Die Kantonspolizei Aargau hat am Mittwoch die bisher bekannten Fakten zur Schiesserei in Aarau präsentiert. Die Tat ereignete sich in der Nacht auf Sonntag auf dem Gelände der Pferderennbahn im Schachen, nachdem eine Techno‑Party beendet war. Nach Angaben der Behörden fielen mehr als 40 Schüsse. Bei dem Angriff kam eine 22‑jährige Frau ums Leben, mehrere Personen wurden verletzt.
Tatort, Ablauf und eingesetzte Waffen
Gemäss den Aussagen der Einsatzleitung wurden am Tatort Patronenhülsen an mehreren Stellen gefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass mit einer 9‑Millimeter‑Pistole und einem Sturmgewehr AK‑74 geschossen wurde. Ziel der Schüsse waren sowohl Partygäste auf dem Areal als auch Fahrende, die sich auf einem nahegelegenen Standplatz aufhielten.
Unmittelbar nach der Tat gingen mehr als achtzig Notrufe bei der Polizei ein. Zahlreiche Patrouillen und Rettungsdienste rückten aus und stiessen in Kontaktteams vor, um die Gefahrenzone zu sichern. Die Polizei evakuierte über hundert Personen vom Gelände und betreute sie vor Ort, während Sanitäts‑Teams behandelt und Verletzte abtransportierten.
Opferlage und medizinische Versorgung
Beim Angriff starb eine 22‑jährige Italienerin an einem Durchschuss am Oberkörper, bei dem lebenswichtige Organe getroffen wurden. Zu den verletzten Personen machte die Kantonspolizei unterschiedliche Angaben: Zunächst war von fünf Verletzten die Rede; dabei handelte es sich laut Pressekonferenz um vier Schweizerinnen und Schweizer sowie eine Deutsche im Alter zwischen 24 und 31 Jahren. Einige dieser Personen tragen zusätzlich zu einem Schweizer Pass auch die italienische Staatsbürgerschaft und sind bereits aus dem Spital entlassen worden. Andere Berichte sprechen von insgesamt sechs Verletzten; nach Angaben der Staatsanwaltschaft befinden sich weiterhin zwei Personen hospitalisiert.
Fahndung, Festnahme und Zustand des Tatverdächtigen
Die Polizei löste nach der Tat eine kantonale, nationale und internationale Fahndung aus. Schlüsselpunkte wie Bahnhöfe im ganzen Kanton wurden gesichert. Das mutmassliche Tatfahrzeug war rasch bekannt, und Fahndungskräfte waren auch im Kanton Jura im Einsatz. Der Verdächtige stellte sich letztlich bei der Kantonspolizei Jura und wurde anschliessend in den Kanton Aargau überführt.
«Er gab vor Ort an, dass es ihm seit längerer Zeit nicht gut gehe.»
Bei einer ersten Einvernahme verweigerte der festgenommene 43‑jährige Mann die Aussage, machte jedoch Angaben zu seiner Person. Die Staatsanwaltschaft geht derzeit davon aus, dass ein psychisches Leiden vorliegen könnte. Weitere Ermittlungen und psychiatrische Abklärungen sind Teil des Verfahrens.
Polizeiliches Vorgehen und Schutzmassnahmen
Die Kantonspolizei stellte kurz nach Eintreffen ein Team für die Sonderlage zusammen. Die Gefahrenzone wurde systematisch durchsucht, damit Sanitäterinnen und Sanitäter ihre Arbeit sicher ausführen konnten. Zusätzlich sicherten Einsatzkräfte kantonsweit Verkehrsknotenpunkte und Perrons, um eine Ausbreitung der Gefährdung zu verhindern und die Fahndung zu unterstützen.
- Ort: Pferderennbahn Aarau, Schachen
- Zeit: Nacht auf Sonntag, nach Ende der Veranstaltung
- Waffen: 9‑Millimeter‑Pistole, AK‑74
- Schüsse: Mehr als 40
- Opfer: 1 Tote (22‑jährige Italienerin), mehrere Verletzte (Berichte variieren zwischen fünf und sechs; zwei Personen noch hospitalisiert)
- Verdächtiger: 43‑jähriger Mann, stellte sich bei Kapo Jura, in Aargau überführt
Ausblick und weitere Ermittlungen
Die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei führen die Ermittlungen fort. Wichtige Aufgaben sind die Spurensicherung, die Auswertung der aufgefundenen Patronenhülsen sowie die Klärung des genauen Tatmotivs und der Tathandlungen. Zudem stehen medizinische und forensische Abklärungen an, um Tatablauf und Opferstatus abschliessend zu dokumentieren.
Die Behörden haben die Bevölkerung gebeten, Spekulationen zu unterlassen und offizielle Angaben abzuwarten. Personen mit sachdienlichen Hinweisen zum Tatfahrzeug, zum Tatablauf oder zur Person des Verdächtigen werden gebeten, sich bei der Kantonspolizei Aargau zu melden.
Diese Tat hat die Sicherheitsdebatte in Aarau und im Kanton Aargau erneut entfacht. Die bevorstehenden Ermittlungen werden zeigen, ob der Vorfall als isolierte Gewalttat oder im Zusammenhang mit einer längerfristigen Gefährdung zu sehen ist.