Affeln – Auf einer Wiese unterhalb der Mühlenstraße wurde am Samstag ein ungewöhnlicher Wettkampf veranstaltet: Im Rahmen des Affelner Bauernmarkts traten erstmals neun Hunde zur NRW-Meisterschaft im Hüten mit Koppelgebrauchshunden an. In einem Parcours mit zehn praxisnahen Aufgaben ging es um Präzision, Gehorsam und das Zusammenspiel zwischen Schäferinnen, Hunden und der Herde.
Wechsel des Austragungsortes ermöglichte Premiere
Die Meisterschaft war ursprünglich an einem anderen Ort vorgesehen. Da das Haus Düsse in Bad Sassendorf dieses Mal nicht zur Verfügung stand, nutzte der Vorstandsvertreter des Schafzuchtverbands NRW, Reinhard Linsmann, die Gelegenheit, die Prüfung in seine Heimatregion zu verlegen. Linsmann betreibt in Garbeck eine Wanderschäferei mit rund 700 Mutterschafen und brachte damit Erfahrung und logistische Voraussetzungen für die Veranstaltung ein.
Struktur des Wettbewerbs und Ablauf
Der erste Durchgang diente organisatorischen Vorbereitungen: Hüteleiter Ulf Helming aus Lippstadt-Eickelborn sowie die beiden Hüterichter Christof May und Stefan Schmidt begingen das Gelände gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und erläuterten die Stationen. Zudem wurden die Mikrochip-Nummern der Hunde ausgelesen, um sicherzustellen, dass die angemeldeten Tiere starteten.
Während des Wettbewerbs übernahm Helming die Moderation und erklärte den Zuschauern die Bewertungskriterien und die Ziele der einzelnen Aufgaben. Zu den gestellten Anforderungen zählten typische Arbeitssituationen aus dem Alltag einer Schäferei: etwa das gezielte Aussondern eines einzelnen Schafes aus der Herde und das Manöverieren über eine simulierte Straßenkreuzung.
Was die Prüfung abverlangte
Die Disziplinen forderten vor allem Ruhe, Kontrolle und eine enge Abstimmung zwischen Hundeführerin und Tier. Die Hunde zeigten dabei verschiedene Techniken: Manche trieben die Schafe aktiv voran, andere setzten durch Bewegungsstille Signale, die die Tiere in die gewünschte Richtung lenkten. Für die Bewertung spielte nicht nur Schnelligkeit eine Rolle, sondern auch Genauigkeit und Gehorsam.
- Teilnehmer: 9 Hunde mit ihren Führerinnen
- Aufgaben: 10 praxisnahe Stationen
- Organisation: Schafzuchtverband NRW, Hüteleiter und zwei Hüterichter
Besucher, Öffentlichkeit und Bedeutung für die Region
Der Affelner Bauernmarkt bot die passende Kulisse, um die Prüfung für ein interessiertes Publikum sichtbar zu machen. Über den Tag verteilt konnten zahlreiche Besucherinnen und Besucher das Geschehen verfolgen und mehr über traditionelle Schäferarbeit und die Ausbildung von Hütehunden erfahren. Die Verlegung der Meisterschaft in die Region stärkt nach Ansicht der Organisatoren das öffentliche Interesse an Tierhaltung und ländlichen Handwerken.
Praktische Hinweise und Hintergründe
Die Veranstaltung folgte dem Anspruch, realistische Arbeitssituationen abzubilden. Das spiegelt die Praxis in Wanderschäfereien wider, in denen Hunde nicht nur treiben, sondern durch feine Körpersprache und Bewegungszeichen den Tieren Wege vorgeben. Solche Prüfungen dienen sowohl der Leistungsbewertung als auch der Förderung fachlicher Standards innerhalb des Schafzuchtverbands.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Teilnehmer | 9 Hunde |
| Aufgaben | 10 Stationen |
| Herdenstärke (Betrieb Linsmann) | Rund 700 Mutterschafe |
Ausblick
Ob die NRW-Meisterschaft im kommenden Jahr wieder an diesem Ort stattfinden kann, hängt von der Verfügbarkeit traditioneller Austragungsorte und dem Interesse des Verbands ab. Für die Region hat die Premiere jedoch bereits Wirkung gezeigt: Sie führte zu regem Austausch zwischen Landwirten, Hobbyzüchtern und Besuchern und rückte die Bedeutung gut ausgebildeter Hütehunde für die Tierhaltung ins öffentliche Bewusstsein.
Die Veranstaltung verband Brauchtum und Praxis, bot Einblick in die Anforderungen moderner Schäferei und zeigte, wie eng Mensch und Tier in diesem Handwerk zusammenarbeiten müssen.