Christina und Christoph Maltschnig haben aus einem traditionellen Bauernhof im Bezirk eine Weinwirtschaft gemacht: Auf rund 2,5 Hektar Rebfläche werden heute jährlich etwa 15.000 Flaschen Weiß-, Rot- und Roséwein gekeltert und abgefüllt. Der Weg dorthin war ein pragmatischer: Wissen wurde erworben, Flächen umgenutzt, und die Familie half bei Ernte und Abfüllung.
Umstieg und Ausbildung
Ursprünglich grenzte der Betrieb an klassische Viehwirtschaft; wo einst Kühe weideten, stehen nun Reben. Der Entschluss, den Hof weiterzuführen und in Richtung Weinbau zu gehen, fiel vor etwa 16 Jahren, als Christoph den Hof des Großvaters in Lebmach übernahm. Fachliches Know-how holte er sich später an der steirischen Weinbauschule Silberberg – eine Ausbildung, die er als Einsteiger mit älteren Mitschülern absolvierte.
Die beruflichen Hintergründe der Betreiber sind unterschiedlich: Christina ist Wirtschaftsingenieurin, Christoph war in seiner Jugend als Snowboarder im Weltcup aktiv. Beide bringen damit außer landwirtschaftlicher auch betriebswirtschaftliche und sportliche Erfahrungen in das Projekt ein. Entscheidend für das Gelingen war laut den Betreibern die gemeinsame Arbeitsbereitschaft und die Unterstützung aus der Familie.
Ernte, Produktion und Herausforderungen
Die Ernte erfolgt familär organisiert: Beim Keltern und Abfüllen helfen Angehörige mit. Heuer habe sich die Reife wegen Spätfrosts etwas verzögert, berichtete Christoph Maltschnig nach einer Zuckerprobe im Weingarten. Trotz der widrigen Witterung konnten bereits mehrere Weine des Betriebs Auszeichnungen erzielen, was auf Qualität und Marktpositionierung hindeutet.
- Flächenumfang: 2,5 Hektar Weingarten
- Jahresproduktion: rund 15.000 Flaschen
- Ausbildung: Weinbauschule Silberberg (Christoph)
- Familienbeteiligung: Mitarbeit bei Ernte und Abfüllung
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Rebfläche | 2,5 Hektar |
| Jahresproduktion | 15.000 Flaschen |
| Dauer seit Übernahme | ca. 16 Jahre |
„Ich habe immer schon eine Verbundenheit zur Arbeit gehabt, der Opa war immer schon das große Vorbild. Ich habe für mich gesagt, ich möchte auf alle Fälle da weitermachen und schauen, dass es wieder in Richtung Vollerwerb geht.“
Wirtschaftliche Einordnung
Die Entwicklung von einem landwirtschaftlichen Betrieb zu einem spezialisierten Weinbaubetrieb steht exemplarisch für Diversifikationsstrategien in der Landwirtschaft: Durch Umstellung auf hochwertige Produkte und direkte Verarbeitung – Keltern, Abfüllung, Etikettierung – können Betriebe zusätzliche Wertschöpfung erreichen. Die Produktion von 15.000 Flaschen jährlicher Kapazität ist für einen kleinen Betrieb eine relevante Mengengröße, die sowohl lokale Vermarktungswege als auch mögliche Gastronomie- und Handelspartnerschaften erlaubt.
Gleichzeitig bleibt die Tätigkeit wetterabhängig. Spätfröste und andere Klimarisiken beeinflussen Erntezeitpunkt und Traubenreife und damit Qualität sowie Produktionsvolumen. Die Entscheidung zur Weiterbildung (Weinbauschule) und zur Familienmitarbeit wirkt hier stabilisierend, reduziert aber nicht die Anfälligkeit gegenüber Witterungseinflüssen.
Ausblick
Für die Region zeigt der Betrieb, wie durch Umnutzung und Qualifizierung neue Einkommensquellen entstehen können. Auszeichnungen für einzelne Weine stärken die Vermarktungsposition und eröffnen Chancen für höhere Erzeugerpreise. Langfristig bleibt wichtig, Ertragsrisiken durch Diversifikation, geeignete Absatzkanäle und gegebenenfalls Investitionen in Frostschutzmaßnahmen zu managen.
Der Fall Maltschnig ist ein Beispiel dafür, wie persönliche Bindung an den Hof, berufliche Neuorientierung und gezielte Ausbildung zu einem wirtschaftlich tragfähigen Nebenergebnis oder sogar zum Vollerwerb führen können.