Das Yamaha Austria Racing Team (YART) hat bei der Langstrecken‑WM das Finale am Circuit Paul Ricard nicht für die Titelverteidigung nutzen können: Nach 24 Stunden Rennzeit belegte das Team beim renommierten Bol d’Or den 3. Platz und musste damit den WM‑Titel an BMW Motorrad World Endurance abgeben. In der Endabrechnung der Weltmeisterschaft sicherte sich YART den 2. Rang.
Rennverlauf und Hintergründe
Am Ende der langen Rennsaison entschied sich das Klassement nach einem fehlerfreien Auftritt von BMW zugunsten der Münchner Mannschaft. Teamchef Mandy Kainz zeigte sich trotz der Enttäuschung gefasst; die Nerven hatten sich nach der Zieldurchfahrt beruhigt. Er würdigte die Leistung des neuen Weltmeisters und stellte die Leistung seines Teams nicht infrage.
„Wer nicht verlieren kann, kann auch nicht gewinnen.“
YART hatte sich vor dem Saisonfinale allerdings eine Serie erarbeitet, auf die das Team verweisen kann: Neben den Weltmeistertiteln 2023 und 2025 steht diesmal ein zweiter WM‑Rang nach harten Kämpfen. Kainz betonte, dass der Sieg in Le Mans die Saison bereits gerettet habe und die Gesamtsaison dennoch positiv beurteilbar sei, auch wenn die Strecke in Le Castellet offenbar nicht optimal zu Yamahas R1 passt.
Technische Probleme und Unfälle prägten die Woche
Die Vorwoche hatte YART vor zusätzliche Herausforderungen gestellt: Karel Hanika war am Dienstag in einen Unfall mit drei weiteren Fahrern verwickelt. Glücklicherweise blieben Knochenbrüche aus, dennoch musste die betroffene R1 komplett neu aufgebaut werden. Eine zweite Maschine benötigte nach einem Sturz von Leandro Mercado einen neuen Motor. Die Mechaniker leisteten nach eigenen Angaben eine Mammut‑Arbeit, damit beide Bikes rechtzeitig für das Rennen eingesetzt werden konnten; Hanika gab schließlich grünes Licht für den Start.
Ein weiterer Faktor war ein enttäuschender Start in der klassischen Le‑Mans‑Variante: Von Position sieben aus geriet YART früh in Rückstand. Auf der langen Mistral‑Geraden offenbarte die R1 ein spürbares Speed‑Defizit, das sich durch Verbrauchs‑ und Leistungsparameter nicht einfach kompensieren ließ. Die Strecke mit ihrem ausgedehnten Volllastanteil liegt dem Motorrad weniger, was die Aufholjagd erschwerte.
- Rennen: 24 Stunden Bol d’Or, Circuit Paul Ricard
- YART Ergebnis: 3. Platz im Rennen, 2. Platz in der WM‑Endabrechnung
- Weltmeister: BMW Motorrad World Endurance
| Team | Bol d’Or | WM‑Endstand |
|---|---|---|
| BMW Motorrad World Endurance | — | Weltmeister |
| Yamaha Austria Racing (YART) | 3. Platz | 2. Platz |
Ausblick und Bewertung
Die Bilanz fällt ambivalent aus: Einerseits steht YART nach einer Saison mit Siegen wie in Le Mans und zwei früheren Weltmeisterschaften gut da, andererseits zeigen die Probleme auf bestimmten Strecken – insbesondere der langen Mistral‑Geraden – konkrete Leistungsdefizite. Die Mechanikerarbeit in Le Castellet wird intern sicher als Erfolg gewertet, weil beide Maschinen trotz schwerer Eingriffe ins Rennen geschickt werden konnten.
Für die Zukunft bleibt die Aufgabe, die R1 unter Bedingungen mit langen Vollgaspassagen konkurrenzfähiger zu machen und Startnachteile besser abzufedern. Die Mannschaft hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie Rückschläge in Erfolge ummünzen kann; dennoch ist der Verlust des Titels eine sichtbare Delle in der gewohnten Erfolgsserie.
Die Langstrecken‑WM verliert mit dem Saisonabschluss ein spannendes Kapitel: BMW setzt sich an die Spitze, YART bleibt als hartnäckiger Herausforderer erhalten — und die Technik sowie Renntaktik werden wohl die zentralen Baustellen für die kommende Saison bleiben.