Wer heuer eine ungewöhnliche Herbstwanderung plant, muss nicht zwingend in Richtung Asien fliegen: der Rakotzsee nahe der polnischen Grenze in Sachsen und die dortige Rakotzbrücke erzeugen ein Landschaftsbild, das viele an die Region Guilin in China erinnert. Die Brücke im Kromlauer Azaleen- und Rhododendronpark ist nicht nur fotografisch begehrt, sondern lockt laut Touristikinformation jährlich mehrere zehntausend Besuchende an.
Was macht den Ort besonders?
Die Rakotzbrücke stammt aus dem 19. Jahrhundert und ist wegen ihrer Bauweise sowie der Spiegelung im Wasser berühmt: Die Kombination aus steinerner Bogenkonstruktion und ruhiger Wasserfläche erzeugt optisch einen nahezu perfekten Kreis. In der Region wird die Brücke auch „Teufelsbrücke“ genannt – einer Legende zufolge nur ein Werk des Teufels könne so filigran und perfekt sein. Bei Sonnenuntergang nehme die Brücke eine rötliche Färbung an, was die Assoziation mit Höllenfeuer beflügele.
Besucherzahlen, Bekanntheit und Schutz
Die Brücke gewann 2016 an zusätzlicher Bekanntheit, nachdem ein Foto bei einem Wettbewerb ausgezeichnet wurde. Da der Park kein Eintrittsgeld verlangt, lassen sich exakte Besucherzahlen schwer ermitteln. Die Touristikinformation in Kromlau geht allerdings davon aus, dass spätestens ab Ostern ein deutlicher Anstieg der Besuchenden zu verzeichnen ist.
„Spätestens ab Ostern wird viel los sein“, so Mandy Klau von der Touristik-Information in Kromlau.
Praktische Hinweise für den Ausflug
Wer die Rakotzbrücke und die Umgebung erkunden will, sollte ein paar Dinge beachten. Die Brücke selbst darf nicht betreten werden, was dem Schutz des historischen Bauwerks und der Sicherheit dient. Rund um den See führen mehrere Wanderwege, die gute Fotoperspektiven bieten, ohne das Bauwerk zu betreten. Weil der Park kein Eintrittsgeld erhebt, ist mit hohem Besucheraufkommen an Wochenenden und in der Hauptsaison zu rechnen.
- Anreise: Der Rakotzsee liegt im Osten Sachsens nahe der polnischen Grenze; Besucher nutzen meist das Auto oder regionale Bahnverbindungen mit anschließender Zubringertaxisituation.
- Beste Zeit: Frühling bis Herbst, insbesondere ab Ostern, wenn die Rhododendren blühen und viele Besucher anziehen.
- Fototipps: Spiegelungen gelingen bei ruhigem Wasser – Sonnenauf- und -untergang liefern dramatische Farben.
- Verhalten vor Ort: Brücke nicht betreten, Schutz der Vegetation respektieren, Rücksicht auf andere Besucher.
Kurzchronik und Zahlen
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 19. Jahrhundert | Bau der Rakotzbrücke |
| 2016 | Foto der Brücke gewinnt Fotowettbewerb und steigert Bekanntheit |
| laufend | Jährlich mehrere zehntausend Besuchende im Kromlauer Azaleen- und Rhododendronpark |
Für Ausflügler aus Österreich bietet sich der Besuch als Tagesausflug an, kombiniert mit weiteren Zielen in der Oberlausitz oder einem Abstecher ins benachbarte Polen. Wer fotografieren möchte, sollte genügend Zeit einplanen und ruhigere Wochentage wählen. Bei starkem Andrang empfiehlt es sich, früh am Morgen zu kommen oder die weniger frequentierten Pfade rund um den See zu nutzen.
Die Gegend wirkt besonders reizvoll, wenn die Rhododendren blühen: Dann entsteht eine farbenfrohe Kulisse, die den Vergleich mit ostasiatischen Landschaften noch begünstigt. Gleichzeitig erinnert die Legendenbildung um die „Teufelsbrücke“ daran, dass historische Bauwerke immer auch eine kulturelle Erzählung enthalten – ein guter Anlass, beim Besuch gleichermaßen auf Natur- und Denkmalschutz zu achten.
Wer das chinesische Feeling in Sachsen erleben möchte, findet am Rakotzsee eine kompakte Mischung aus Architektur, Natur und Fotomotiven – ideal für Wandernde, Fotografen und alle, die auf der Suche nach ungewöhnlichen Zielen in Europa sind.