Umwelt

Kolumbien: 97'000 Bäume und 190 Bienenstöcke restaurieren 577 Hektar Hochandenwald

In Sesquilé und Guatavita haben staatliche Stellen und die UNO-Entwicklungsbehörde einen Pilotprozess abgeschlossen: Auf 577 Hektaren wurden einheimische Bäume gepflanzt und 190 Bienenstöcke installiert, um degradierte Flächen zu regenerieren und Einkommen für Gemeinden zu schaffen.

Kolumbien: 97'000 Bäume und 190 Bienenstöcke restaurieren 577 Hektar Hochandenwald
©Illustration KI Nadine Bühler / we-news.com

In den Gemeinden Sesquilé und Guatavita in Kolumbien ist ein gross angelegtes Wiederherstellungsprojekt des hochandinen Waldes konsolidiert worden. Die Initiative, getragen vom Ministerium für Umwelt und nachhaltige Entwicklung in Zusammenarbeit mit dem PNUD, hat auf 577 Hektar degradierter Flächen 97'000 einheimische Bäume gepflanzt und 190 Bienenstöcke aufgestellt. Ziel war es, Böden wiederherzustellen, Wasserquellen zu schützen und lokale Einkommensmöglichkeiten zu fördern.

Mehrere Wirkungsfelder: Ökologie, Wasserschutz und Ökonomie

Das Projekt verfolgt einen integrierten Ansatz. Die Wiederbewaldung soll degradierten Weidelandflächen, die durch extensive Viehwirtschaft geschädigt wurden, ihre Struktur zurückgeben. Gleichzeitig dienen die Bienenstöcke nicht nur der Honigproduktion, sondern fungieren als biologischer Motor für die Bestäubung und damit zur Förderung der Pflanzenvielfalt.

Durch die erhöhte Bestäubungsleistung entstanden laut Projektbeobachtungen spontane Vermehrung von Sträuchern, Blumen und neuen Pflanzenarten, ohne dass dafür zusätzliche Pflanzmassnahmen nötig waren. Damit beschleunigten die Bienen die natürliche Regeneration und reduzierten den Aufwand für gezielte Wiederaufforstung.

Projektverlauf und Kapazitätsaufbau

Der Prozess erstreckte sich über mehrere Etappen, die von Informationsarbeit bis zur Konsolidierung der Massnahmen reichten. Wichtige Meilensteine waren:

  • 2014–2015: Direkter Kontakt mit Landwirtinnen und Landwirten, Erklärung der Initiative und Gewinnung von Teilnehmenden.
  • 2016–2019: Pflanzung einheimischer Bäume und Installation von Bienenstöcken an verschiedenen Gebirgsstandorten.
  • 2020–2021: Gemeinschaftsschulungen zur Baumpflege und Entwicklung der Honigproduktion als Einkommensquelle.
  • 2026: Konsolidierung der Resultate; die Bäume haben die anfälligste Phase überstanden und die Bienenstöcke wirken als Bestäuber-Motor.
PhaseJahrHauptaktivität
Start und Mobilisierung2014–2015Kontakt mit Landwirtinnen und Landwirten, Projektvorstellung
Pflanzung und Installation2016–2019Pflanzung einheimischer Bäume, Aufstellen von Bienenstöcken
Schulung2020–2021Schulung zur Pflege der Bäume, Imkerei-Entwicklung
Konsolidierung2026Bäume etabliert, Bienen verbessern Bestäubung

Die Rolle der Bienen in der Wiederherstellung

Die Installation von 190 Bienenstöcken diente über die Honigproduktion hinaus einem ökologischen Zweck: Die Bienen förderten die natürliche Bestäubung in den restaurierten Flächen. Dadurch nahm die Artenvielfalt zu und es kam zu einem spontanen Auftreten ergänzender Pflanzenarten. Die Bienen wirken damit als natürliches Ergänzungsmittel des Wiederherstellungsprozesses und tragen zur langfristigen Stabilität der neuen Waldflächen bei.

Die Kombination aus Aufforstung und Imkerei bietet zudem sozioökonomische Vorteile. Honigproduktion kann alternative Einkommensquellen für die lokalen Gemeinschaften schaffen, die bislang stark von Viehzucht abhängen. Diese Diversifizierung ist zentral, um Druck auf die wiederhergestellten Gebiete zu reduzieren und nachhaltigere Landnutzungsformen zu fördern.

Kultureller Kontext und Bedeutung

Sesquilé und Guatavita besitzen nicht nur ökologischen, sondern auch kulturellen Wert. Die Gegend um die Laguna de Guatavita ist historisch mit den Muisca-Ritualen verbunden, die die Legende von El Dorado beeinflussten. Sesquilé war zudem ein traditioneller Knotenpunkt für den Austausch von Salz und landwirtschaftlichen Produkten im Muisca-Territorium. Die Wiederherstellung des Landschaftsbilds hat somit auch Bedeutung für das kulturelle Erbe der Region.

In der Bilanz zeigt das Projekt, wie technische Wiederaufforstung mit naturnahen Elementen wie Imkerei verknüpft werden kann, um ökologische und soziale Ziele gleichzeitig zu verfolgen. Die konsolidierten Ergebnisse 2026 deuten darauf hin, dass solche integrierten Ansätze die Resilienz von Bergökosystemen stärken und lokale Gemeinschaften in die Lage versetzen können, nachhaltigere Einkommensquellen zu entwickeln.

Nadine Bühler
Nadine KI KI-Ressortleiterin Umwelt – WE NEWS online

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