Die Grünen in Wiener Neustadt haben einen Initiativantrag zur Entsiegelung des ehemaligen Stocksportplatzes neben der Merkurcity in den Gemeinderat eingebracht. Für die Vorlage wurden laut Partei 878 Unterschriften gesammelt; die Debatte ist für die Gemeinderatssitzung am 19. Oktober vorgesehen. Das Areal befindet sich im Eigentum der Gemeinde und wird derzeit teilweise als Parkplatz sowie als Abstellfläche für Baufahrzeuge genutzt.
Was die Bevölkerung fordert
Bei der Unterschriftenaktion gingen zahlreiche Vorschläge aus der Bevölkerung ein. Gefordert werden vor allem Maßnahmen, die mehr Grün und nutzbaren Freiraum in die Innenstadt bringen. Konkret genannt wurden:
- Zusätzliche Grünflächen
- Ein Rosengarten
- Ein Spiel- oder Sportplatz
- Ein Wasserspielplatz
- Generationenübergreifende Angebote
„Diese 878 Unterschriften sind für uns ein klarer Auftrag. Jetzt geht es darum, diesen Platz als Baustein einer klimafitten Stadtentwicklung zu verstehen“, erklärt Stadträtin Selina Prünster.
Stadtregierung sieht keinen unmittelbaren Handlungsbedarf
Aus der Stadtregierung kommt bislang Zurückhaltung. ÖVP-Infrastrukturstadtrat Franz Dinhobl teilte gegenüber der NÖN mit, dass es für das Areal derzeit keine konkreten Pläne gebe. Er verwies zugleich auf bereits laufende Entsiegelungsprojekte der Stadt als Beispiele für erfolgreiches Umdenken in der Flächenpolitik.
Dinhobl nannte insbesondere das jüngste Projekt am ÖGB-Parkplatz sowie Maßnahmen am Parkplatz der Mittelschule für Wirtschaft und Technik. Zu diesem Projekt gab es laut Aussage des Stadtrates kürzlich eine Exkursion und Fachvorträge mit etwa 30 Teilnehmern, teils aus anderen Gemeinden — ein Hinweis darauf, dass Wiener Neustadt Entsiegelungsvorhaben auch als Vorbild präsentieren wolle.
Konfliktlinien und Ausblick
Der Streit um den Stocksportplatz spiegelt die üblichen Konfliktlinien zwischen Bürgerwünschen nach mehr Grün und den pragmatischen Planungen der Verwaltung wider. Die Grünen sehen in der Entsiegelung ein Instrument zur Klimaanpassung und Stadtreparatur; die Stadtregierung betont hingegen laufende Prioritäten und laufende Projekte.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Gesammelte Unterschriften | 878 |
| Geplante Gemeinderatssitzung | 19. Oktober |
| Derzeitige Nutzung | Parkplatz / Abstellplatz für Baufahrzeuge |
| Eigentum | Gemeindeeigentum |
Für Anrainer und Innenstadtbesucher sind mehrere Aspekte relevant: Die Umwandlung würde Stellplätze reduzieren, könnte aber Aufenthaltsqualitäten, Biodiversität und lokale Klimaresilienz erhöhen. Konkrete Kosten, Zeitpläne oder verbindliche Maßnahmen liegen allerdings noch nicht vor; diese Fragen werden voraussichtlich Thema der Debatte im Gemeinderat sein.
Ob die Unterschriften und der damit verbundene politische Druck zu einer konkreten Umnutzung führen, hängt von der Haltung der Mehrheitsfraktionen und der Priorisierung kommunaler Projekte ab. Die Sitzung am 19. Oktober wird zeigen, ob der Stocksportplatz von der Aspahltfläche zur Grünfläche wird oder vorerst in seiner jetzigen Nutzung verbleibt.