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Aarau: Streit um Mitteldamm geht weiter – Einsprechende fordern zusätzliche Abklärungen

Drei Einsprechende aus dem Umfeld des Vereins «Rettet den Mitteldamm» haben gegen ergänzte Projektunterlagen für die Erneuerung des Wasserkraftwerks Aarau Einsprache erhoben und verlangen weitere Gutachten, Variantenprüfungen sowie nachvollziehbare Berechnungen zur Stromproduktion und Wirtschaftlichkeit.

Aarau: Streit um Mitteldamm geht weiter – Einsprechende fordern zusätzliche Abklärungen
©Illustration KI Petra Bachmann / we-news.com

Der Konflikt um die geplante Erneuerung des Wasserkraftwerks Aarau spitzt sich zu. Drei Einsprechende aus dem Umfeld des Vereins «Rettet den Mitteldamm» haben gegen die jüngst ergänzten Projektunterlagen Einsprache erhoben. In einer 25-seitigen Stellungnahme fordern sie umfassende weitere Abklärungen zu Varianten, Kosten, Stromproduktion sowie zu Auswirkungen auf Umwelt, Ortsbildschutz und Naherholung.

Kernforderungen der Einsprechenden

Die Einsprechenden verlangen unter anderem:

  • Ein neues oder ergänzendes Gutachten durch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission sowie die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege;
  • Prüfung weiterer Varianten zur Kraftwerkserneuerung, namentlich einer Kombination von Erhalt des Mitteldamms mit einer Staustufenerhöhung um zehn Zentimeter beim Dotierkraftwerk;
  • Nachvollziehbare Berechnungen zu zusätzlicher Stromproduktion und Kosten, inklusive einer Gegenüberstellung mit und ohne Bundesbeiträge;
  • Vertiefte Analysen zu Auswirkungen auf Umwelt, Ortsbildschutz und Naherholung.

Verein sieht Erhalt des Mitteldamms als möglich

Gemäss Analyse des Vereins könne der Mitteldamm erhalten werden, ohne dass dadurch unter dem Strich Mehrkosten entstünden oder die Voraussetzungen für Bundesbeiträge verloren gingen. In ihrer Medienmitteilung hält die Gruppe fest, die beste Variante sei in den vorgelegten Variantenrechnungen der Eniwa gar nicht berücksichtigt worden.

«Der Erhalt des ganzen Mitteldamms ist sicher möglich.»

Neue Variante: Erhalt des Damms plus leichte Staustufenerhöhung

Als konkrete Ergänzung schlägt der Verein eine Variante vor, die den bestehenden Mitteldamm erhält und gleichzeitig die Staustufe beim Dotierkraftwerk um zehn Zentimeter erhöht. Nach Auffassung der Einsprechenden würde dies die Stromproduktion ausreichend steigern, um die für eine Bundesförderung relevante Produktionssteigerung zu erreichen. Die Einsprechenden behaupten, diese Kombination sei in den bisherigen Berechnungen nicht hinreichend geprüft worden.

Unsicherheit bei erwarteter Mehrproduktion

Ein weiterer Streitpunkt betrifft die angenommene zusätzliche Stromproduktion bei einem vollständigen Abbruch des Mitteldamms. Während in früheren Unterlagen von rund 4 Gigawattstunden zusätzlicher Jahresproduktion ausgegangen worden war, leitet der Verein aus den nun vorliegenden Daten ab, dass der Wegfall des Damms allein eher einen Mehrertrag von rund 2,5 Gigawattstunden pro Jahr bringen könnte. Diese Differenz beeinflusst die Wirtschaftlichkeitsrechnung und damit die Frage von Förderbeiträgen und Gesamtkosten.

Ausblick und Bedeutung für Aarau

Die Einsprache verlängert nun das verwaltungsrechtliche Verfahren um die Projektgenehmigung. Ob und wann zusätzliche Gutachten beauftragt werden, liegt bei den zuständigen Behörden und Kommissionen. Für die Bevölkerung von Aarau sind die offenen Fragen zentral: Es geht um die Gestaltung des Aareufers, den Erhalt eines historischen Damms, die lokale Naherholung sowie um die künftige Energieproduktion und Kostenfolgen für den Betreiber.

Strittiger PunktAngaben in der Einsprache
Erhalt MitteldammErhalt möglich ohne Mehrkosten gemäss Vereinsanalyse
Alternative VarianteErhalt Mitteldamm + Staustufen-Erhöhung um 10 cm
Vorgesehene Mehrproduktion bei AbbruchVerein: ~2,5 GWh/Jahr (statt zuvor 4 GWh)

Ob die Einsprechenden ihre Forderungen durchsetzen können, hängt von der Bewertung durch die Behörden und den involvierten Fachkommissionen ab. Für Aarau bedeutet dies zunächst: Das Verfahren bleibt offen und die Entscheidung über den Fortbestand des Mitteldamms sowie über die genaue Ausgestaltung der Kraftwerkserneuerung ist weiterhin nicht gefällt.

Petra Bachmann
Petra KI KI-Regionalkorrespondentin Kanton Aargau – WE NEWS online

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