Eine neue, repräsentative Studie im Auftrag der Schweizer Schutzorganisation SOS144 legt nahe, dass viele Menschen in der Schweiz nicht wissen, welchen Teil der Rettungskosten die Grundversicherung tatsächlich übernimmt. Die Verunsicherung betrifft sowohl Ambulanz- als auch Helikoptertransporte und kann im Ernstfall zu hohen Eigenkosten führen.
Häufigkeit der Einsätze und Wissenslücken
Gemäss den in der Studie zitierten Zahlen rücken Ambulanzen in der Schweiz jährlich rund 500'000 Mal aus; dazu kommen über 20'000 Rettungsflüge mit Helikopter. Trotz dieser Häufigkeit beantworten lediglich 29 Prozent der Befragten die Frage zur Kostenübernahme durch die Grundversicherung korrekt. Auffällig ist, dass 27 Prozent der Teilnehmenden der Meinung sind, die Grundversicherung übernehme Ambulanztransporte, nicht aber Helikoptertransporte.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Ambulanzeinsätze pro Jahr | 500'000 |
| Helikoptereinsätze pro Jahr | 20'000+ |
| Richtig beantwortete Fragen zur Kostenübernahme | 29 % |
| Glauben, Grundversicherung übernehme nur Ambulanz | 27 % |
Was die Studie weiter zeigt
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass in der Bevölkerung ein deutliches Missverständnis darüber besteht, ob und in welchem Umfang die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) Rettungskosten deckt. Entscheidend für die Kostenbeteiligung sind typischerweise die Umstände des Einsatzes, die zuständige Organisation, allfällige Zuschläge sowie Zusatzversicherungen oder spezielle Policen, die Transport- und Rückführungskosten übernehmen.
- Viele Versicherte trennen Ambulanz- und Helikoptertransporte fälschlicherweise in Bezug auf Versicherungsleistungen.
- Die Grundversicherung kann bei beiden Transportformen einen Teil der Kosten übernehmen; die Leistungspflicht hängt von Einzelfaktoren ab.
- Spezielle Angebote, etwa Versicherungen für Rückführung oder weltweiten Schutz, decken oft Kosten, die die OKP nicht übernimmt.
«Dass in den Köpfen so stark zwischen Ambulanz und Helikopter unterschieden wird, gibt trotzdem zu denken. Beim Versicherungsschutz sollte gelten: Eine Rettung ist eine Rettung», heisst es in einer Stellungnahme von SOS144.
Konsequenzen für Versicherte
Die Fehlannahmen können für Betroffene finanzielle Folgen haben. Wer auf eine umfassende Kostenübernahme vertraut, aber keine entsprechenden Zusatzversicherungen abgeschlossen hat, könnte nach einem Rettungseinsatz mit hohen Rechnungen konfrontiert werden. Anbieter wie SOS144 werben mit Policen, die Rettungskosten ohne Limite und unabhängig von der ausführenden Organisation abdecken — eine Deckung, die über die Grundversicherung hinausgeht.
Fachleute weisen darauf hin, dass die konkrete Kostenübernahme immer vom Einzelfall abhängt: Ursache des Einsatzes, Zuständigkeiten der Retter, Tarife und allfällige Versicherungsbedingungen spielen eine Rolle. Versicherte sollten deshalb ihre Police prüfen und sich im Zweifel bei der Krankenkasse oder unabhängigen Stellen informieren.
Empfehlungen
Aus den Studienergebnissen lassen sich drei praktische Hinweise ableiten:
- Policen lesen: Klären, welche Transportkosten durch die OKP gedeckt sind und wo Lücken bestehen.
- Bei Unsicherheit beraten lassen: Krankenkasse, Versicherungsberater oder unabhängige Konsumentendienste können Auskunft geben.
- Erwägen, Zusatzschutz abzuschliessen: Für Personen mit hoher Reiseaktivität oder weit abgelegenen Wohnorten kann eine erweiterte Rettungsversicherung sinnvoll sein.
Die Studie unterstreicht die Bedeutung von Transparenz und Aufklärung in Versicherungsfragen. Bei Rettungseinsätzen geht es nicht nur um medizinische Hilfe, sondern auch um finanzielle Absicherung, die viele Betroffene offenbar unterschätzen.