Bochum. Kurz vor dem Beginn der Ruhrtriennale verzeichnet das Festival einen deutlichen Ticketerfolg: Nach Angaben der Veranstalter sind derzeit mehr als 46.000 Tickets im Angebot zu über zwei Dritteln verkauft. Die Produktionseröffnung ist für den 20. August in der Bochumer Jahrhunderthalle angesetzt, das Festival läuft bis zum 20. September.
Hoher Vorverkauf und international besetztes Programm
Die Festivalleitung spricht von dem besten Vorverkauf der jüngeren Vergangenheit; einzelne Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Insgesamt werden bis Ende der Spielzeit 30 Produktionen und Projekte mit mehr als 100 Veranstaltungen in den Ruhrgebietsstädten Bochum, Duisburg, Dortmund, Essen und Gladbeck gezeigt. An den Aufführungen und Projekten sind nach Angaben der Ruhrtriennale rund 600 Künstlerinnen und Künstler aus 45 Ländern beteiligt.
Das Festival setzt weiterhin auf seine bekannte Praxis, ehemalige Industrieanlagen in Bühnenräume zu transformieren: Kohlezechen, Halden, Kokereien und Stahlwerke dienen als Kulisse für Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Performance und Installationen.
„Wir blicken auf eine sehr erfolgreiche Intendanz von Ivo Van Hove, wovon dieses dritte Jahr noch einmal das erfolgreichste zu werden verspricht“, sagte Verena Battis-Reese, Geschäftsführerin der Kultur Ruhr GmbH.
Eröffnet wird die Ruhrtriennale mit dem Musikstück „Rebel Rebel“, einem Herzensprojekt von Intendant und Regisseur Ivo Van Hove. In der Produktion singt der Schauspieler Daniel Donskoy Songs von David Bowie.
Programmhöhepunkte und künstlerische Kontinuität
Zum Programmjahr zählen mehrere namhafte internationale Beiträge:
- Die multidisziplinäre Performance „Balkan Erotic Epic“ der Künstlerin Marina Abramović.
- Die Uraufführung des Stücks „Deutscher Herbst“ in der Regie von Christopher Rüping mit dem Ensemble des Deutschen Theaters Berlin.
- Auftritte der US-amerikanischen Opernsängerin Joyce DiDonato mit dem Programm „Emily – No Prisoner Be“, das Gedichte von Emily Dickinson vertont.
Mit dem Ende dieser Spielzeit schließt sich die dritte Amtszeit von Ivo Van Hove als künstlerischer Leiter der Ruhrtriennale turnusgemäß. Für die kommende Ausgabe ist bereits bekannt, dass die US-amerikanische Opernregisseurin Lydia Steier auf Van Hove folgt.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 20. August | Eröffnung mit „Rebel Rebel“ in der Bochumer Jahrhunderthalle |
| 20. September | Ende der Spielzeit |
Die künstlerische Bandbreite der Ruhrtriennale bleibt ein Markenzeichen des Festivals: Internationale Regisseurinnen und Regisseure, Musikerinnen, Performer und Ensembles bringen unterschiedliche Disziplinen zusammen und nutzen die industrielle Infrastruktur des Ruhrgebiets als spezifischen Aufführungsraum. Diese Kombination aus Ort, Programm und Prominenz erklärt den anhaltenden Zuspruch beim Publikum.
Für die Region hat die Veranstaltung neben kulturellem Prestige auch wirtschaftliche und stadtplanerische Wirkung: Das Re-Use ehemaliger Industrieanlagen schafft temporäre Begegnungsorte, die lokal Aufmerksamkeit und Besucherströme bündeln. Zugleich markiert der Wechsel in der Intendanz einen Übergang, der den künftigen programmatischen Kurs beeinflussen dürfte.
Die Ruhrtriennale bleibt somit ein Schaufenster für internationale Gegenwartsproduktion und ein Gradmesser für die kulturelle Sichtbarkeit des Ruhrgebiets in Deutschland und darüber hinaus. Mit dem dichten Programm und dem starken Vorverkauf sieht sich das Festival gut gerüstet für die kommende Spielzeit.