Die USA haben die Aussetzung zusätzlicher Zölle auf Importe aus China um zwei Monate verlängert. Finanzminister Scott Bessent kündigte am Rande des Staatsbesuchs von Chinas Präsident Xi Jinping in Washington an, die bis November geltende Pause nun bis zum 10. Januar zu verlängern. Damit wird der sogenannte Busan-Deal fortgeschrieben, der im vergangenen Jahr vereinbart worden war.
Was wurde vereinbart
Bessent sagte dem Sender Fox News, man habe «heute vereinbart, das sogenannte Busan-Abkommen zu verlängern». Dem Mitglied der US-Regierung zufolge waren mehreren Treffen mit Chinas Vizepremier He Lifeng vorausgegangen. Aus China lag zunächst keine offizielle Bestätigung für die Verlängerung vor.
Hintergrund des Tarifstreits
Der Handelskonflikt zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt war im April des Vorjahres eskaliert. Seither hatten beide Seiten mit hohen Gegenzöllen reagiert: Die USA erhöhten Einfuhrzölle auf chinesische Waren schrittweise auf bis zu 145 Prozent, China setzte Gegenzölle von bis zu 125 Prozent und verordnete zudem Exportkontrollen für strategisch wichtige Rohstoffe, darunter seltene Erden.
Im Mai einigten sich beide Seiten in Genf zunächst auf eine 90-tägige Aussetzung dieser Zusatzzölle. Die neue Ankündigung verschiebt das Auslaufen der aktuellen Vereinbarung vom 10. November auf den 10. Januar und gibt beiden Seiten zusätzlichen zeitlichen Spielraum.
Praktische Bedeutung und Folgen
Die Verlängerung wirkt zunächst als deeskalierendes Signal und schafft Zeit für weitergehende Verhandlungen. Konkrete neue Abkommen wurden mit der Ankündigung nicht genannt. Die Entscheidung reduziert kurzfristig das Risiko weiterer Markteinbrüche bei Unternehmen, die stark vom trans‑pazifischen Handel abhängig sind.
- Zeithorizont: Pause bis 10. Januar verlängert.
- Verantwortliche: US-Finanzminister Scott Bessent; Gespräche mit Vizepremier He Lifeng.
- Ursprung: Busan-Abkommen, ursprünglich im Rahmen eines Treffens zwischen US-Präsident und Xi Jinping vereinbart.
Für exportorientierte Volkswirtschaften wie die Schweiz bleibt die Lage relevant: Änderungen in den Zoll- und Exportkontrollregimes der beiden Grossmächte können Lieferketten, Rohstoffpreise und Wettbewerbsbedingungen beeinflussen. Unternehmen mit Fertigungs- oder Handelsbeziehungen nach China oder in die USA gewinnen damit kurzfristig Planungssicherheit, solange die Pause gilt.
Politischer Kontext des Staatsbesuchs
Die Ankündigung fiel zusammen mit der offiziellen Begrüssung Xis in Washington. Die Zeremonie am Militärflughafen nahe der Hauptstadt wurde von protokollarischen Elementen begleitet; Angehörige beider First Families nahmen teil. Die diplomatische Geste zeigt, dass wirtschaftliche Gespräche auf höchster Ebene geführt werden.
Die Fortsetzung der Zollpause ändert nichts an der grundsätzlichen Brisanz des Konflikts: Beide Seiten behalten sich weitreichende Massnahmen vor, wie die früheren Erhöhungen der Zollsätze und die chinesischen Exportkontrollen zeigen. Ob die Verlängerung in den kommenden Wochen zu substantiellen Verhandlungsergebnissen führt, bleibt offen.
«Das verschafft uns mehr Zeit, um zu prüfen, was wir auf wirtschaftlicher Ebene tun können», sagte Bessent.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Vorjahr April | Escalation des Zollstreits, Gegenzölle beider Seiten |
| Mai | Genfer Übereinkunft: 90-tägige Aussetzung |
| 10.11. (ursprünglich) | Auslaufen der Aussetzung |
| 10.01. (neu) | Neues Ablaufdatum der Zollpause |
Die Entwicklung bleibt zu beobachten. Für Unternehmen und Investoren sind kurzfristig Risikoabwägungen und Szenarioplanungen wichtig, da eine Rückkehr zu hohen Zusatzzöllen oder eine Ausweitung von Exportkontrollen bereits erhebliche Auswirkungen auf Preise und Verfügbarkeit einzelner Güter haben könnte.
WE NEWS – Wirtschaft