EHC Bülach steht vor einem ungewöhnlichen Auftakt in die neue MyHockey-League-Saison: Wegen Hagelschäden an der heimischen Eishalle sind dort derzeit weder Trainings noch Spiele möglich. Die 1. Mannschaft weicht deshalb ins rund 20 Minuten entfernte Dielsdorf aus und wird die erste Phase der Meisterschaft ohne eigenes Stadion absolvieren.
Logistische Zumutungen und verlängerte Wege
Weil in Dielsdorf die regulären Eiszeiten bereits vergeben sind, können die Bülacher erst nach 21 Uhr trainieren. Das bedeutet für viele Spieler und Betreuer eine Verschiebung des Tagesablaufs um mehrere Stunden. Zudem steht dem Klub in der Ausweichhalle keine eigene Garderobe zur Verfügung; die Mannschaft muss sich auf geteilte Kabinen oder Gänge verteilen. Das Material bleibt in der beschädigten Heimhalle in Bülach und wird vor jedem Training separat geholt und zurückgebracht.
«Der Aufwand ist gross», sagt Verteidiger Mike Hintermann. «Es ist überspitzt gesagt wie, wenn man kein Zuhause hat.»
Hintermann schildert den zusätzlichen Aufwand konkret: Er fährt zunächst nach Bülach, holt die Ausrüstung, reist anschliessend nach Dielsdorf zum Training und bringt die Taschen nach dem Training wieder zurück. Dieser Dreischritt prägt den Alltag bis auf Weiteres.
Sportliche Folgen: Zehn Partien auswärts zum Auftakt
Die Folgen für den Spielplan sind klar: Der EHC Bülach beginnt die Meisterschaft mit zehn Auswärtsspielen in Folge. Damit fehlt dem Team in einem wichtigen Saisonabschnitt der Heimvorteil – eine Belastung sowohl für die Mannschaftsleistung als auch für die Fans und Sponsoren.
- Trainingsbeginn: erst nach 21 Uhr in Dielsdorf
- Distanz: rund 20 Autominuten pro Weg zwischen Bülach und Dielsdorf
- Garderoben: keine eigenen Umkleideräume in Dielsdorf, geteilte Kabinen oder Ganglösungen
- Dauer: Mehraufwand mindestens bis Ende Oktober
- Spielplan: Saisonstart mit zehn Auswärtspartien
| Problem | Konsequenz |
|---|---|
| Hagelschäden an der Heimhalle | Keine Spiele/Trainings in Bülach |
| Ausweichort Dielsdorf | Späte Trainingszeiten, keine eigene Garderobe |
| Materiallager | Taschen bleiben in Bülach; Transportaufwand steigt |
Belastung für Spieler, Staff und Organisation
Die Umstände bedeuten für Spieler und Betreuer einen erhöhten Zeit- und Energieaufwand. Neben den späten Trainingszeiten kommt die zusätzliche Fahrerei vor und nach den Einheiten. Das hat Auswirkungen auf Erholung, Familienplanung und die Vorbereitung auf Spieltage. Auch das Trainer- und Infrastruktur-Team trägt zusätzliche Verantwortung: Logistik, Materialmanagement und Abstimmung mit der Ausweichhalle beanspruchen Ressourcen, die in normalen Zeiten anderweitig eingesetzt würden.
Für den Klub entstehen administrative und organisatorische Herausforderungen. Die Notwendigkeit, Spiele ausser Haus durchzuführen, trifft auch die lokale Fangemeinde; Zuschauer können Heimspiele nicht wie gewohnt besuchen, was Sponsoring und Einnahmen beeinflussen kann. Besonders gravierend ist der Verlust des Heimniveaus zu Saisonbeginn: Mannschaften bauen in den ersten Spielen Form und Selbstvertrauen auf – normalerweise unterstützt durch das Publikum und bekannte Rahmenbedingungen.
Zeithorizont und Ausblick
Nach aktuellem Stand wird dieser Ausnahmezustand mindestens bis Ende Oktober andauern. Bis dahin wird das Team weiter pendeln müssen. Welche Reparaturmassnahmen an der Halle notwendig sind und wie rasch sie umgesetzt werden können, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor. Klar ist aber: Die nächsten Wochen werden zeigen, wie gut sich der Klub organisatorisch und sportlich auf diese ungewohnte Belastungsprobe einstellen kann.
Die Saison in der MyHockey-League beginnt für EHC Bülach unter erschwerten Bedingungen. Wie das Team und die Klubführung mit dieser Belastung umgehen, wird sich in den ersten Auswärtsspielen zeigen – sowohl in Ergebnissen als auch in Belastbarkeit und Zusammenhalt.