Bei geplanten Altlasten-Sondierungen im Neuköllner Schifffahrtskanal in Berlin ist am Mittwoch eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Die Polizei richtete einen Sperrkreis mit einem Radius von 500 Metern ein. Betroffen waren nach Polizeiangaben rund 5'600 Haushalte. Die Evakuierung zog sich länger hin als erwartet und war erst am späten Abend abgeschlossen.
Organisation des Einsatzes
Die Bombe wurde gegen 10.40 Uhr auf dem Grund des Kanals zwischen der Teupitzer und der Treptower Strasse entdeckt. Wegen der unmittelbaren Nähe zur belebten Sonnenallee und diversen Einrichtungen verlief die Evakuierung aufwendig. Polizeisprecher Florian Nath teilte der Deutschen Presse-Agentur mit:
„Hier sind keine weiteren Personen mehr im 500-Meter-Sperrkreis. Der gesamte Radius ist jetzt frei von Personen.“
Die Einsatzleitung setzte laut Angaben rund 200 Polizeikräfte ein. Beamte klingelten systematisch an vielen Türen, um Bewohnerinnen und Bewohner zu informieren und das Gebiet zu räumen.
Besondere Herausforderungen im Sperrkreis
Die Evakuierungsarbeiten dauerten deutlich länger, weil sich im Sperrkreis mehrere besonders schutzbedürftige Einrichtungen befinden. Dazu gehören ein Seniorenheim, eine Obdachlosenunterkunft und eine Kita. Für das Seniorenheim wurde eine Sonderregelung getroffen: Die Bewohnerinnen und Bewohner mussten das Haus nicht verlassen, sollten sich aber nur im Innern aufhalten und nicht an Fenster und Türe treten. Polizeisprecher Martin Halweg erklärte dazu, dass man mit dem Heim «abgemacht» habe, die Bewohner im Haus zu belassen.
- Fundort: Neuköllner Schifffahrtskanal, zwischen Teupitzer und Treptower Strasse
- Entdeckungszeit: ca. 10.40 Uhr
- Sperrkreis: 500 Meter Radius
- Betroffene Haushalte: rund 5'600
- Einsatzstärke: rund 200 Polizeikräfte
Auswirkungen auf Verkehr und Alltag
Der Fund führte zu spürbaren Verkehrsbehinderungen. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) teilten mit, dass mehrere Buslinien umgeleitet wurden, namentlich die Linien M43, 171 und 166. Die unmittelbar betroffene Sonnenallee liegt nur wenige Querstrassen vom Fundort entfernt, was die Lage zusätzlich verkomplizierte.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Sperrkreis | 500 Meter |
| Haushalte betroffen | rund 5'600 |
| Polizeikräfte | rund 200 |
| Fundzeit | ca. 10.40 Uhr |
Die Evakuierung gestaltete sich aufwendig, nicht zuletzt wegen der Notwendigkeit, Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf gesondert zu versorgen. Der Einsatz zeigte einmal mehr, wie sehr Überreste des Zweiten Weltkriegs noch heute den städtischen Alltag in Deutschland beeinträchtigen können.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung wurde die Lage als «frei von Personen» im Sperrkreis gemeldet. Über den weiteren Ablauf der Entschärfung oder einen genauen Zeitplan für die Freigabe des Gebiets gab die Polizei keine weiteren Details bekannt.
Die massiven Einschränkungen für tausende Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Verkehrsumbauten dürften auch in den kommenden Stunden noch spürbar bleiben, bis Entschärfungs- und Aufräumarbeiten abgeschlossen sind.