Die Aargauer Kantonspolizei geht von einem Amoklauf aus: Ein 43‑jähriger Schweizer steht im Verdacht, in der Nacht auf Sonntag nach einem Techno‑Festival auf der Pferderennbahn in Aarau auf Teilnehmende geschossen zu haben. Eine Frau aus Italien wurde getötet; mehrere Personen wurden verletzt. Die Behörden präsentierten am Mittwochnachmittag in Schafisheim erste Ermittlungsergebnisse.
Festnahme und Geständnis
Der Beschuldigte stellte sich gemäss Angaben der Polizei in der Nacht auf Montag eigenständig bei einer Polizeistation im jurassischen Delémont. Der Leitende Staatsanwalt Christoph Rüedi sagte, der Mann habe die Tat zunächst gestanden, danach jedoch die weitere Aussage verweigert. Laut Polizeiangaben berichtete der Beschuldigte, er leide «seit längerer Zeit psychisch schlecht», womit er auf seine Stimmungslage und Probleme hinwies.
«dass er sich seit längerer Zeit psychisch schlecht fühle»
Tathergang nach Darstellung der Polizei
Die Ermittler rekonstruierten den Ablauf nach eigenen Angaben so: Der Mann parkierte sein Auto auf einem Parkplatz an der Schachenstrasse. Aus dem Kofferraum holte er zwei Pistolen sowie ein Sturmgewehr des Typs AK‑74. Anschliessend ging er Richtung Gelände der Pferderennbahn, wo sich nach dem Techno‑Festival noch über hundert Personen aufhielten. Aus bislang ungeklärten Gründen eröffnete der Beschuldigte das Feuer und soll mehr als vierzig Mal geschossen haben.
Nach der Tat kehrte der Mann zurück zum Parkplatz und schoss nach Polizeiangaben zudem auf ein fahrendes Auto. Die genaue Zahl der Verletzten und deren Zustand wurde von den Behörden bislang nicht abschliessend bekanntgegeben; eine Frau aus Italien kam ums Leben.
Waffen und Bewilligungen
Im Kofferraum des Festgenommenen fanden die Einsatzkräfte drei Schusswaffen: zwei Pistolen und ein AK‑74. Die Polizei erklärte, diese Waffen seien vor rund zwanzig Jahren legal erworben und registriert worden. Die Behörden wiesen darauf hin, dass die heutigen Bewilligungsvoraussetzungen strenger seien als früher.
| Element | Angaben (laut Polizei) |
|---|---|
| Alter des Beschuldigten | 43 Jahre |
| Wohnort | Kanton Jura |
| Gefundene Waffen | 2 Pistolen, 1 Sturmgewehr (AK‑74) |
| Ort der Tat | Pferderennbahn Aarau (nach Techno‑Festival) |
| Opfer | Mindestens 1 Tote (Italienerin), mehrere Verletzte |
Ermittlungsstand und offene Fragen
Die Ermittlungen laufen. Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei haben erste Details veröffentlicht, halten sich aber bei wesentlichen Punkten zurück. Insbesondere das Motiv bleibt unklar. Polizeikommandant Michael Leupold informierte Medienvertreter über den bisherigen Stand, machte jedoch deutlich, dass noch viele Fragen offen seien. Die Behörden prüfen Spuren am Tatort, Befragungen von Zeugen und die kriminaltechnische Auswertung der Waffen.
Regionale Reaktionen und Medieninteresse
An der Medienkonferenz in Schafisheim nahmen viele Journalisten teil; das Geschehen hat weitreichende mediale Aufmerksamkeit ausgelöst. In einzelnen internationalen Medien, insbesondere in Italien, wurde kritisch auf Informationsstand und Kommunikation der Schweizer Behörden verwiesen.
- Opferversorgung: Die Polizei und Rettungsdienste haben mehrere Personen ins Spital gebracht; Angaben zum Gesundheitszustand werden noch gesammelt.
- Sicherheitsfragen: Die Tat wirft Fragen zur Waffenkontrolle und zum Umgang mit psychischen Erkrankungen auf.
- Kommunikation: Behörden kündigten an, weitere Informationen zu liefern, sobald sie verifiziert sind.
Konsequenzen und weitere Schritte
Die Justiz prüft das weitere Vorgehen gegen den Beschuldigten. Ob und welche Anklagen erhoben werden, hängt von den laufenden Ermittlungen und den Ergebnissen der forensischen Untersuchungen ab. Die Polizei appellierte an die Bevölkerung, Spekulationen zu vermeiden und Hinweise an die Ermittler weiterzugeben.
Die Tat hat in Aarau und in benachbarten Gemeinden Bestürzung ausgelöst. Behörden und Einsatzkräfte arbeiten derzeit daran, die Fakten zu klären und die Sicherheit in der Region zu beurteilen. Weitergehende Informationen will die Kantonspolizei Aargau veröffentlichen, sobald neue, verlässliche Erkenntnisse vorliegen.
WE NEWS bleibt an den Ermittlungen dran und berichtet, sobald die Staatsanwaltschaft weitere Details bekanntgibt.