Die Ärztekammer Berlin und der AOK-Bundesverband schreiben den Berliner Gesundheitspreis 2027 unter dem Motto «Gesundheit braucht Hitzeschutz» aus. Gesucht werden erprobte, praxistaugliche Projekte, die durch gezielte Hitzeschutzmassnahmen gesundheitliche Risiken verringern. Die Auszeichnung ist mit 50'000 Euro dotiert. Bewerbungen sind ab sofort bis zum 18. Oktober 2026 möglich.
Hitzebelastung als wachsendes Gesundheitsrisiko
Laut den Initianten beschleunigt sich der Klimawandel, wodurch häufiger und intensiver auftretende Hitzewellen wahrscheinlicher werden. Hohe Temperaturen belasten sowohl den Körper als auch die Psyche und können bestehende Erkrankungen verschlimmern. Das Robert Koch-Institut habe allein im Sommer 2026 bis Mitte August rund 15'800 hitzebedingte Todesfälle verzeichnet, heisst es in den Unterlagen. Mehr Hitze bedeute zudem eine erhöhte Belastung für das Gesundheitssystem: Mehr Krankschreibungen, mehr Notrufe und mehr Hospitalisationen seien zu erwarten.
Besonders gefährdete Gruppen
Die Initianten betonen, dass nicht alle Bevölkerungsgruppen gleich stark betroffen sind. Aus Sicht des AOK-Bundesverbandes leiden insbesondere folgende Gruppen unter den Folgen extremer Hitze:
- Ältere Menschen
- Schwangere
- Kinder
- Chronisch Kranke
- Menschen, die im Freien arbeiten oder Sport treiben
In einer Stellungnahme wird darauf hingewiesen, dass ein wirksamer Hitzeschutz eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei und auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen müsse. PD Dr. med. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin, betont, dass Ärztinnen und Ärzte zunehmender mit den Folgen extremer Hitze konfrontiert seien und ein wirksamer Hitzeschutz Leben retten könne.
"Extreme Hitze ist ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko, dessen negative Auswirkungen uns Ärztinnen und Ärzten immer häufiger begegnen. Ein wirksamer Hitzeschutz ist aktiver Gesundheitsschutz und kann Leben retten."
Ziele des Preises und erwartete Projekte
Mit dem Berliner Gesundheitspreis 2027 wollen die Veranstalter konkrete, praxistaugliche Lösungen auszeichnen, die bereits erprobt sind oder sich in der Umsetzung bewährt haben. Gesucht werden Konzepte, die sich gezielt an besonders gefährdete Personen richten oder auf kommunaler Ebene Schutz bieten. Beispiele für relevante Ansätze könnten gezielte Aufklärungsprogramme, hitzeangepasste Betreuungskonzepte in Pflegeeinrichtungen, städtische Schattenspender oder mobile Hilfsangebote für vulnerable Gruppen sein.
Konsequenzen für das Gesundheitssystem und die Politik
Die derzeitigen Daten legen nahe, dass Deutschland auf zunehmende Hitzeereignisse noch nicht ausreichend vorbereitet ist. Fehlende praxisnahe Konzepte zeigen sich laut den Initianten in vielen Regionen. Für das Gesundheitssystem bedeutet dies nicht nur eine kurzfristige Mehrbelastung, sondern auch einen langfristigen Anpassungsbedarf: von der Prävention über die Notfallversorgung bis zur Versorgung chronisch Kranker in sommerlichen Extremperioden.
Vor diesem Hintergrund hat die Ausschreibung des Berliner Gesundheitspreises auch eine politische Dimension: Sie soll erfolgreiche, skalierbare Modelle sichtbar machen und als Anregung für andere Kommunen und Leistungserbringer dienen. Die Organisatoren sehen in der Preisvergabe ein Instrument, um Best-Practice-Lösungen zu verbreiten und damit die Resilienz des Gesundheitswesens gegenüber Hitzewellen zu stärken.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Dotation | 50'000 Euro |
| Bewerbungsfrist | 18. Oktober 2026 |
| Hitzetote Sommer 2026 (bis Mitte August) | ~15'800 |
Was jetzt wichtig ist
- Praktische, lokal umsetzbare Hitzeschutzmassnahmen fördern, die vulnerable Gruppen gezielt schützen.
- Best-Practice-Beispiele verbreiten, damit erfolgreiche Konzepte skaliert werden können.
- Politik und Gesundheitswesen für die langfristigen Auswirkungen extremer Hitze sensibilisieren und Ressourcen für Prävention und Versorgung bereitstellen.
Der Berliner Gesundheitspreis will genau solche Massnahmen sichtbar machen und fördern. Für Projektträger bietet die Ausschreibung eine Möglichkeit, erprobte Lösungen einem breiteren Publikum vorzustellen und damit zur Minderung hitzebedingter Schäden beizutragen.