Neues Wohnquartier für verschiedene Generationen
Auf dem ehemaligen Klinikareal in Davos Valbella ist ein neues Wohnquartier mit rund 150 Erstwohnungen geplant. Die Immobiliendienstleisterin HRS Real Estate AG hat am Donnerstag die Baueingabe bei der Gemeinde Davos eingereicht. Vorgesehen sind unterschiedliche Wohnformen, die sich an verschiedene Lebenssituationen und Generationen richten: von preisgünstigen Mietwohnungen über Eigentumswohnungen und Single-Appartements bis hin zu Familien-Reihenhäusern.
Das Areal liegt direkt am Waldrand und ist rund 700 Meter vom Bahnhof Davos Dorf entfernt. Neben Wohnraum sieht das Projekt auch Angebote zur Förderung des gemeinschaftlichen Lebens vor: Ein Gemeinschaftsgebäude und ein Quartierplatz sollen Raum für Begegnungen und vielfältige Nutzungen schaffen. Zudem ist ein direkter Zugang zum angrenzenden Wandergebiet geplant.
Ab dem 28. September werden die Bauvisiere aufgestellt.
Abstimmung und Zeitplan
Die Davoser Stimmbevölkerung hatte dem Projekt bereits im Februar 2025 mit einem deutlichen Ja-Stimmenanteil von 82,2 Prozent zugestimmt. Mit dem Einreichen der Baueingabe tritt das Projekt nun in die formelle Bewilligungsphase ein. Gemäss den Angaben von HRS sind folgende Zwischenschritte vorgesehen:
- 28. September 2026: Aufstellung der Bauvisiere
- 2. Oktober 2026: Beginn der öffentlichen Auflage
- 2027: Geplanter Beginn des Abbruchs der ehemaligen Höhenklinik (bereits bewilligt)
- 2028: Geplanter Baustart für die Neubauten
| Etappe | Datum / Zeitpunkt |
|---|---|
| Bauvisiere | Ab 28. September 2026 |
| Öffentliche Auflage | Ab 2. Oktober 2026 |
| Abbruch der Klinik | Geplant 2027 (bewilligt) |
| Baustart Neubauten | Geplant 2028 |
Einbindung der Gemeinde und Nachbarschaft
HRS betont, dass das Projekt über mehrere Jahre in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Davos entwickelt worden sei. Rückmeldungen aus Informationsveranstaltungen und der öffentlichen Mitwirkung seien in die Planung eingeflossen. Wegen der Lage am Waldrand seien Landschaftsbezug, Fernwirkung und Fassadengestaltung zudem in einem unabhängigen Gutachterverfahren geprüft und weiterentwickelt worden.
Die Planungsabsicht, nicht nur Wohnungen, sondern auch gemeinschaftliche Räume anzubieten, zielt darauf ab, die bestehende Nachbarschaft einzubeziehen. So sind unter anderem ein Quartierplatz und die Möglichkeit für einen Quartiertreff Bestandteil der Pläne. Für Bewohnerinnen und Bewohner in Valbella und Davos ist damit nicht nur eine Zunahme von Wohnraum, sondern auch eine Veränderung der Alltagsinfrastruktur zu erwarten: Wegebeziehungen, Freizeitangebote am Waldrand und Begegnungsorte könnten sich entwickeln.
Folgen für Davos
Die Schaffung von 150 Erstwohnungen für Einheimische entspricht einem der dringenden Anliegen in vielen Gemeinden: bezahlbarer Wohnraum für unterschiedliche Alters- und Einkommensgruppen. In Davos, wo die Nachfrage nach Wohnungen in den Tälern hoch ist, kann ein solches Projekt zur Entspannung des lokalen Wohnungsmarktes beitragen, vorausgesetzt, die geplanten günstigen Mietanteile und die Vielfalt der Wohnformen werden umgesetzt.
Gleichzeitig bringen Bauphasen Verkehrsbewegungen, Baustellenlogistik und temporäre Einschränkungen mit sich. Die öffentliche Auflage bietet der Bevölkerung die Gelegenheit, das eingereichte Gesuch und die dazugehörigen Unterlagen einzusehen und gegebenenfalls Einsprachen zu prüfen. Die Gemeinde wird den weiteren Prozess begleiten und die Bewilligungen erteilen, die für den Start des Abbruchs und der anschliessenden Neubauarbeiten erforderlich sind.
Mit der Baueingabe ist ein weiterer konkreter Schritt zur Umnutzung eines lang brachliegenden Areals gemacht. Ob das neue Quartier schliesslich die Bedürfnisse der verschiedenen Generationen und die Erwartungen der Davoserinnen und Davoser erfüllt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen, wenn Abbruch und Bau sichtbar werden und das neue Wohnviertel erste Bewohnerinnen und Bewohner aufnimmt.