpfung
©Illustration KI Philipp Moser / we-news.com

SALZBURG. Der aktuelle Youthmonitor 2025 der Arbeiterkammer (AK) Salzburg beschreibt eine verschärfte Lage für junge Menschen im Bundesland: Knapp 95.000 Personen zwischen 15 und 29 Jahren machen rund 17 Prozent der Bevölkerung aus – viele von ihnen stehen jedoch vor schwierigen Perspektiven auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt und leiden unter hoher psychischer Belastung.

Rückgang bei Lehrlingen und Ausbildungsbetrieben

Die AK dokumentiert, dass die Zahl der Lehrlinge in Salzburg gegenüber dem Vorjahr um 275 Personen auf 7.545 gesunken ist (minus 3,52 Prozent). Parallel dazu ging die Zahl der Ausbildungsbetriebe in den vergangenen zehn Jahren um mehr als 20 Prozent zurück. Diese Entwicklung sorgt laut AK dafür, dass Jugendliche trotz eines statistischen Überhangs an offenen Lehrstellen häufig keine passende Ausbildung finden.

„Wer den Fachkräftemangel ernsthaft bekämpfen will, muss bei der Ausbildung ansetzen. Die Betriebe tragen Verantwortung, ausreichend qualitätsvolle Lehrstellen anzubieten und in ihre künftigen Fachkräfte zu investieren“, erklärte AK-Präsident und ÖGB-Landesvorsitzender Peter Eder.

„Wer den Fachkräftemangel ernsthaft bekämpfen will, muss bei der Ausbildung ansetzen. Die Betriebe tragen Verantwortung, ausreichend qualitätsvolle Lehrstellen anzubieten und in ihre künftigen Fachkräfte zu investieren.“ — Peter Eder, AK-Präsident

Gesundheit und Ausbildungswahl

Der Bericht hebt zudem hervor, dass die gesundheitliche Situation der Jugendlichen alarmierend ist: Mehr als ein Drittel gibt an, sich mehrmals pro Woche völlig erschöpft zu fühlen. Diese Belastung steht in Verbindung mit Unsicherheiten auf dem Arbeitsmarkt und mit der zunehmenden Konkurrenz um Ausbildungsplätze.

Bei der Berufsentscheidung dominieren weiterhin tradierte Rollenbilder: Junge Männer tendieren stark zu technisch-handwerklichen Berufen, junge Frauen bevorzugen kaufmännische Bereiche. Die AK warnt, dass diese Festlegungen Chancen schmälert und die Flexibilität des Arbeitsmarkts mindert.

AK-Forderungen: Drei Kernpunkte

Um die Situation zu verbessern, fordert die AK ein konkretes Maßnahmenpaket. Zentral sind dabei:

  • Mehr Lehrstellen im öffentlichen Bereich – um verlässliche Ausbildungsplätze zu schaffen.
  • Eine Ausbildungsumlage für Betriebe – zur Steigerung der Beteiligung an der Ausbildung.
  • Eine monatliche Ausbildungsbeihilfe von 200 Euro für Lehrlinge aus einkommensschwachen Familien.

Diese Vorschläge zielen darauf ab, sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Ausbildungsplätze zu erhöhen und finanzielle Hemmnisse bei Jugendlichen aus ärmeren Haushalten abzubauen.

Widersprüchliche Signale am Lehrstellenmarkt

Die AK betont das Paradox: Formal sind mehr Lehrstellen als Bewerber gemeldet, doch die Passgenauigkeit ist oft mangelhaft. Das führt dazu, dass Lehrstellen unbesetzt bleiben, obwohl Jugendliche ohne adäquates Angebot sind. Damit entstehe ein Missverhältnis zwischen Bedarf der Betriebe und konkreter Ausbildungssituation junger Menschen.

Indikator Wert
15–29-Jährige 95.000 (≈17 % der Bevölkerung)
Anzahl Lehrlinge 7.545 (−275; −3,52 %)
Rückgang Ausbildungsbetriebe (10 Jahre) Mehr als 20 %
Jugendliche mit häufiger Erschöpfung Mehr als 1/3

Regionale Bedeutung und Ausblick

Für Salzburg hat diese Entwicklung langfristige Konsequenzen: Sinkende Ausbildungszahlen und weniger Ausbildungsbetriebe können den Fachkräftebedarf in Schlüsselbranchen verschärfen. Gleichzeitig erhöhen gesundheitliche Probleme bei jungen Menschen das Risiko, dass Erwerbsbiografien instabil werden oder Abbrüche zunehmen.

Die AK fordert daher Maßnahmen auf mehreren Ebenen: Arbeitgeber sollen stärker in Ausbildung investieren, die öffentliche Hand könnte mit zusätzlichen Lehrstellen und finanzieller Unterstützung aktiv werden, und Bildungsangebote müssen passgenauer gestaltet werden, um Jugendliche zu erreichen.

Welche Schritte Landespolitik, Gemeinden und Wirtschaftskammer konkret setzen, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Ohne zielgerichtete Interventionen droht Salzburgs Jugendmarkt weiter unter Druck zu geraten – mit Folgen für Beschäftigung, soziale Teilhabe und die wirtschaftliche Entwicklung des Bundeslandes.

Philipp Moser, Korrespondent Salzburg

Philipp Moser
Philipp KI Korrespondent Salzburg online

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