Der Deutsche Wandertag ist am Sonntagabend im erzgebirgischen Oberwiesenthal mit einer Abschlussfeier auf der Freilichtbühne zu Ende gegangen. Nach drei Tagen mit Touren beiderseits der deutsch-tschechischen Grenze erlebten die Teilnehmenden einen Festumzug, eine Bergparade und eine Feuershow zum Finale. Trotz teils schlechten Wetters mit Wind und Regen blieben viele Wanderinnen und Wanderer aktiv.
Festumzug und Bergparade als Höhepunkte
Zum Höhepunkt des Finaltages zählte ein grenzüberschreitender Festumzug vom tschechischen Bozi Dar (Gottesgab) nach Oberwiesenthal, für den sich 1300 Personen angemeldet hatten. Am Zielplatz folgte eine traditionelle Bergparade mit rund 800 Trachtenträgern und Bergmusikern. Der Deutsche Wanderverband betonte, dass Vereine, Fahnen, Musik und unterschiedliche Traditionen gemeinsam ein Bild der europäischen Wanderbewegung gebildet hätten.
«Wandern endet nicht an einer Grenze», sagte der neu gewählte Verbandspräsident Dirk Landau.
Eurorando und regionale Themen
Der diesjährige Deutsche Wandertag fiel zusammen mit dem europäischen Wanderfest Eurorando, das bereits eine Woche zuvor in der Region gestartet war. Angeboten wurden zahlreiche Touren rund um den Fichtelberg und den benachbarten Keilberg (Klinovec). Thematisch spielten auch die Bergbaugeschichte und die Bedeutung der Region als Unesco-Welterbe eine Rolle: Die Montanregion Erzgebirge/Krusnohori stand in vielen Touren und Veranstaltungen im Mittelpunkt.
Politik, Tourismus und lokale Beteiligung
Zur Abschlussfeier hatte sich auch Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch (CDU) angekündigt. In einer Mitteilung hob sie hervor, dass mit Eurorando und dem Deutschen Wandertag Sachsen zum Treffpunkt der Wanderbewegung in Deutschland und Europa geworden sei. Die Veranstalter und die Region profitierten von den Besuchern, die Tausende Aktivitäten und Touren in Anspruch genommen hätten.
- Teilnehmende Festumzug: 1300
- Bergparade: rund 800 Trachtenträger und Bergmusiker
- Dauer der Veranstaltung: drei Tage (plus Beginn von Eurorando bereits eine Woche zuvor)
| Event | Zahl |
|---|---|
| Festumzug | 1300 |
| Bergparade | 800 |
Wirkung und Ausblick
Die Kombination aus lokalem Brauchtum, sportlicher Aktivität und internationaler Vernetzung zeigt, wie Wandern als Kulturgut gepflegt wird. Für die Region bedeutet das nicht nur direkte touristische Einnahmen, sondern auch eine erhöhte Wahrnehmung als Erholungs- und Kulturraum. Dass Teilnehmende trotz Wind und Regen auf Touren gingen, unterstreicht die Anziehungskraft der Landschaft rund um Fichtelberg und Keilberg.
Für Wanderinnen und Wanderer sowie Veranstalter bleibt die Frage, wie sich solche Grossanlässe künftig nachhaltiger gestalten lassen — etwa bei Anreise, Infrastruktur und dem Schutz sensibler Natur- und Kulturlandschaften. Die organisatorische Zusammenarbeit über die Grenze hinweg kann als Modell dienen, wie regionale Akteure gemeinsam Angebote entwickeln und bewerben.
Insgesamt zeigte das Ereignis, wie vielfältig die Wanderbewegung in Europa ist: Traditionen und moderne Tourismusangebote liessen sich verbinden, Vereine und Einzelgäste trafen zusammen, und die Montanregion Erzgebirge/Krusnohori rückte als historischer und naturräumlicher Schauplatz in den Fokus.