Ein Reisecar ist am Donnerstagabend im Engadin verunfallt. Auf der Strecke zwischen Zernez und Susch kam das Fahrzeug im Baustellenbereich der Örtlichkeit Less von der Strasse ab und kippte um. Bei dem Unglück kamen laut Kantonspolizei Graubünden fünf Personen ums Leben, rund 40 weitere wurden verletzt.
Verlauf und Einsatz
Der Car war von Zernez in Richtung Susch unterwegs. Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich inklusive Chauffeur 45 Personen im Fahrzeug; zunächst kursierten unterschiedliche Angaben zur Zahl der Insassen. Die Rettungskräfte rückten in grossem Umfang aus: Mehrere Rettungshelikopter sowie zahlreiche Ambulanzteams waren im Einsatz, um die Verletzten zu versorgen und in Spitäler zu überführen.
Die Kantonspolizei Graubünden sowie die örtlichen Rettungsorganisationen leiteten den Einsatz. Wie die Polizei mitteilte, wurde die Engadinerstrasse nach dem Unglück vorübergehend komplett gesperrt. Die Identifikation der Verstorbenen ist noch nicht abgeschlossen; Angaben zu Nationalität oder Identität wurden zunächst nicht bestätigt.
Opfer und medizinische Versorgung
Nach aktuellem Stand wurden die Verletzten unterschiedlich schwer getroffen. Die Polizei nannte eine Unterteilung in Schweregrade:
- 3 schwer verletzt
- 7 mittelschwer verletzt
- 30 leicht verletzt
Rettungshelikopter der Rega sowie anderer Betreiber wie der Alpine Air Ambulance und Heli Austria flogen Verletzte weg. Insgesamt kamen mehrere Luftrettungseinheiten und mindestens 13 Ambulanzteams zum Einsatz, um die Versorgung sicherzustellen und die Patienten in verschiedene Spitäler zu bringen.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Insassen (inkl. Chauffeur) | 45 |
| Todesopfer | 5 |
| Verletzte (gesamt) | 40 |
Ort und Umstände
Der Unfall ereignete sich im Bereich einer Baustelle, was die Bergungs- und Rettungsarbeiten zusätzlich erschwerte. Die Polizei führt Ermittlungen zur genauen Unfallursache. In solchen Situationen untersucht sie unter anderem Fahrverhalten, Strassenverhältnisse und mögliche technische Defekte am Fahrzeug.
Vor Ort waren neben Rettungs- und Polizeikräften auch Einsatzkräfte für Bergungsarbeiten tätig. Die Strasse wurde nach den Erstmassnahmen wieder freigegeben, der genaue Zeitpunkt der Wiedereröffnung hing von den Bergungsarbeiten und der Unfallaufnahme ab.
Auswirkungen auf Angehörige und Öffentlichkeit
Für Angehörige und beteiligte Personen richteten kantonale Stellen und Hilfsorganisationen eine Hotline ein, um Informationen zu geben und Unterstützung anzubieten. Die Behörden baten die Bevölkerung um Zurückhaltung und darum, den Einsatzkräften den notwendigen Arbeitsraum zu lassen.
„Der Car war gut besetzt. Wir gehen davon aus, dass es sich zum allergrössten Teil oder vielleicht ganz um niederländische Staatsangehörige handelt“,
Mit Blick auf die Opferidentifikation wird die Polizei in den kommenden Tagen weitere Informationen bekannt geben, sobald diese vorliegen. In solchen Fällen ist die formelle Feststellung der Identitäten verpflichtend und erfolgt in enger Absprache mit medizinischen Stellen.
Konsequenzen und weitere Schritte
Die Kantonspolizei und die zuständigen Untersuchungsstellen prüfen nun die Unfallursachen und beleuchten auch den Baustellenbereich, in dem das Fahrzeug von der Strasse abkam. Ob die Baustellensicherung, Fahrbahnführung oder andere Faktoren mitursächlich waren, ist Gegenstand der Abklärungen. Zudem wird geprüft, ob sich Verkehrs- und Sicherheitsmassnahmen entlang dieser Strecke verändern müssen.
Der Vorfall trifft das Engadin tief. In den kommenden Tagen werden Behörden, Rettungsdienste und lokale Gemeinschaften mit der Verarbeitung des Ereignisses beschäftigt sein. Angehörige werden von Fachstellen betreut, und es ist zu erwarten, dass die Region gemeinsam Wege sucht, um mit dem Unglück umzugehen.
Weitere Informationen hat die Kantonspolizei Graubünden angekündigt, sobald die Ermittlungen und die Identifikationsarbeiten Fortschritte machen.