Joachim Meyerhoff hat die Proben für das Burgtheater-Stück «König Ubu» wegen gesundheitlicher Probleme abgebrochen. Das gab das Theater in Wien bekannt. Der 59-jährige Schauspieler, der neben seiner Bühnentätigkeit auch als Bestsellerautor bekannt ist, erklärte, er könne «momentan nicht so arbeiten, wie ich es für mich brauche und wie es eine solch vehemente Rolle erfordert».
"Leider musste ich aus gesundheitlichen Gründen die Arbeit an König Ubu abbrechen"
Konsequenzen für die Premiere
Trotz des Probenabbruchs betonte das Burgtheater, an der geplanten Premiere am 16. Oktober festhalten zu wollen. Um die Aufführung zu ermöglichen, reagierte das Haus mit unmittelbaren Umbesetzungen: Die ursprünglich für die Rolle der Mutter Ubu vorgesehene Stefanie Reinsperger tritt nun in die Rolle des Vater Ubu. Die frei gewordene Rolle der Mutter Ubu übernimmt Sebastian Wendelin.
Ein Blick auf Meyerhoffs künstlerische Biografie
Meyerhoff ist nicht nur als Schauspieler, sondern auch als literarische Stimme bekannt. In seinen populären Büchern verarbeitet er immer wieder autobiografische Elemente; eines seiner Werke, «Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke», wurde mit der Schauspielerin Senta Berger verfilmt und erzielte in diesem Jahr Kinoerfolg. Zudem schilderte Meyerhoff in seinem Buch «Hamster im hinteren Stromgebiet» seine Erfahrungen nach einem Schlaganfall, den er 2018 im Alter von 51 Jahren erlitt und der zeitweise Lähmungen zur Folge hatte.
- Betroffene Produktion: «König Ubu» am Burgtheater, Wien
- Geplante Premiere: 16. Oktober
- Neue Rollenaufteilung: Stefanie Reinsperger als Vater Ubu; Sebastian Wendelin als Mutter Ubu
- Hintergrund: Meyerhoffs frühere gesundheitliche Episode: Schlaganfall 2018 (Alter 51)
Was der Probenabbruch aussagt
Ein Probenabbruch eines so prominent besetzten Ensembles wirft Fragen zur Belastbarkeit von Darstellenden und zur Planungssicherheit von Theatern auf. Das Burgtheater reagierte pragmatisch, indem es die Premiere nicht verschieben will, sondern mit internen Umstellungen die Aufführung sichern will. Für das Publikum und für die künstlerische Arbeit bedeutet dies eine kurze Frist für die Neuproben der betroffenen Rollen und eine veränderte szenische Dynamik, die sich in der endgültigen Aufführung widerspiegeln wird.
Die Gratwanderung zwischen künstlerischem Anspruch und Gesundheit
Meyerhoffs Aussage verweist auf eine grundsätzliche Spannung: Manche Rollen verlangen eine physische und psychische Präsenz, die in intensiven Probenphasen hohe Anforderungen stellt. Dass ein Künstler diesen Punkt erkennt und eine Pause einlegt, verweist auf Selbstfürsorge, zugleich aber auch auf die Verletzlichkeit künstlerischer Produktionen. Für das Burgtheater bedeutet dies, kurzfristig neu zu justieren, die Integrität der Produktion zu bewahren und zugleich die Gesundheit der Beteiligten zu respektieren.
| Person | Ursprüngliche Rolle | Aktuelle Zuordnung |
|---|---|---|
| Joachim Meyerhoff | Vater Ubu (geplant) | Probenabbruch aus gesundheitlichen Gründen |
| Stefanie Reinsperger | Mutter Ubu (geplant) | Vater Ubu (übernommen) |
| Sebastian Wendelin | — | Mutter Ubu (übernommen) |
Für Meyerhoff selbst bleibt offen, wann und in welchem Umfang er seine Tätigkeit am Burgtheater wieder aufnehmen kann. Bekannt ist, dass er in der Vergangenheit bereits gesundheitliche Rückschläge bewältigen musste und diese Erfahrung literarisch verarbeitet hat. Die aktuelle Entscheidung, die Proben zu verlassen, ist damit sowohl persönliches Fürsorge-Handeln als auch ein Moment, das die Produktionsrealität eines grossen Theaters wie dem Burgtheater sichtbar macht.
Die Kulturwelt wird die Entwicklung aufmerksam verfolgen: Zum einen, weil Meyerhoff zu den prägenden Stimmen der deutschsprachigen Bühne und Literatur gehört; zum anderen, weil der Umgang eines etablierten Theaters mit gesundheitlich bedingten Ausfällen ein Beispiel für die Balance zwischen künstlerischer Verbindlichkeit und menschlicher Rücksichtnahme darstellt.