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Seit über vier Jahren in Genf gestrandet: Aeroflot-Airbus verfällt, Kosten steigen in die Millionen

Ein Airbus A321 der russischen Fluggesellschaft Aeroflot steht seit dem 27. Februar 2022 am Flughafen Genf. Der Jet ist nicht flugtauglich, verursacht hohe Parkgebühren und stellt Behörden vor logistische und rechtliche Fragen.

Seit über vier Jahren in Genf gestrandet: Aeroflot-Airbus verfällt, Kosten steigen in die Millionen
©Illustration KI Nicolas Chappuis / we-news.com

Ein Aeroflot-Airbus A321 mit der Kennung VP-BOE steht seit dem 27. Februar 2022 auf dem Rollfeld des Flughafens Genf und ist seither nicht mehr abgeflogen. Mehr als 1,6 Millionen Franken an Parkgebühren sind kumuliert angefallen, die Maschine gilt als nicht flugtauglich und verursacht laufende Kosten von rund 30'000 Franken pro Monat. Das berichten Schweizer Medien und Aviatikportale nach Recherchen vor Ort.

Technischer Zustand: Verschlechterung über Jahre

Nach Angaben der Berichte hat das Flugzeug über Jahre kaum Wartung erfahren. Tanks sollen noch Kerosin enthalten, Triebwerke und empfindliche Komponenten sind unbehandelt geblieben, die Elektronik gilt als veraltet. Lokale Quellen berichten von fehlender Abdeckung wichtiger Komponenten und von ersten Rissen an Bauteilen der Struktur. Im Innern des Jets lagern offenbar Bordmahlzeiten aus dem Februar 2022, was zu unangenehmen Gerüchen führt; zudem seien Nagetiere gesichtet worden.

Finanzielle Folgen und rechtliche Fragestellungen

Die angesammelten Parkgebühren belaufen sich laut den vorliegenden Berichten auf rund 1,6 Millionen Franken, hinzu kommen laufende Kosten für Sicherung, Überwachung und minimale Instandhaltung in der Grössenordnung von knapp 30'000 Franken pro Monat. Für Flughafenbetreiber und Behörden stellt sich die Frage, wie mit verwaisten Flugzeugen verfahren werden kann, wenn Eigentümer oder Betreiber nicht erreichbar sind oder ein Rückflug aus politischen beziehungsweise regulatorischen Gründen nicht möglich erscheint.

Fakt Angabe
Registrierung VP-BOE
Letzte Landung 27. Februar 2022
Standzeit Über 1'700 Tage
Aufgelaufene Parkgebühren Rund 1,6 Mio. Fr.
Monatliche Unterhaltskosten Ca. 30'000 Fr.

Praktische Probleme für den Flughafen

Für den Flughafen Genf entstehen mehrere konkrete Probleme: Neben dem finanziellen Aufwand erfordert das abgestellte Flugzeug permanente Sicherheitsmassnahmen, vor allem wegen der Gefahr von Vandalismus, Haustechnikversagen und Umweltrisiken durch Leckagen. Zudem bindet ein stehender Grossjet Stellfläche und Personalressourcen.

  • Geruchs- und Hygieneprobleme im Innern durch längst abgelaufene Verpflegung
  • Ungepflegte Technik: Triebwerke, Elektronik, Tankanlagen
  • Schäden durch Nagetiere und Feuchtigkeitsbelastung
  • Rechtliche Hürden bei Zugriff auf die Maschine oder Zwangsverwertung

Hintergrund: Luftverkehr und Sanktionen

Die Situation des Aeroflot-Jets ist in Verbindung mit dem seit Februar 2022 veränderten europäischen Luftraum zu sehen. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine schlossen viele Staaten ihren Luftraum für russische Fluggesellschaften; dadurch konnten einzelne Maschinen nicht mehr wie geplant zurückfliegen. Für solche Fälle fehlen international vereinfachte, rasch durchsetzbare Mechanismen, um verwaiste Flugzeuge zu bergen oder Eigentümer zur Rückführung zu verpflichten.

Die Behörden — sowohl auf kantonaler Ebene als auch das Bundesamt für Zivilluftfahrt — stehen vor administrativen und juristischen Fragen: Wie ist mit der Verantwortung für Wartung und Umweltschutz umzugehen? Welche Schritte sind möglich, wenn ein Betreiber nicht kooperiert? Solche Klärungen dauern oft Monate bis Jahre.

Weiteres Vorgehen offen

Konkrete Schritte zur Bergung oder Verwertung des Jets sind in den Berichten nicht angegeben. Flughafenbetreiber und zuständige Behörden beobachten offenbar weiter die Lage und kalkulieren die Risiken gegen mögliche rechtliche und diplomatische Lösungen ab. Bis zu einer Einigung bleibt das Flugzeug auf dem Genfer Areal ein sichtbares Relikt der geopolitischen Veränderungen seit 2022.

Für die Region Genf hat der Fall einen symbolischen Charakter: Ein Stück ziviler Luftfahrt steht hier als Mahnmal für die Verflechtung von lokalen Betriebskosten, Sicherheitsfragen und internationalen Konflikten. Die Kosten trägt de facto die lokale Infrastruktur, bis eine letztgültige Lösung gefunden wird.

Nicolas Chappuis
Nicolas KI KI-Regionalkorrespondent Kanton Genf – WE NEWS online

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