Im Parlament geht es um Millionen, die direkt die Wohnqualität in Emmen betreffen. Die Armeebotschaft 2026 sieht bisher 30 Millionen Franken für Schallschutz rund um die Militärflugplätze vor. Das entspricht laut Kritik zu wenig, weil der kommende F-35-Kampfjet lauter sein kann als die bisherigen Flugzeuge. Eine Motion von Nationalrätin Priska Seiler Graf (SP) verlangt eine Aufstockung auf 88 Millionen Franken, damit der Lärmschutz deutlich ausgeweitet werden kann.
Was würde mit mehr Geld möglich
Der Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen hat bereits skizziert, wie zusätzliche Mittel eingesetzt werden könnten. Zwei zentrale Punkte stehen dabei im Vordergrund:
- Ersetzen bereits verbaute Schallschutzfenster durch neue Modelle, die höheren Lärmbelastungen besser begegnen.
- Ausdehnung des Schallschutz-Perimeters, also mehr Gebäude in den Genuss von Schallschutzmassnahmen zu bringen.
Aktuell plant das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), neue Schutzfenster nur in Bereichen mit Lärm über 65 dB(A) zu installieren. Zur Einordnung: ein lebhaftes Restaurant liegt in etwa bei diesem Pegel, eine normale Unterhaltung aus einem Meter bei rund 60 dB(A).
Die Situation in Emmen
Für Emmen ist entscheidend, welche Perimeter das VBS letztlich anerkennt. Der Schutzverband weist darauf hin, dass die budgetierten 30 Mio. Fr. auf einer summarischen Ermittlung des Sanierungsbedarfs beruhen. Die definitive Festlegung der betroffenen Gebäude stehe noch aus, schreibt Peter Lerch, Präsident des Schutzverbands, auf Anfrage von zentralplus.
«Die definitive Klärung stehe noch aus.» — Peter Lerch, Präsident Schutzverband der Bevölkerung um den Flugplatz Emmen
Lerch weist zudem darauf hin, dass mehrere Einsprachen hängig seien. Zu den Forderungen gehöre, Gebäude aufzunehmen, die knapp ausserhalb der 65-dB(A)-Kurve liegen. Im Mitwirkungsverfahren habe das VBS bereits vereinzelt Arrondierungen vorgenommen, teilweise bis zur 63 dB(A)-Kurve.
| Schallpegel (dB(A)) | Geplante Massnahme VBS |
|---|---|
| > 65 | Installation neuer Schallschutzfenster (VBS-Plan) |
| 60–65 | Geforderte Erweiterung des Perimeters durch Motion |
| ~63 | Bereiche, in denen Arrondierungen im Mitwirkungsverfahren vorgenommen wurden |
Konsequenzen für die Anwohnerinnen und Anwohner
Für Bewohnerinnen und Bewohner in Emmen geht es nicht nur um Technik, sondern um konkrete Lebensqualität: Fensterersatz bedeutet weniger Lärm in Wohnungen, die Ausdehnung des Perimeters bringt mehr Haushalte in den Anspruch auf Schutzmassnahmen. Gleichzeitig bleibt unklar, wie viele Gebäude schliesslich tatsächlich Anspruch auf Unterstützung haben werden und wie rasch Umsetzungen erfolgen.
Die parlamentarische Debatte über die Armeebotschaft 2026 entscheidet, ob der Bund die Mittel auf 88 Mio. Fr. aufstockt oder beim geplanten Betrag von 30 Mio. Fr. bleibt. Ein höheres Budget würde es erlauben, die Schutzmassnahmen grossflächiger anzusetzen und bestehende Unklarheiten zu adressieren. Bleibt es beim kleineren Betrag, könnten Gebäude, die knapp ausserhalb der 65-dB(A)-Linie liegen, von finanziellen Unterstützungen ausgeschlossen bleiben.
Für Emmen bleibt die Lage deshalb aufmerksam zu verfolgen: Die Entscheidungen im Bundesparlament bestimmen, wie stark der Lärmschutz rund um den Militärflugplatz tatsächlich ausgebaut wird und welche finanziellen Mittel dafür zur Verfügung stehen.