In der Schweiz läuft eine markante Wetterwende: Nach anhaltender Hitze und extremer Trockenheit ist ab Montag großflächig mit Regen und örtlichen Gewittern zu rechnen. Damit endet vorerst die sehr warme Phase, die im August deutlich über dem klimatologischen Mittel lag.
Was kommt auf die Regionen zu?
Meteorologen erwarten, dass die Temperaturen infolge der niederschlagsbringenden Störung zurückgehen. Für den Norden der Schweiz werden Höchstwerte um 24 °C prognostiziert, im Tessin bleiben die Tageswerte mit bis zu 31 °C weiter erhöht.
- Erwarteter Temperaturrückgang: spürbare Abkühlung in großen Teilen des Landes gegenüber den bisherigen Tagen
- Niederschlag: großflächiger Regen, möglich sind einzelne, örtlich kräftige Gewitter
- Verlauf: Am Dienstag soll die Bewölkung wieder auflockern und die Sonne örtlich zurückkehren
„Teilweise bis recht sonnig“, schreibt der Meteorologe Roger Perret zur Erholung am Dienstag.
Warum die Wetterwende wichtig ist
Der August hatte bislang außergewöhnlich hohe Werte: Gegenüber dem Referenzzeitraum 1991–2020 liegt der Monat bisher um rund 5,5 °C über dem langjährigen Mittel. Solch starke Abweichungen haben Auswirkungen auf Böden, Gewässer und Vegetation sowie auf die Belastung der Bevölkerung durch Hitze.
Auch die Trockenheit ist ausgeprägt. In Basel fiel in der ersten Monatshälfte nur ein Bruchteil des üblichen Niederschlags—konkret sind es rund 94 % weniger Regen als erwartet. Insgesamt meldet die Schweiz ein großes Niederschlagsdefizit; das hat Bedeutung für Landwirtschaft und Wasserwirtschaft.
Blitzzahlen, Hitztage und Nächte
Neben Temperatur- und Niederschlagsabweichungen fiel der August auch durch intensive Gewitteraktivität auf: Bisher wurden landesweit mehr als 58.000 Blitze registriert. Die bisherige warme Phase brachte zudem zahlreiche Hitzetage: Seit Beginn des Monats wurden im Flachland täglich Werte über 30 °C verzeichnet; das summiert sich bisher auf etwa 15 Hitzetage.
Besonders auffällig sind die warmen Nächte: In Stationen wie Locarno-Monti und Lugano sanken die nächtlichen Temperaturen seit Monatsbeginn kaum unter 20 °C. Solche Tropennächte erschweren die nächtliche Erholung und erhöhen die gesundheitliche Belastung.
| Parameter | Wert/Beobachtung |
|---|---|
| Abweichung August vs. 1991–2020 | +5,5 °C |
| Blitze (bisher) | >58.000 |
| Weniger Niederschlag in Basel | −94 % |
| Hitzetage (Flachland, bisher) | ~15 |
| Nächte unter 20 °C (Locarno-Monti, Lugano) | kaum unter 20 °C |
Praktische Hinweise
Der bevorstehende Regen bringt Erleichterung für ausgetrocknete Böden, kann aber lokal mit Gewitterrisiken einhergehen. Das bedeutet:
- Im Gewitterfall ist mit Starkregen, Blitz und punktuell auch Sturmböen zu rechnen; für Außenarbeiten vorsichtig planen.
- Landwirtschaft und Wasserwirtschaft sollten auf kurzfristige Niederschläge achten: Regen kann kurzfristig Bodenfeuchte verbessern, nachhaltige Entspannung des Defizits braucht aber längerfristige Niederschlagsmengen.
- Die nächtliche Abkühlung bleibt regional unterschiedlich; Bewohner südlicher Täler können weiterhin warme Nächte erleben.
Die meteorologische Lage bleibt dynamisch. Erste Entspannung bringt die kommende Woche, doch schon kurze Zeit später können sich die Verhältnisse wieder ändern. Für die nächsten Tage empfiehlt es sich, die lokalen Warnungen und die stündlichen Vorhersagen zu verfolgen, um auf Gewitter oder örtliche Starkniederschläge vorbereitet zu sein.
Dieser Beitrag fasst die aktuellen Modellprognosen und Beobachtungsdaten zusammen und zeigt, wo die größte kurzfristige Entspannung der Hitze zu erwarten ist. Für detaillierte lokale Vorhersagen bleiben die regionalen Wetterdienste die verlässlichste Informationsquelle.