Die Wiener Philharmoniker haben bei einem Gastspiel im Kulturpalast Dresden das Publikum in Begeisterung versetzt. Unter der Leitung des russischen Dirigenten Tugan Sokhiev standen ein Violinkonzert von Antonín Dvořák sowie Auszüge aus der Ballettmusik zu Sergej Prokofjews "Romeo und Julia" auf dem Programm. Als Solistin trat die US-amerikanische Geigerin Hilary Hahn auf, deren Interpretation des Dvořák-Konzerts das Publikum langanhaltend jubeln ließ.
Solistische Glanzleistung und orchestral ausgewogene Lesart
Hahn brachte nach Berichten technische Brillanz und eine warme Klanggebung zusammen; zwei Zugaben folgten. Die Philharmoniker zeigten sich in beiden Programmteilen als homogenes Klangkörper, in dem zahlreiche Solopassagen an individuelle Instrumente verteilt wurden und hervorstachen. Im zweiten Teil des Abends boten die Musikerinnen und Musiker Auszüge aus Prokofjews Ballettmusik zu "Romeo und Julia", bei denen vor allem die unterschiedlichen Instrumentengruppen mit solistischen Feinheiten überzeugen konnten.
Ein kleines, heiteres Ende
Zum Abschluss spielte das Orchester eine Polka von Johann Strauss als beschwingten "Rausschmeißer". Die Wahl dieses populären Zugabestücks setzte einen heiteren Kontrapunkt zum sinfonischen Kernprogramm und unterstrich die Bandbreite des Ensembles zwischen hoher Konzerttradition und leichtfüßiger Unterhaltung.
Festivalzusammenhang und Tourneeplanung
Das Gastspiel war Teil des erweiterten Programms der Dresdner Musikfestspiele, die in diesem Jahr unter dem Motto „Leichtigkeit des Seins“ standen und regulär im Mai und Juni stattfanden. Das Festival meldet sich jedoch häufig auch außerhalb des Kernzeitraums mit besonderen Veranstaltungen zurück. Die Wiener Philharmoniker machten nach Auftritten beim Luzern-Festival sowie in Hamburg und Berlin auf dem Rückweg nach Wien in Dresden Station. Laut Ankündigung folgen Konzerte in Prag und bald darauf das Heimspiel in Wien.
- Solistin: Hilary Hahn – Dvořák Violinkonzert, zwei Zugaben
- Dirigent: Tugan Sokhiev
- Programmhighlights: Dvořák Violinkonzert, Auszüge aus Prokofjews "Romeo und Julia", Zugabe: Polka von Johann Strauss
- Festival: Dresdner Musikfestspiele, Motto „Leichtigkeit des Seins“
| Ort | Werk / Anlass | Folgeorte |
|---|---|---|
| Kulturpalast, Dresden | Dvořák Violinkonzert; Prokofjew Ausschnitte | Prag; Wien (Heimspiel) |
Parallel zu diesem Gastspiel präsentierten die Dresdner Musikfestspiele ein Wagner-Projekt beim Luzern-Festival: Der letzte Teil von Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen" wurde vom Festspielorchester gemeinsam mit dem Concerto Köln unter Leitung von Kent Nagano auf historischen Instrumenten und in gesangs- sowie sprachästhetischer Ausrichtung der Wagner-Zeit aufgeführt. Die Absicht ist, den Klang der Uraufführungszeit hörbar zu machen; der vollständige historische "Ring" soll im Mai 2027 in Wien zu erleben sein.
Das Dresdner Gastspiel der Wiener Philharmoniker zeigt mehrere Ebenen: Es steht für die internationale Präsenz eines österreichischen Spitzenorchesters, für die Verbindung großer Solistinnen mit klassischem Repertoire und für die Festivalpraxis, Programme nicht nur im eigenen Kernzeitraum, sondern als streuende, kulturpolitische Präsenz zu verankern. Für Publikum und Veranstalter gleichermaßen bietet eine solche Kombination aus starbesetztem Solopart, starkem Orchesterklang und zugänglicher Zugabe ein Rezept für nachhaltige Resonanz.
Während die Wiener Philharmoniker ihre Tournee fortsetzen, bleibt die Erwartung groß, wie sich das Orchester in den kommenden Auftritten – vor allem beim Heimspiel in Wien – weiterhin präsentieren wird. Das Dresdner Publikum jedenfalls verabschiedete die Musiker mit anhaltendem Beifall.