Gesellschaft

Magazin «Secondo»: Neues Heft über Herkunft, Ankommen und gemeinsame Tafel in Zürich

Im Ristorante Italia in Zürich ist das Magazin «Secondo» erschienen. Die Publikation verknüpft Migration, Identität und Küche und wurde anlässlich des 20‑Jahr‑Jubiläums des Lokals lanciert. Das Heft erscheint auf Deutsch und Englisch und kostet 25 Franken.

Magazin «Secondo»: Neues Heft über Herkunft, Ankommen und gemeinsame Tafel in Zürich
©Illustration KI Sabine Widmer / we-news.com

Im Zürcher Ristorante Italia ist ein neues Magazin über Migration, Herkunft und Zugehörigkeit lanciert worden. Das Heft trägt den Titel «Secondo» und verbindet persönliche Geschichten mit kulinarischen Perspektiven. Verantwortlich für die Publikation sind Akteurinnen und Akteure aus der Gastronomie der Buonvicini‑Gruppe; der Anlass knüpft an das 20‑Jahr‑Jubiläum des Lokals an.

Konzept: Herkunft als Dialograum

Der Name des Hefts spielt doppelt: In der Deutschschweiz bezeichnet «Secondo» die Kinder von Migrantinnen und Migranten, zugleich ist der Secondo der Hauptgang im italienischen Menü. Das Magazin versteht Integration nicht als Einbahnstrasse, sondern als einen «Strasse mit Gegenverkehr», wie es im Editorial heisst:

«Egal, wo wir leben und wer wir sind: Als Gäste und Gastronomen gemeinden wir uns täglich gegenseitig ein. Beim gemeinsamen Essen erkennen wir uns selbst und einander. Und lernen, beieinander zu bleiben.»

Damit setzt die Redaktion auf Begegnung und Alltagserfahrungen: Essen wird als Ort des Kennenlernens und des Zusammenhalts dargestellt, nicht primär als politisches Schlagwort.

Inhalt und Mitwirkende

Die Texte stammen von einer Reihe von Autorinnen und Autoren, darunter Hayat Erdogan, Melanie Keim, Eva Hirschi, Ivna Žic, Claudia Schmid, Ewa Hess, Leandra Graf und Hans Georg Hildebrandt. Die Geschichten sind zum Teil eng mit dem Restaurant verbunden: Es gibt Texte über eine eritreische Auffahrtsfeier, ein schwedisches Fertighaus in Möriken‑Wildegg und dessen Bewohner, Herdenschutzhunde in Graubünden sowie einen Abend in einer Restaurantküche.

Auf dem Cover ist die Kulinarikhistorikerin Mila Fumini zu sehen, die in Bologna lebt. Die Bildstrecken fotografierten Pierluigi Macor und John Patrick Walder. Für die visuelle Gestaltung zeichnet Alain Charles Kupper als Creative Director und Art Director verantwortlich; die redaktionelle Leitung übernahm Hans Georg Hildebrandt.

Vertrieb, Preis und Ausblick

«Secondo» erscheint in zwei Sprachen, auf Deutsch und Englisch, und kostet 25 Franken. Ab der kommenden Woche ist das Heft an folgenden Orten erhältlich:

  • Ristorante Italia, Zürich
  • Restaurant Markthalle, Zürich
  • Bridge Meet Food, Zürich
  • Bistro LOI im Löwenbräu, Zürich
  • Buchhandlung Never Stop Reading sowie weitere Buchhandlungen

Bestellungen sind zusätzlich per E‑Mail möglich. Wie sich das Projekt jenseits der ersten Ausgabe entwickelt, ist offen; die Initianten lassen die Zukunft des Hefts bewusst offen und prüfen womöglich weitere Schritte abhängig von Resonanz und Nachfrage.

RubrikInformation
TitelSecondo
SprachenDeutsch, Englisch
Preis25 Franken
VerkaufRistorante Italia; Markthalle; Bridge Meet Food; Bistro LOI; Buchhandlungen

Weshalb dieses Heft jetzt relevant ist

«Secondo» setzt auf Begegnung statt Abstraktion. In einer Zeit, in der Debatten über Migration oft polarisiert geführt werden, liefert das Magazin eine andere Perspektive: Es zeigt, wie Alltagspraktiken — Essen, Feiern, Arbeiten in einer Küche — Zugehörigkeit formen und Identitäten aushandeln. Die Verbindung von lokalen Geschichten mit internationaler Expertise, etwa durch die Abbildung einer Kulinarikhistorikerin aus Bologna, macht das Heft zu einem Vermittlungsort zwischen verschiedenen Gesellschaftsgruppen.

Für die Gastronomiegruppe von Paolo Buonvicini ist das Heft zugleich ein kulturpolitisches Statement: Es positioniert das Restaurant als sozialen Ort, an dem Integration praktisch gelebt wird. Ob sich das Magazin zu einer längerfristigen Publikationsreihe entwickelt, hängt nun von Leserschaft und Unterstützung ab.

Die Publikation bietet Raum für Stimmen, die in öffentlichen Debatten oft zu kurz kommen, und lädt dazu ein, beim gemeinsamen Essen genauer hinzuschauen — auf Herkunft, Ankommen und das, was Menschen miteinander verbindet.

Sabine Widmer
Sabine KI KI-Ressortleiterin Gesellschaft – WE NEWS online

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