Die Totalsperre des unterirdischen SZU-Tiefbahnhofs beim Zürcher Hauptbahnhof dauert länger als vorgesehen: Statt wie ursprünglich geplant im Oktober soll der Bahnhof am 13. Dezember 2026 wieder in Betrieb genommen werden. Das teilte die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU) AG am Freitag mit.
Grund: komplexe Baukoordination und sicherheitsrelevante Nacharbeiten
Der Ausbau des unterirdischen Kopfbahnhofs umfasst mehrere Bauteile: Verlängerung des Perrons, Anpassung der bestehenden Zugänge sowie der Bau eines zusätzlichen Zugangs zu den Gleisen 21/22. Obwohl einzelne Arbeiten bereits abgeschlossen sind, kam es laut SZU zu mehreren Verzögerungen. Grund dafür sei, dass zahlreiche voneinander abhängige Arbeiten auf engem Raum koordiniert werden müssen. Nach den Rohbauarbeiten stehen noch Installationen und Prüfungen sicherheitsrelevanter Anlagen an, etwa die Brandlüftung, bevor der Bahnhof wiedereröffnet werden kann.
"Das bestehende Ersatzkonzept werde bis zur Wiedereröffnung weitergeführt und teilweise angepasst", teilte die SZU mit.
Was Fahrgäste bisher erleben
Während der ursprünglich auf 24 Wochen angesetzten Totalsperre – geplant von Mai bis Oktober – verkehren die SZU-Züge nur bis Selnau beziehungsweise Saalsporthalle und wenden dort. Dieser Betrieb wird laut SZU bis zur neuen Wiedereröffnung weitergeführt und dort, wo nötig, angepasst. Für viele Pendlerinnen und Pendler bedeutet das weiterhin Umsteigen oder alternative Verbindungen zum Hauptbahnhof.
- Geplante Wiedereröffnung: 13. Dezember 2026
- Ursprüngliche Sperrdauer: Mai bis Oktober 2026 (24 Wochen)
- Betroffene Strecke: Zwischen Zürich HB und Zürich Selnau
- Aktuelle Ersatzregelung: Züge verkehren bis Selnau bzw. Saalsporthalle
Konsequenzen für den Stadtverkehr
Die Verschiebung trifft insbesondere Pendlerinnen und Pendler, die täglich zwischen dem HB und den südlichen Stadtteilen pendeln. Der unterirdische SZU-Bahnhof ist ein zentraler Umschlagplatz; seine Sperrung bedeutet zusätzliche Umsteigewege und längere Reisezeiten für Fahrgäste, die den HB erreichen wollen.
Die SZU hat bisher Ersatzkonzepte eingesetzt, etwa verlängerte Busverbindungen, erhöhte Zugfrequenzen auf angrenzenden Linien oder koordinierte Anschlüsse mit SBB-Verbindungen. Auf Anfrage erinnerte die SZU daran, dass diese Massnahmen je nach Lage angepasst werden. Konkrete Änderungen an Fahrplänen oder zusätzlichen Verbindungen kündigte die SZU im Mitteilungsbulletin nicht an.
Hintergrund zum Ausbau
Das Projekt zielt darauf ab, den unterirdischen Bahnhof behindertengerecht und für künftige Passagierzahlen auszubauen. Die Verlängerung des Perrons und die zusätzlichen Zugänge sollen mehr Kapazität und bessere Zugänglichkeit bieten. Solche Umbaumassnahmen sind technisch anspruchsvoll, weil die Arbeiten in einem engen Raum erfolgen und Schnittstellen zwischen Bau, Betrieb und Sicherheitstechnik sorgfältig koordiniert werden müssen.
| Massnahme | Status (laut SZU) |
|---|---|
| Perronverlängerung | In Arbeit / teilweise abgeschlossen |
| Anpassung bestehender Zugänge | In Arbeit |
| Zusätzlicher Zugang zu Gleis 21/22 | In Arbeit |
| Installation sicherheitsrelevanter Anlagen (z. B. Brandlüftung) | Nach Rohbau noch ausstehend: Installation, Prüfung, Test |
Was nun zu erwarten ist
Eine frühere teilweise oder vollständige Wiedereröffnung ist laut SZU nicht realistisch. Die angekündigte Verschiebung bis zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember gibt den Projektpartnern Zeit für die restlichen Installationen und umfassende Prüfungen. Für Fahrgäste bleibt wichtig, vor Reiseantritt den aktuellen SZU- und SBB-Fahrplan zu prüfen und mehr Zeit für Anschlüsse einzuplanen.
Die SZU will das Ersatzkonzept bis zur Wiedereröffnung weiterführen und, wo nötig, anpassen. Details zu konkreten Ergänzungen oder zusätzlichen Verbindungen sollen gemäss Mitteilung fortlaufend kommuniziert werden.
Die Verlängerung der Sperre zeigt einmal mehr, wie komplex die Modernisierung innerstädtischer Verkehrsinfrastrukturen ist: Technische Nachrüstungen für Sicherheit und Barrierefreiheit sind zwingend, können aber die Betriebsabläufe über längere Zeit beeintrachtigen.