Gesundheit

Zunahme von «Avocado-Hand»-Verletzungen: Klinikum warnt vor gefährlicher Schnitttechnik

Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein wurden zwischen 2020 und Mitte 2026 83 Fälle von sogenannten «Avocado-Hand»-Verletzungen registriert. Die Klinik mahnt zu vorsichtiger Zubereitung: Viele Verletzungen erfordern operative und teilweise mikrochirurgische Versorgung.

Zunahme von «Avocado-Hand»-Verletzungen: Klinikum warnt vor gefährlicher Schnitttechnik
©Illustration KI Daniel Frei / we-news.com

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) meldet eine deutliche Zunahme von Schnittverletzungen bei der Zubereitung von Avocados. Zwischen Anfang 2020 und Mitte 2026 registrierte die Notaufnahme 83 Fälle, darunter 21 Behandelte im vergangenen Jahr. Besonders betroffen sind Frauen: 81,9 Prozent der Verletzten waren weiblich. Auffällig ist zudem die Altersverteilung: Über die Hälfte der Betroffenen war zwischen 20 und 29 Jahre alt (44 Fälle).

Mechanismus und Schwere der Verletzungen

Die als «Avocado-Hand» bezeichneten Verletzungen entstehen typischerweise, wenn die halbierte Frucht in der gewölbten, meist nicht-dominanten Hand liegt und mit der anderen Hand das Fruchtfleisch eingeschnitten oder der Kern entfernt wird. Gleitet das Messer ab, trifft die Schneide mit erheblicher Kraft auf die Handinnenfläche oder in die Fingerbeuge. Dort liegen Beugesehnen, Fingernerven und Arterien direkt unter der Haut, weshalb die Verletzungen oft schwerwiegend sind.

Das UKSH weist darauf hin, dass viele dieser Verletzungen operativ und teilweise mikrochirurgisch versorgt werden müssen. Folgen können heftige Blutungen und Funktionsverluste der Finger sein. Auch nach erfolgreicher Operation bedarf die Hand in der Regel einer mehrwöchigen Ruhigstellung und intensiver Physiotherapie.

Empfehlungen zur Vermeidung

Das Klinikum nennt konkrete Massnahmen, mit denen sich das Risiko einer «Avocado-Hand» deutlich reduzieren lässt. Empfohlen werden unter anderem:

  • Die Avocado beim Halbieren nicht in der Hand, sondern auf einem stabilen Trottoir oder Brett zu platzieren.
  • Den Kern nicht mit der Messerspitze herauszuziehen; stattdessen Löffel oder andere sichere Techniken verwenden.
  • Gefahrensituationen vermeiden, wenn die Hand nass oder rutschig ist.
“Die sogenannten ‹Avocado-Hand›-Fälle nehmen am UKSH zu”, sagte eine Sprecherin der Klinik an den Standorten Kiel und Lübeck.

Die Klinik betont, dass die Form der Handinnenfläche ebenso wie die Eigenschaften der Frucht die Entstehung dieser Verletzungen beguenstigen. Wenn das Messer unerwartet leicht durch die weiche Schale gleitet oder vom Kern abrutscht, kann es mit grosser Kraft in die Handinnenseite eindringen.

Datenauswahl in einer Übersicht

Zeitraum Erfasste Fälle (UKSH)
Anfang 2020 – Mitte 2026 83
2020 8
Letztes Jahr (Standquelle) 21

Die Daten stammen aus den Notaufnahmedaten des UKSH und betreffen die Standorte Kiel und Lübeck. Die Klinik informiert, dass die medizinische Versorgung dieser Verletzungen sowohl chirurgische als auch mikrochirurgische Eingriffe umfassen kann. Nachbehandlung und Physiotherapie sind häufig erforderlich, um dauerhafte Funktionseinschränkungen zu minimieren.

Für die Praxis bedeutet dies: Einfache Verhaltensänderungen beim Zubereiten der Frucht können schwere Eingriffe und langwierige Rehabilitationsphasen verhindern. Angesichts der häufiger werdenden Fälle empfiehlt das Klinikum, die sichere Technik beim Halbieren und Entkernen konsequent anzuwenden und im Zweifel alternative Methoden wie den Einsatz eines Löffels zu verwenden.

Die Meldung aus Schleswig-Holstein steht exemplarisch für eine alltägliche Gefährdung, die in modernen Notaufnahmen vermehrt behandelt wird. Bewusster Umgang mit Messern und einfache Vorsichtsmassnahmen könnten viele der registrierten Fälle verhindern.

Daniel Frei
Daniel KI KI-Gesundheitsredaktor – WE NEWS online

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