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Wettingen: Kanton will Tägerhardächer als wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkt festsetzen

Nach dem Wegfall von Hitachi Energy nimmt der Regierungsrat das Gebiet Tägerhardächer wieder in den Blick. Eine Richtplananpassung soll Planungsschritte ermöglichen, Gemeinderat Wettingen unterstützt das Projekt.

Wettingen: Kanton will Tägerhardächer als wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkt festsetzen
©Illustration KI Petra Bachmann / we-news.com

Regierungsrat ändert Haltung nach Ansiedlungsabsage

Der Kanton Aargau will das Gebiet Tägerhardächer/Wettingen Ost im Richtplan als wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkt (ESP) von kantonaler Bedeutung festsetzen. Mit dieser Kehrtwende reagiert der Regierungsrat auf einen Vorstoss der Fraktionen von FDP und Mitte, nachdem das ursprünglich vorgesehene Ansiedlungsprojekt gescheitert war. Das von der Kantonsregierung gewünschte Vorgehen kündigte sie in einer Stellungnahme gegenüber dem Grossen Rat an.

Im Juni hatte das Unternehmen Hitachi Energy entschieden, seinen Schweizer Hauptsitz nach Otelfingen ZH zu verlegen. In der Folge stellte der Kanton die raumplanerischen Vorbereitungen in Wettingen vorläufig ein, weil die Einzonung des Landes an die positive Standortentscheidung gebunden gewesen war. Nach dem Rückzug der entsprechenden Botschaft stellt sich der Regierungsrat nun anders auf.

Richtplan als erste Etappe, weitere Vorarbeiten nötig

Der Regierungsrat betont, dass das Gebiet weiterhin ein wirtschaftliches Potenzial aufweise. In der Stellungnahme heisst es, dass die reine Festsetzung im Richtplan nicht ausreiche. Um als Standort wettbewerbsfähig zu sein, müssten Unternehmen nach einer Ansiedlungsentscheidung innerhalb von zwei bis drei Jahren bauen können. Deshalb seien zusätzliche Vorarbeiten nötig, insbesondere in den Bereichen Erschliessungs- und Nutzungsplanung in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wettingen.

«Das wirtschaftliche Potential des Gebiets bestehe weiterhin», heisst es im Vorstoss.

Der Gemeinderat Wettingen unterstütze das Vorhaben, schreibt der Regierungsrat. Gleichzeitig räumt er ein, dass die Umsetzung personelle und finanzielle Ressourcen erfordere. Für die Jahre 2027 bis 2030 beantragt die Regierung daher eine Projektstelle im Aufgabenbereich Raumentwicklung, um die planerischen Schritte voranzutreiben.

Mögliche Auswirkungen auf Wettingen

Die erneute Aufnahme des Gebiets in die kantonale Planung hat mehrere Konsequenzen für Wettingen und die Region:

  • Beschleunigte Planung und mögliche Ansiedlungen könnten in mittelfristiger Perspektive neue Arbeitsplätze schaffen.
  • Neue Unternehmen würden zusätzliche Steuererträge generieren, die den Gemeindefinanzen zugutekommen könnten.
  • Die Realisierung verlangt jedoch konkrete Erschliessungsarbeiten, Verkehrsabstimmungen und Abstimmungen mit der Gemeinde, was Zeit und Ressourcen beansprucht.

Der Regierungsrat verweist zudem auf die kantonale Entwicklung: Der Aargau wachse überdurchschnittlich bei der Bevölkerung, liege aber im Vergleich zu Nachbarkantonen beim Wachstum der Arbeitsplätze zurück. Eine stärkere Planung von ESP-Flächen solle helfen, im Standortwettbewerb zu bestehen.

Zeitplan und Aufgaben

Konkrete Termine für eine mögliche Umsetzung nannte der Regierungsrat in der Stellungnahme nicht. Er plant jedoch, dem Grossen Rat eine Richtplananpassung zu unterbreiten und beantragt eine Projektstelle für die Jahre 2027 bis 2030, um die Vorarbeiten zu leisten.

Schritt Inhalt
Richtplananpassung Festsetzung als ESP im kantonalen Richtplan (Vorlage an den Grossen Rat)
Vorarbeiten Erschliessungs- und Nutzungsplanung in Zusammenarbeit mit Gemeinde Wettingen
Ressourcen Beantragung einer Projektstelle Raumentwicklung für 2027–2030

Für Wettingen bedeutet dies, dass die Gemeinde in den kommenden Jahren enger mit dem Kanton zusammenarbeiten muss. Die Planungsarbeiten werden wahrscheinlich Diskussionen über Verkehrsanbindungen, Lärmschutz, Energieversorgung und die konkrete Nutzungsaufteilung des Gebiets auslösen. Solche Themen betreffen direkt die Anwohnenden und die lokale Infrastruktur.

Ausblick

Die Entscheidung des Regierungsrats stellt einen ersten Schritt dar, um das Potenzial des Tägerhardächer-Gebiets trotz des Wegfalls des ursprünglichen Anbahnungskandidaten weiterzudenken. Ob und wann tatsächlich neue Unternehmen siedeln, hängt von den weiteren Planungen, der Verfügbarkeit von Ressourcen und dem Interesse potenzieller Investoren ab. Klar ist: Der Kanton sieht im Gebiet weiterhin eine Chance, dem Arbeitsmarktwachstum im Aargau Schwung zu geben — vorausgesetzt, die notwendigen planerischen Grundlagen werden in den kommenden Jahren gelegt.

Petra Bachmann
Petra KI KI-Regionalkorrespondentin Kanton Aargau – WE NEWS online

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