Der Sommer 2026 gibt in Deutschland kurzfristig das Ruder aus der Hand: Ein verstärkter Tiefdruckeinfluss vom Atlantik sorgt in den kommenden Tagen und Wochen für häufigere Niederschläge und ein Temperaturniveau, das überwiegend leicht unter dem langjährigen Mittel liegen dürfte. Das geht aus einer Prognose von Jörg Riemann von der Wettermanufaktur hervor, die der Redaktion vorliegt.
Was das für die kommenden Wochen bedeutet
Nach Einschätzung des Meteorologen sind die wirklich heißen Sommertage mit Temperaturen über 30 °C vorerst vorbei. Zwar sind einzelne warme Tage möglich, doch die Marke von 30 °C werde „so gut wie gar nicht mehr überschritten“. Gleichzeitig werde die Atmosphäre in vielen Regionen durch den anhaltenden Tiefdruckeinfluss feuchter, was zu einer Zunahme von Regentagen führt.
„Der sich nun verstärkende Tiefdruckeinfluss vom Atlantik bleibt aller Voraussicht nach im Wesentlichen bis in den September hinein erhalten. Das langjährige Temperaturniveau liegt in diesem Zeitraum überall häufig leicht unter dem Mittel, auch wenn es einzelne warme Tage gibt.“
Für Teile Norddeutschlands könne das Wetter bereits in den kommenden Tagen leicht nach Frühherbst aussehen, während in anderen Regionen weiterhin wechselhafte Verhältnisse mit Sonne, Wolken und Schauern zu erwarten sind.
Wende um den 10. September?
Riemann weist jedoch auf eine mögliche Entspannung der Lage hin: Ab dem Zeitraum um den 10. September zeichne sich tendenziell ein Anstieg des Luftdrucks ab. Infolgedessen könne das Temperaturniveau wieder steigen und nach diesem Zeitpunkt über dem Durchschnitt liegen, wodurch ausgeprägteres Spätsommerwetter möglich werde. Dabei bleibt laut der Prognose die 30‑Grad‑Marke aber auch dann in der Regel unerreicht, weil der stärkere Niederschlag zuvor abnehmen sollte.
- Kurzfristig: Mehr Tiefdruckeinfluss, vermehrt Regen und kühle Phasen.
- Mittelfristig (rund 10. September): Zunehmender Luftdruck, Tendenz zu wärmeren, sonnigeren Tagen.
- Extremwerte: Tage über 30 °C werden voraussichtlich selten bis nicht mehr vorkommen.
Die Prognose bleibt modellabhängig: Solche Übergangsphasen können regional sehr unterschiedlich ausfallen, je nach Positionen von Tief- und Hochdruckgebieten. Deshalb sind kurzfristige Updates der Wetterdienste ratsam, wenn konkrete Aktivitäten geplant werden.
| Zeitraum | Erwartung |
|---|---|
| Jetzt bis Anfang September | Vermehrt Niederschlag, leicht unterdurchschnittliche Temperaturen |
| Rund 10. September | Luftdruckanstieg, Tendenz zu wärmeren, sonnigeren Tagen |
| Temperaturspitzen | 30 °C-Marke wird kaum/nicht mehr erreicht |
Für die Praxis bedeutet das: Wer noch auf richtig heiße Sommertage gehofft hat, sollte sich auf kühlere, teils nasse Tage einstellen. Jacke oder Strickweste sind bei Aktivitäten im Freien empfehlenswert. Gleichzeitig besteht Hoffnung auf einen spätsommerlichen Abschnitt nach der Monatsmitte, der Sonnenstunden und mildere Temperaturen bringen könnte — allerdings ohne die hohen Hitzewerte des Hochsommers.
Wie stark sich diese Entwicklung konkret in den einzelnen Regionen auswirkt, hängt von den weiteren Modellläufen ab. Für die Planung von Veranstaltungen im Freien oder landwirtschaftlichen Maßnahmen empfiehlt es sich, die lokalen Vorhersagen der nationalen Wetterdienste regelmäßig zu verfolgen.