Das Freizeitticket Tirol bleibt auch zwei Jahrzehnte nach seiner Einführung ein zentrales Freizeitangebot in der Region. Eine wissenschaftliche Erhebung des Institutes für Sportwissenschaft an der Universität Innsbruck belegt eine intensive Nutzung, hohe Wiederkaufquoten und positive Effekte auf die Freizeitgestaltung.
Große Datenbasis, regionaler Schwerpunkt
Für die aktuelle Untersuchung beantworteten insgesamt 5.301 Personen einen Online-Fragebogen. Die Teilnehmenden waren im Mittel 41,4 Jahre alt; knapp 58,3 Prozent nannten weiblich, 41,1 Prozent männlich als Geschlecht. Regional konzentrierte sich die Stichprobe stark auf den Großraum Innsbruck: 47,8 Prozent kamen aus Innsbruck-Stadt, weitere 46,4 Prozent aus Innsbruck-Land. Die Teilnahme erfolgte freiwillig, weshalb die Autoren die Ergebnisse als umfangreiche, aber nicht vollständig repräsentative Abbildung aller Ticketinhaber einordnen.
Wie intensiv wird das Ticket genutzt?
Die Auswertung zeigt, dass das Angebot fest im Freizeitverhalten verankert ist: 82,4 Prozent der Befragten hatten das Freizeitticket bereits in vorangegangenen Saisonen gekauft. Mehr als die Hälfte nutzt das Ticket sehr regelmäßig: 62 Prozent gaben an, es mindestens einmal pro Woche einzusetzen, und insgesamt verwenden 96,3 Prozent das Ticket zumindest mehrmals pro Monat.
- Bergbahnen gehören zu den meistgenutzten Leistungen.
- Schwimmbäder profitieren ebenfalls stark vom Angebot.
- Weniger häufig genutzt werden laut Studie Eislaufplätze und Museen.
| Leistungsbereich | Anteil häufiger Nutzung |
|---|---|
| Winterbergbahnen | 95,3 % |
| Sommerbergbahnen | 74,5 % |
| Schwimmbäder | 66,6 % |
Folgen für Anbieter und Nutzer
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Freizeitticket nicht nur kurzfristig Nachfrage generiert, sondern auch zur Kundenbindung beiträgt. Gerade Betreiber von Bergbahnen und Bädern profitieren von der regelmäßigen Nutzung. Für Gemeinden und Tourismusverbände liefert die Studie Hinweise, welche Angebote weiter ausgebaut oder stärker beworben werden sollten, um langfristig Besucherzahlen zu stabilisieren oder zu steigern.
Aus Sicht der Nutzer wirkt das Ticket offenbar auch qualitativ: Die Befragung registriert positive Rückmeldungen hinsichtlich der Auswirkungen auf die individuelle Freizeitgestaltung und die Lebensqualität – ein Aspekt, der für die Politik relevant ist, wenn es um Förderungen oder die Ausgestaltung ähnlicher Programme geht.
Konkrete Hinweise für Freizeitticket-Besitzer
Wer das Ticket bereits besitzt oder mit dem Erwerb spielt, kann aus den Ergebnissen praktische Schlüsse ziehen:
- Regelmäßig lokale Angebote ausprobieren — die Studienzahlen zeigen, dass gerade Bergbahnen und Bäder viel genutzt werden.
- Familien und Freundeskreise einbinden: Die hohe Wiederkaufrate legt nahe, dass das Ticket für regelmäßige Gemeinschaftsaktivitäten taugt.
- Regionale Informationsangebote und Saisonpläne beachten, um das Potenzial des Tickets voll auszuschöpfen.
Die Untersuchung wurde von Univ.-Prof. Martin Schnitzer sowie Lukas Graiff und Lisa Bilharz am Institut für Sportwissenschaft durchgeführt. Als Vergleich diente unter anderem eine frühere Erhebung aus dem Jahr 2019, sodass Trends zur Veränderung der Nutzung über die Zeit aufgezeigt werden können.
Insgesamt bestätigen die Daten: Das Freizeitticket ist mehr als ein Rabattprodukt – es ist ein Instrument, das regelmäßige Freizeitnutzung fördert und damit auch positive Effekte für Anbieter, Regionen und die Nutzer selbst erzeugt.