Im Stadtpark von Schifferstadt weisen neu angebrachte Informationstafeln auf die konkreten ökologischen Leistungen von zwei prägnanten Platanen hin. Die Tafeln – sogenannte Baumpässe oder Treetags – sollen Besuchenden zeigen, wie viel Kohlendioxid die Bäume binden und welchen Beitrag sie zum lokalen Klima leisten. Die Aktion entstand im Rahmen der europaweiten Kampagne «Treeday» des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).
Konkrete Messwerte und Funktionen
Die beiden Platanen zeichnen sich durch beträchtliche Ausmasse aus: Die Stämme haben Durchmesser von einem Meter und mehr, die Wurzeln reichen bis zum Grundwasser, und die Kronen erstrecken sich über 20 Meter in die Höhe. Nach den Angaben auf den Baumpässen speichert der grössere der beiden Bäume mehr als 8'000 Kilogramm CO₂ in Form von Kohlenstoff. Dies entspricht laut Baumpass einer Kompensation von mehr als 73'000 Auto‑Kilometern.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Stammdurchmesser | 1 m und mehr |
| Kronenhöhe | mehr als 20 m |
| CO₂‑Speicherung (grösserer Baum) | mehr als 8'000 kg |
| Äquivalent laut Baumpass | über 73'000 Auto‑Kilometer |
Mehr als CO₂: Vielfältige Ökosystemleistungen
Die Tafeln machen deutlich, dass der Wert grosser Stadtbäume über die reine Kohlenstoffspeicherung hinausgeht. Zu den genannten Funktionen zählen:
- Filterung von Staub und luftgetragenen Partikeln,
- Schatten als Schutz vor Überhitzung von Strassen und Plätzen,
- Wasseraufnahme durch Äste und Blätter mit anschliessender Verdunstung,
- Wasserbindung durch Wurzeln und Bodenverbesserung.
"Den Wert von Bäumen zu beziffern ist schwierig – dabei leisten sie eine ganze Menge: Sie filtern Staub, spenden Schatten, speichern Kohlendioxid, binden Wasser und kühlen", sagt Rolf Götz, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe Rhein‑Pfalz‑Kreis.
Nach Darstellung der Initianten wirken Platanen vor allem in stark versiegelten Stadträumen günstig, weil ihr Schatten die Aufheizung von Asphaltflächen mindert. Gleichzeitig entziehen Kronen dem Klima Wasser, das über die Blattoberflächen wieder an die Luft abgegeben wird und so eine kühlende Wirkung entfaltet – die Bäume fungieren deshalb als «natürliche Klimaanlagen» in urbanen Gebieten.
Von temporären Tafeln zu dauerhaften Schildern
Die angebrachten Baumpässe bestehen aktuell aus wetterbeständigem Material; Bürgermeisterin Ilona Volk und Rolf Götz brachten die Informationstafeln gemeinsam an. Langfristig sollen die provisorischen Treetags durch dauerhaft installierte Schilder ersetzt werden, heisst es in den Mitteilungen der Veranstalter.
Die Aktion zielt darauf ab, die Sichtbarkeit und Wertschätzung von Stadtbäumen zu erhöhen und das Bewusstsein für ihre multifunktionalen Leistungen zu schärfen. Als lokal sichtbares Beispiel kann sie ebenfalls für Debatten über Stadtplanung, Versiegelung und die Bedeutung alter Baumbestände Impulse liefern.
Einordnung und Ausblick
Die Dokumentation einzelner Bäume mittels Baumpässen liefert kommunalen Entscheidungsträgern sowie der Öffentlichkeit konkrete Zahlen und Argumente, wenn es um Erhalt, Ersatzpflanzungen oder die Pflege älterer Bäume geht. Gerade in dicht bebauten Räumen sind solche Nachweise nützlich, um ökologische Leistungen gegen Infrastruktur- oder Bauinteressen abzuwägen. Die hier dokumentierten Werte gelten nur für die beschriebene Einzelbäume in Schifferstadt; Übertragungen auf andere Bäume oder Standorte bedürfen stets individueller Erhebungen.
Die Initiative in Schifferstadt ist Teil der europaweiten Mitmachaktion «Treeday» des BUND. Sie zeigt, wie lokale Gruppen und Kommunen zusammenarbeiten können, um Umweltinformationen öffentlich zugänglich und anschaulich zu machen.