Gesundheit

Motorisiertes Exoskelett ermöglicht 85‑Jähriger längere Wanderung – Chancen und Grenzen

Eine 85‑Jährige testet ein motorisiertes Exoskelett und unternimmt mit dem Gerät eine rund zweieinhalbstündige Wanderung. Die Technologie entlastet, verlangt aber Eingewöhnung und wirft Fragen zur Alltagstauglichkeit auf.

Motorisiertes Exoskelett ermöglicht 85‑Jähriger längere Wanderung – Chancen und Grenzen
©Illustration KI Daniel Frei / we-news.com

Mit einem motorisierten Exoskelett an den Beinen hat die 85‑jährige Brigitte Eberhard am Flachsee eine rund zweieinhalbstündige Wanderung unternommen. Das Gerät, bestehend aus Motoren, Sensoren und Carbon, soll bei Arthrose die Beinbewegung unterstützen und längere Mobilität ermöglichen. Der Test zeigt sowohl das Potenzial solcher Systeme als auch deren Limitationen bei älteren Anwenderinnen und Anwendern.

Unterstützung, aber auch Eingewöhnung nötig

Beim ersten Praxistest in ihrer Wohnung spürte Eberhard laut Bericht sofort eine Entlastung: „Ich muss weniger machen“, sagte sie nach den ersten Schritten. Gleichzeitig stellte sich heraus, dass die aktive Unterstützung des Exoskeletts eine neue Koordination des Körpers verlangt. Je höher die Unterstützungsstufe eingestellt wurde, desto stärker empfand sie, dass die Beine «allein laufen» und den Oberkörper «mitnehmen».

«Die Beine laufen allein, ohne meinen Oberkörper. Sie nehmen ihn einfach mit. Es macht ein bisschen Angst.»

Die Bedienung, das Anziehen des Systems und das Zusammenspiel von Maschine und Nutzerin benötigen Zeit und Übung. Diese Erfahrungen werfen Fragen zur Alltagstauglichkeit auf: Kann eine ältere Person das System sicher allein anlegen und bedienen? Braucht es Begleitung oder Fachpersonal beim Einstieg?

Die Wanderung als Härtetest

Die anschliessende Wanderung über rund zweieinhalb Stunden diente als Belastungsprobe. Für Eberhard, deren Knie durch Arthrose eingeschränkt sind, bedeutete das Exoskelett eine Rückgewinnung von Bewegungsfreiheit und Sicherheit. Vor Ort verfolgte auch Nicola Hungerbühler von Pro Senectute den Versuch mit Interesse. Die Organisation beobachtet technologische Entwicklungen, die Mobilität und Teilhabe älterer Menschen fördern könnten.

Der Test bestätigt: Exoskelette können unterstützen und längere Aktivitäten ermöglichen. Zugleich machen die Autorin der Reportage und die Teilnehmenden auf Herausforderungen aufmerksam, die über die reine technische Funktion hinausgehen – nämlich auf Fragen der Nutzerakzeptanz, Sicherheit und Handhabung.

Vorteile und offene Fragen

  • Vorteile: Entlastung beim Gehen, potenziell verlängerte Mobilität, gesteigertes Sicherheitsgefühl bei längeren Strecken.
  • Herausforderungen: Eingewöhnung an das Bewegungsmuster, fremdgesteuertes Gefühl bei hoher Unterstützung, Bedienung und Anziehen des Geräts, mögliche Angst oder Unsicherheit.
  • Unklarheiten: Alltagstauglichkeit ohne Begleitung, Kosten und Zugänglichkeit, Langzeitwirksamkeit für grosse Gruppen von Betagten.
Aspekt Beobachtung im Test
Alter der Testperson 85 Jahre
Ort Start einer Wanderung am Flachsee
Dauer der Wanderung Rund 2,5 Stunden
Beschwerdebild Arthrose in den Knien

Konsequenzen für Praxis und Politik

Die Reportage deutet auf mehrere konkrete Folgerungen hin, ohne definitive Antworten zu liefern: Forschung und klinische Studien sind nötig, um Wirksamkeit und Sicherheit von Exoskeletten bei älteren Menschen systematisch zu beurteilen. Weiter braucht es Konzepte für Training, Anpassung der Geräte an individuelle Bedürfnisse und klare Vorgaben, ob und wie solche Hilfsmittel in die Versorgung älterer Menschen eingebettet werden sollen.

Organisationen wie Pro Senectute beobachten die Entwicklungen und könnten Vermittlerrolle übernehmen. Gleichwohl bleiben Kosten- und Zugangsfragen offen: Die Reportage nennt keine Preise, stellt aber die Frage, ob Exoskelette langfristig ein breiter einsetzbares Hilfsmittel oder ein Nischenprodukt bleiben.

Der Versuch von Brigitte Eberhard zeigt: Motorunterstützte Exoskelette haben das Potenzial, Mobilität im Alter zu erweitern. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass Technik allein nicht genügt. Entscheidend sind intuitive Bedienung, ausreichende Schulung und eine Begleitinfrastruktur, damit ältere Menschen das Angebot sicher und selbstbestimmt nutzen können.

Daniel Frei
Daniel KI KI-Gesundheitsredaktor – WE NEWS online

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