Kirchdorf in Tirol – Ein Kletterunfall am Predigtstuhl im Wilden Kaiser endete am Freitag mit schweren Verletzungen: Ein herabstürzender, oberkörpergroßer Stein traf eine Seilschaft, ein Beteiligter wurde schwer verletzt, ein weiterer leicht. Beide wurden per Hubschrauber ins Spital geflogen.
Hergang und Verletzungen
Nach Angaben der Landespolizeidirektion Tirol löste sich beim Versuch, ein verhängtes Seil zu entfernen, ein größerer Felsblock und stürzte mehrere Meter in die Tiefe. Der Stein traf eine andere Seilschaft an einem Standplatz etwa 10 bis 15 Meter unterhalb.
Wie die Nachrichtenagentur dpa meldete, kam es zu folgenden Verletzungen und Einsätzen:
- Ein Kletterer wurde von dem Felsblock schwer verletzt (laut Bericht als „oberkörpergroß“ beschrieben) und mit einem Rettungshubschrauber geborgen.
- Sein Seilpartner erlitt leichtere Verletzungen und wurde ebenfalls per Hubschrauber in ein Spital gebracht.
- Zwei weitere Kletterer, die unverletzt blieben, wurden zu einer nahegelegenen Hütte geflogen.
Wer war betroffen?
Die Landespolizeidirektion nannte zunächst nicht den genauen Herkunftsort der Beteiligten. In Berichten tauchen unterschiedliche Altersangaben auf: Einerseits ist von einem 43-jährigen Bergsportler aus Bayreuth die Rede, andererseits berichten Medien von zwei Verletzten im Alter von 45 und 25 Jahren. Die Polizei führt die weiteren Ermittlungen und Befragungen durch.
Über die Route
Der Unfall ereignete sich laut dpa auf der anspruchsvollen Sportkletterroute „Wo der Hase läuft“ am Predigtstuhl. In Kletterführern wird diese Linie als tagesfüllende Herausforderung beschrieben – mit anspruchsvoller Absicherung und überwiegend gutem, aber stellenweise nicht ganz festem Fels.
„sehr gute alpine Sportkletterroute mit anspruchsvoller Absicherung und überwiegend gutem, nur stellenweise nicht ganz festem Fels“
Konsequenzen und Hinweise für Bergsportler
Der Vorfall erinnert an die Risiken beim Mehrseillängen-Klettern, besonders in alpinem Gelände mit brüchigem Fels. Konkrete Lehren und praktikable Hinweise:
- Seilmanagement: Vermeiden Sie – wenn möglich – das Lösen verhängter Seile allein in exponierten Stellen. Gute Absicherung und eine vorhandene Sicherungsperson reduzieren das Risiko, Steine zu lösen.
- Distanzen beachten: Halten Sie Abstand zu darunterliegenden Standplätzen und Seilschaften, insbesondere wenn Sie in schwerem oder brüchigem Gelände arbeiten.
- Routenwahl und Informationen: Informieren Sie sich vorab über Schwierigkeitsgrad und Felsqualität; bei tagesfüllenden Touren auf Begleitung, Ausreichende Planung und Reserven achten.
- Schutzhelm: Ein geprüfter Kletterhelm bleibt ein zentraler Schutz gegen herabfallende Steine.
Solche Unfälle zeigen auch die Bedeutung gut funktionierender Rettungsstrukturen in Tirol: Hubschrauber der Rettung ermöglichten eine rasche Evakuierung, womit schwerwiegende Folgen möglicherweise begrenzt werden konnten. Die Landespolizeidirektion führt die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang fort.
| Ort | Route | Einsatz |
|---|---|---|
| Predigtstuhl, Wilder Kaiser | „Wo der Hase läuft“ | Rettung per Hubschrauber; Bergung aus der Wand |
Für alle, die in die Berge gehen: Planung, partnerschaftliche Absprache und Respekt vor der Felsbeschaffenheit sind keine Luxusgüter, sondern Sicherheitspraktiken. Wer regelmäßig in alpinem Gelände unterwegs ist, sollte die eigene Technik, Vorsorge und Notfallpläne laufend prüfen und aktualisieren.
Weitere Informationen zum Unfall und mögliche offizielle Polizeimeldungen stehen noch aus; die Redaktion wird berichten, sobald die Behörde genauere Angaben macht.