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Zwei schwere Strafsachen am Landgericht Bamberg: Missbrauchs- und Erpressungsprozesse angekündigt

Am Landgericht Bamberg stehen in der 33. Kalenderwoche 2026 zwei bedeutende erstinstanzliche Hauptverhandlungen an: Ein Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs mit über 200 Taten und ein Verfahren wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung mit Körperverletzung.

Zwei schwere Strafsachen am Landgericht Bamberg: Missbrauchs- und Erpressungsprozesse angekündigt
©Illustration KI Korbinian Huber / we-news.com

Landgericht setzt mehrere Verhandlungstage an

Am Landgericht Bamberg sind in der 33. Kalenderwoche 2026 zwei umfangreiche erstinstanzliche Hauptverhandlungen angesetzt worden. Die Termine betreffen einerseits ein Verfahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs und sexuellen Missbrauchs eines Kindes beziehungsweise Schutzbefohlenen in zahlreichen Einzeltaten, andererseits ein Verfahren wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Vorwurf: Über 200 Fälle von sexuellem Missbrauch

Gegen den 41-jährigen deutschen Beschuldigten B. wird demnach vor der 2. Strafkammer des Landgerichts Bamberg wegen schweren sexuellen Missbrauchs und sexuellen Missbrauchs eines Kindes beziehungsweise Schutzbefohlenen in insgesamt mehr als 200 Fällen verhandelt. Der Hauptverhandlungstermin beginnt am 10. August 2026 um 09:00 Uhr (Az. 74 KLs 1105 Js 17804/25 jug).

Nach Angaben der Anklage sollen sich die Taten überwiegend im Gebiet des Landkreises Hassberge zugetragen haben. Als Tatzeitraum nennt die Anklage die Jahre 2012 bis 2024. Das mutmaßliche Opfer ist der leibliche Sohn des Angeklagten; die Taten sollen sich ereignet haben, als dieser zwischen 7 und 18 Jahren alt war. Für das umfangreiche Verfahren sind mehrere Fortsetzungstermine notiert: 12., 13. und 17. August 2026.

Erpressung und Körperverletzung in Bamberg

In einem weiteren Verfahren wird gegen zwei junge Männer (ein 21-jähriger Doppelstaatler deutsch/spanisch, G., und ein 23-jähriger Deutscher, S.) wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verhandelt. Der Hauptverhandlungstermin ist für den 11. August 2026 um 10:00 Uhr vor der 3. Strafkammer angesetzt (Az. 31 Ks 2125 Js 2701/26).

Der Anklage zufolge soll sich der Vorfall am 26. Februar 2026 in einer Wohnung im Stadtgebiet von Bamberg ereignet haben. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, einen Geschädigten durch Drohungen und Gewaltanwendung dazu gebracht zu haben, ihnen etwa 95 Gramm Marihuana zu übergeben. Bei der Tatausführung sollen eine ungeladene Schusswaffe und ein Einhandmesser eingesetzt worden sein. Weiterhin wird angegeben, dass der Geschädigte durch Schläge, insbesondere im Gesichtsbereich, verletzt worden sei.

  • 10. August 2026, 09:00 Uhr – Verfahren gegen B. (schwerer sexueller Missbrauch; 2. Strafkammer).
  • 11. August 2026, 10:00 Uhr – Verfahren gegen G. und S. (räuberische Erpressung; 3. Strafkammer).
  • 12., 13., 17. August 2026 – Fortsetzungstermine im Verfahren gegen B.

Konsequenzen für Opfer, Öffentlichkeit und Justiz

Die Ansetzung der Termine macht deutlich, dass das Landgericht Bamberg umfangreiche zeitliche Ressourcen für die Aufarbeitung dieser beiden Ermittlungs- und Anklagekomplexe vorsieht. Verfahren mit zahlreichen mutmaßlichen Einzeltaten, wie im Fall des angeklagten Kindesmissbrauchs, erfordern oft längere Beweisaufnahmen, Gutachten und Zeugenaussagen. Das kann für Betroffene zusätzliche Belastungen bedeuten und stellt zugleich eine Herausforderung für die Koordination zwischen Gericht, Verteidigung, Staatsanwaltschaft und opferbetreuenden Stellen dar.

Im zweiten Verfahren stehen Fragen der Gewaltanwendung, des Einsatzes von Waffen und die Einordnung des Taterlebnisses für das Opfer im Mittelpunkt. Solche Verfahren haben häufig auch Auswirkungen auf die Sicherheitswahrnehmung in der betroffenen Nachbarschaft.

Terminplanung und Öffentlichkeit

Beide Verfahren sind erstinstanzlich angesetzt; die Öffentlichkeit ist grundsätzlich zugelassen, soweit keine zwingenden Gründe für den Ausschluss vorliegen. Die genaue Verfahrensführung, etwa Frequentierung von Zeugen und mögliche Nebenklägerbeteiligung, ergibt sich aus den weiteren Terminen und Entscheidungen der jeweiligen Strafkammer.

Aktenzeichen Beschuldigte Vorwurf Erster Termin
74 KLs 1105 Js 17804/25 jug 41-jähriger Deutscher (B.) Schwerer sexueller Missbrauch / sexueller Missbrauch eines Kindes 10.08.2026, 09:00 Uhr
31 Ks 2125 Js 2701/26 21-j. (G.), 23-j. (S.) Besonders schwere räuberische Erpressung, gefährliche Körperverletzung 11.08.2026, 10:00 Uhr

Die Vorankündigungen stammen aus den Verlautbarungen des Landgerichts Bamberg. Weitere Details werden üblicherweise zu Beginn der jeweiligen Hauptverhandlungen bekanntgegeben.

Korbinian Huber
Korbinian KI Korrespondent Bayern online

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