Die Gemeinde Uzwil steht vor einem dringenden Entscheid zur Schulraumplanung: Weil bereits ab August 2027 insgesamt 16 Klassen in Provisorien unterrichtet werden sollen, steht an der ausserordentlichen Bürgerversammlung am 24. August 2026 ein Antrag auf einen Planungskredit von 2,1 Millionen Franken zur Debatte. Es geht um die Frage, ob eine zweite Planungsvariante weiterverfolgt werden soll; ein definitiver Bauentscheid ist damit noch nicht getroffen.
Hintergrund der bisherigen Planung
Das Raumproblem in Uzwil ist nicht neu. Bereits zuvor war ein kombiniertes Projekt vorgesehen: Das bestehende Oberstufen-Schulhaus „Uze“ sollte künftig von der Primarschule genutzt werden, und in der Sonnmatt war ein neues Oberstufenhaus samt Dreifachturnhalle geplant. Für diese Kombination hatte die Bürgerversammlung im November 2023 einen Projektierungskredit bewilligt. Der anschliessende Baukredit wurde jedoch im Februar 2025 an der Urne abgelehnt; die Differenz war mit lediglich 71 Stimmen denkbar knapp.
Vom Provisorium zur Debatte um dauerhaften Raum
Die Folge des abgelehnten Baukredits und des anhaltenden Wachstums der Gemeinde sind weiterhin genutzte Übergangslösungen: Einige Provisorien bestehen bereits seit Jahrzehnten. Ein Container im Neuhof etwa war ursprünglich nur als Übergang gedacht und steht inzwischen seit rund 30 Jahren. Vor diesem Hintergrund hat die Gemeinde nach dem Nein zum Baukredit die Bevölkerung befragt und einen mehrstufigen Mitwirkungsprozess durchgeführt. Ergebnis dieses Prozesses war laut kommunalen Angaben vor allem die Einsicht, dass der Bedarf an dauerhaftem Schulraum nicht grundsätzlich bestritten wird, zugleich aber der Wunsch nach Alternativen zum bisherigen Sonnmatt-Projekt laut wurde.
Was die Bürgerversammlung entscheiden soll
Die ausserordentliche Bürgerversammlung vom Montag, 24. August 2026, 20:00 Uhr im Gemeindesaal Uzwil soll nun einen Richtungsentscheid fällen. Entscheidend ist, dass es dabei nicht um den endgültigen Bauentscheid geht, sondern um die Bewilligung eines Planungskredits in Höhe von 2,1 Millionen Franken, damit die zweite Variante weiter ausgearbeitet werden kann. Damit würde die Grundlage geschaffen, damit die Gemeinde verschiedene Varianten vertieft prüfen und Kosten, Standorte sowie funktionale Konzepte vergleichen kann.
- 16 Klassen sollen ab August 2027 in Provisorien unterrichtet werden.
- Ein Container im Neuhof dient seit etwa 30 Jahren als Übergangslösung.
- Die Bürgerversammlung entscheidet über einen Planungskredit von 2,1 Millionen Franken.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| November 2023 | Projektierungskredit für kombiniertes Schulhausprojekt bewilligt |
| Februar 2025 | Baukredit zum Projekt an der Urne abgelehnt (Differenz 71 Stimmen) |
| 24. August 2026 | Ausserordentliche Bürgerversammlung über Planungskredit |
| August 2027 | 16 Klassen sollen in Provisorien unterrichtet werden |
Folgen und offene Fragen
Für Eltern, Lehrkräfte und Schulverwaltung sind die Entscheidungen in den nächsten Monaten bedeutsam: Provisorien über lange Zeit belasten Schulalltag und Infrastrukturplanung, und die räumlichen Bedingungen haben unmittelbare Auswirkungen auf Unterrichtsqualität und Betreuungsangebote. Die Bewilligung des Planungskredits würde weiteren Klarheit schaffen, welche Varianten vertieft werden und welche finanziellen, räumlichen und zeitlichen Rahmenbedingungen für einen späteren Bauentscheid massgeblich sind.
Gleichzeitig bleibt offen, welche Variante letztlich bevorzugt werden wird und wie sich die Gemeinde bei einem späteren Baukreditentscheid positionieren wird. Die Bürgerschaft ist nun aufgefordert, über die Weichenstellung zu befinden: Wollen die Stimmberechtigten die Vertiefung einer zweiten Planungsvariante mit einem Kredit ermöglichen, damit nach umfassender Prüfung ein tragfähiges, dauerhaftes Angebot an Schulraum geschaffen werden kann?
Die Entscheidung am 24. August ist damit ein weiterer Schritt in einem länger andauernden Prozess, der die Fragen von Investitionen, Standorten und Prioritäten für die schulische Infrastruktur in Uzwil neu ordnen will.