In Neuss sind am Freitag zwei Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden, was zu großflächigen Absperrungen, einer Evakuierung und zur Sperrung der Autobahn 57 sowie des Zugverkehrs führte. Die Blindgänger wurden bei Sondierungsarbeiten in einem Grünstreifen nahe der Moselstraße entdeckt. Die Stadt richtete eine Sicherheitszone ein und leitete Maßnahmen zum Schutz von Anwohnern und Beschäftigten in betroffenen Gewerbegebieten ein.
Fund und technische Daten
Die beiden Blindgänger lagen in etwa vier Metern Tiefe und besitzen jeweils eine Sprengkraft von fünf Zentnern. Nach Angaben der zuständigen Behörden verfügt jeder der Blindgänger über zwei Zünder, was den Entschärfungseinsatz technisch anspruchsvoller macht. Für die Entschärfung war der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung vorgesehen.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Tiefe des Fundes | 4 m |
| Sprengkraft pro Bombe | 5 Zentner |
| Anzahl Zünder | je 2 |
| Evakuierungsradius | 300 m |
| Geplante Entschärfungszeit | 14:00 Uhr |
Sperrungen, Evakuierung und Verkehrsfolgen
Ab 13:45 Uhr unterbrachen Einsatzkräfte den Bahnverkehr rund um den Fundort, außerdem wurde die Autobahn A57 gesperrt. Die Stadt machte klar, dass bestimmte Anschlussstellen vom Sperrgebiet nicht betroffen seien:
„Die Anschlussstellen Reuschenberg und Neuss-West bleiben offen.“Auch das Autobahnkreuz Neuss-West sowie der Konrad-Adenauer-Ring und die Jülicher Landstraße liegen außen vor und sollten befahrbar bleiben.
Dennoch rief die Stadt Verkehrsteilnehmer dazu auf, den Bereich großräumig zu umfahren. Durch die Sperrung der Autobahn werde mit erhöhtem Verkehrsaufkommen auf den Ausweichstrecken gerechnet, was insbesondere für Pendler in den Nachmittagsstunden relevant ist.
Betroffene Bereiche, Evakuationsumfang und Einrichtungen
Die Evakuierungszone wurde mit einem Radius von 300 Metern um den Fundpunkt gezogen. Innerhalb dieser Zone befinden sich vor allem Gewerbebetriebe; lediglich 20 Anwohner müssen demnach die Sperrzone vorübergehend verlassen. Gehwege am Reuschenberger See und im Südpark sowie ein Abschnitt des Eselspfades nördlich der Autobahntrasse sind ab 13:45 Uhr für die Dauer der Entschärfung gesperrt. Ebenso betroffen sind die Jakob-Koch-Straße und der Ring der Moselstraße.
Freizeiteinrichtungen wie das Südbad und das Wellneuss bleiben laut Stadt über die Straße Am Südpark erreichbar. Die Stadtverwaltungen und der Ordnungsdienst koordinierten die Zugänge und Sperrungen, um Gefährdungen auszuschließen und Rettungswegen Vorrang zu geben.
Was Anwohner und Verkehrsteilnehmer beachten sollten
- Den Anweisungen der Einsatzkräfte, des Ordnungsamts und der Polizei unbedingt folgen.
- Betroffene Anwohner werden von der Stadt informiert; nur wer in der Evakuierungszone liegt, muss seine Wohnung verlassen.
- Autofahrer sollten den Bereich großräumig umfahren und mit Verzögerungen auf den Ausweichrouten rechnen.
- Für Nachfragen zu der Entschärfung hat die Stadt entsprechende Informationskanäle bereitgestellt.
Der Fundort lag unmittelbar vor der Autobahnbrücke zwischen Moselstraße und Jakob-Koch-Straße. Die Maßnahmen dienten dem Schutz der Bevölkerung und einer zügigen, aber sicheren Entschärfung durch den spezialisierten Kampfmittelbeseitigungsdienst. Weitere Informationen zur Dauer der Sperrungen und möglichen Verkehrsbehinderungen sollten über die städtischen Bekanntmachungen und die lokalen Verkehrsinformationen eingeholt werden.
Die Entschärfung selbst war für 14:00 Uhr geplant; bis dahin blieben die genannten Sperrungen und Absperrungen bestehen. Nach Abschluss der Untersuchungen und der Entschärfung würde die Stadt die Aufhebung der entsprechenden Maßnahmen bekanntgeben.
Kurzfristige Folgen: Einschränkungen für Gewerbe im Sperrgebiet, gedrückte Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen sowie temporäre Beeinträchtigungen für den Bahn- und Autoverkehr. Langfristige Folgen sind nicht zu erwarten, sofern die Entschärfung planmäßig verläuft.