Vertreter der wichtigsten heimischen Sportinstitutionen haben beim Davis-Cup-Länderkampf gegen Belgien eindringlich mehr Investitionen in die Sportinfrastruktur gefordert. Sport Austria, der Österreichische Fußball-Bund (ÖFB) und der Österreichische Tennisverband (ÖTV) warnen, Österreich laufe Gefahr, bei der Ausstattung für Spitzensport hinter internationale Standards zurückzufallen.
Alarmzeichen aus der Südstadt
Als besonders dringlich bezeichneten die Funktionäre die Lage in der Südstadt: Trotz des dortigen Leistungszentrums bestehe weiterhin ein deutlicher Nachholbedarf. TV-Präsident Richard Grasl sprach bei dem Anlass offen von Problemen und brachte damit die Stimmung unter den Verantwortlichen auf den Punkt.
„Nicht Herr im eigenen Haus“
Unterstützung erhielt Grasl von ÖFB-Präsident Josef Pröll. Pröll brachte ausdrücklich die Idee einer neuen Multifunktionsarena ins Spiel, um langfristig sowohl für Tennis als auch für Fußball und andere Sportarten moderne, flexible Wettbewerbs- und Trainingsstätten bereitstellen zu können.
Wer war vor Ort
An dem Treffen und der anschließenden Pressepräsenz nahmen laut Mitteilung mehrere Spitzenvertreter teil: Gerd Bischofter (Geschäftsführer Sport Austria), Richard Grasl (ÖTV-Präsident), Hans Niessl (Präsident Sport Austria), Josef Pröll (ÖFB-Präsident), Martin Kirnbauer (WAC-Präsident), Thomas Schweda (ÖTV-Geschäftsführer Wirtschaft) und Thomas Hollerer (ÖFB-Geschäftsführer).
- Gemeinsame Forderung: eine langfristige nationale Sportstrategie.
- Konkrete Maßnahme vorgeschlagen: eine Multifunktionsarena als nationale Investition.
- Ziel: Bessere Rahmenbedingungen für Training, Wettkampf und internationale Veranstaltungen.
Konsequenzen und offene Fragen
Die Forderung nach einer nationalen Strategie wirft mehrere politische und organisatorische Fragen auf. Wer trägt die Kosten für eine neue Arena? In welchem zeitlichen Rahmen sind Modernisierungen umzusetzen? Wie werden regionale Bedürfnisse mit nationalen Prioritäten abgestimmt? Zu diesen Punkten lagen bei der Veranstaltung keine verbindlichen Antworten vor; die Forderung nach mehr Investment wurde jedoch klar formuliert.
| Organisation | Vertreter | Rolle |
|---|---|---|
| Sport Austria | Gerd Bischofter, Hans Niessl | Spitzenorganisation |
| ÖTV | Richard Grasl, Thomas Schweda | Tennisverband |
| ÖFB | Josef Pröll, Thomas Hollerer | Fußballverband |
Der Vorstoß zeigt, dass die Spitzenfunktionäre nicht nur punktuelle Verbesserungen, sondern eine koordinierte, nationale Herangehensweise anstreben. Neben Großprojekten wie einer Multifunktionsarena sprechen die Vertreter auch für generelle Modernisierungen, etwa bei Trainingsstätten, Wettkampfanlagen und logistischen Rahmenbedingungen für internationale Begegnungen.
Ob und wie die Politik auf die Forderungen reagieren wird, bleibt abzuwarten. Eine nationale Strategie würde mehrere Ministerien und Landesbehörden einbinden: von Kultur und Sport bis zu Raumordnung und Finanzen. Die Funktionäre betonten, dass kurzfristige Maßnahmen zwar möglich seien, nachhaltiger Fortschritt aber nur durch eine langfristige Planung erreichbar sei.
Für den heimischen Spitzensport steht viel auf dem Spiel: Ohne gezielte Investitionen drohen Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Ländern, die in moderne Infrastruktur investieren. Die jetzt öffentlich gemachten Forderungen könnten der Auftakt zu einer breiteren Debatte über Prioritäten, Kosten und Verantwortlichkeiten sein.
Die Vertreter kündigten an, die Diskussion fortzusetzen und weitere Schritte zu prüfen. Konkrete Beschlüsse oder Finanzierungszusagen wurden bei der Veranstaltung nicht präsentiert.