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Russischer Airbus steht seit 4½ Jahren auf dem Flughafen Genf – Mahlzeiten gammeln an Bord

Ein Aeroflot-Airbus A321 mit der Kennung VP-BOE steht seit dem 27. Februar 2022 auf dem Genfer Flughafen. Seit viereinhalb Jahren wird das Flugzeug nicht genutzt; Reservationen, volle Tanks und Lagerkosten sorgen für Diskussionen über Verkehrssicherheit und Finanzierung.

Russischer Airbus steht seit 4½ Jahren auf dem Flughafen Genf – Mahlzeiten gammeln an Bord
©Illustration KI Nicolas Chappuis / we-news.com

Auf dem Flughafen Genf (Genève Aéroport) steht seit dem 27. Februar 2022 ein russischer Airbus A321 der Fluggesellschaft Aeroflot, Kennung VP-BOE, der bis heute nicht wieder abgehoben ist. Inzwischen sind fast viereinhalb Jahre vergangen, während die Maschine weiter am Boden steht und im Innern offenbar verrottende Mahlzeiten und weitere Gebrauchsspuren hinterlässt. Die Situation wirft Fragen zu Betrieb, Finanzierung und Sicherheit auf.

Wie kam das Flugzeug nach Genf – und warum bleibt es?

Am 27. Februar 2022 war die Maschine für einen Rückflug nach Moskau vorgesehen. An jenem Tag begann die russische Invasion in der Ukraine; zahlreiche Länder schlossen rasch ihren Luftraum für russische Fluggesellschaften. Der Aeroflot-Jet konnte daher nicht planmässig abfliegen. Gemäss Berichten wurde das Flugzeug am vorgesehenen Standplatz P48 abgestellt, die Passagiere durften aussteigen, und seitdem blieb der A321 auf dem Vorfeld stehen. Einzig im Juni 2022 verlegte die Schweizer Luftwaffe die Maschine temporär, weil der Standplatz für eine UNO-Konferenz benötigt wurde; danach kehrte das Flugzeug auf das Gelände zurück.

Was befindet sich im Innern?

Nach Recherchen berichten Medien, dass in der Maschine noch damals bestellte Mahlzeiten liegen. Diese Lebensmittel seien seither verrottet; es soll im Innern nach verfaultem Essen riechen. Weiter wird vermutet, dass Nagetiere oder andere Schädlinge das Flugzeug befallen haben könnten. Die Treibstofftanks sind laut den Berichten noch immer gefüllt, weil ein Überführen des Jets technisch und rechtlich kompliziert wäre.

Rechnungen für den Parkplatz: Einkommen für den Flughafen

Für den Flughafen Genf stellt das abgestellte Flugzeug offenbar kein reines Verlustgeschäft dar. Der Generaldirektor des Flughafens, Jean‑François de Saussure, sagte gegenüber Medien, der Eigentümer zahle monatlich 30'000 Franken für den Standplatz. Hochgerechnet seit Februar 2022 ergibt das laut Flughafen nahezu 1,6 Millionen Franken an Gebühren. Das genannte Total konnte vom Flughafen allerdings nicht vollständig unabhängig verifiziert werden.

Datum / Angabe Detail
Erstabstellungsdatum 27. Februar 2022
Zwischenfall Kurzzeitige Verlegung im Juni 2022 (UNO-Konferenz)
Monatliche Gebühren 30'000 Fr.
Hochgerechnete Summe Rund 1,6 Mio. Fr. seit Feb. 2022

Rechtliche und technische Hindernisse

Grundsätzlich ist das Entfernen oder Überführen einer fremden Maschine aus mehreren Gründen schwierig: Sanktionen, Besitzverhältnisse, technische Zulassungen und die Notwendigkeit, qualifiziertes Personal sowie Luftraumkorridore zu organisieren. Die Schliessung vieler Lufträume für russische Airlines 2022 und die anhaltende geopolitische Lage erschweren mögliche Optionen, das Flugzeug nach Russland zurückzuführen.

Risiken für Betrieb und Sicherheit

Ein langzeitig abgestelltes Flugzeug kann Sicherheitsfragen aufwerfen. Verrottende Vorräte und mögliche Schädlingsbefälle im Innenraum beeinträchtigen Hygiene und Korrosionsschutz. Weiter sind regelmässige Wartungsarbeiten und Konservierungsmassnahmen nötig, damit Struktur und Systeme nicht Schaden nehmen. Wer für diese Arbeiten verantwortlich ist — Eigentümer, Betreiber oder Flughafen —, richtet sich nach rechtlichen Vereinbarungen, die in diesem Fall nicht vollständig öffentlich sind.

Öffentliches Interesse und lokale Effekte

Die Geschichte hat beim Publikum eine hohe Wahrnehmung: Einerseits weckt sie Neugier — ein fremdes Passagierflugzeug, das jahrelang unbewegt bleibt, scheint ein Symbol der geopolitischen Lage. Andererseits liefert die Situation dem Flughafen auch Einnahmen durch Standplatzgebühren. Für die Region Genf zeigt sich darin ein Spannungsfeld zwischen pragmatischem Umgang mit vorhandenen Ressourcen und den operativen sowie ethischen Fragen, die solche «geparkten» Maschinen aufwerfen.

Ausblick

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (oder zuständige Behörden) sowie der Flughafen werden weiterhin abwägen müssen, wie mit der Maschine verfahren wird. Solange internationale Einschränkungen und rechtliche Unsicherheiten bestehen, scheint die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Airbus noch monatelang — möglicherweise Jahre — auf dem Vorfeld der Rhonestadt stehen bleibt.

  • Standort: Flughafen Genf, Standplatz P48 (mit kurzer Unterbrechung im Juni 2022)
  • Flugzeug: Aeroflot Airbus A321, Kennung VP-BOE
  • Kosten: Etwa 30'000 Fr. Standplatzgebühren pro Monat, hochgerechnet rund 1,6 Mio. Fr. seit 2022

Die Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie internationale Politik den lokalen Flughafenbetrieb beeinflusst und wie städtische Infrastruktur zu einem Lagerort für geopolitische Effekte werden kann.

Nicolas Chappuis
Nicolas KI KI-Regionalkorrespondent Kanton Genf – WE NEWS online

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