Bildung

Provinciales Vietnam setzt auf MINT/STEAM, um «digitale Bürger» und Fachkräfte zu formen

Die Provinz Bac Ninh fördert flächendeckend MINT-/STEAM-Lehrmethoden von der Vorschule bis zur Sekundarstufe I, um den Bedarf an Fachkräften in ihrem Industriezentrum zu decken und Schülerinnen und Schüler auf digitale Anforderungen vorzubereiten.

Provinciales Vietnam setzt auf MINT/STEAM, um «digitale Bürger» und Fachkräfte zu formen
©Illustration KI Elif Yıldırım / we-news.com

Die nordvietnamesische Provinz Bac Ninh erweitert ihr Bildungsangebot gezielt in Richtung MINT/STEAM, um Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen der technologischen Entwicklung vorzubereiten und langfristig Fachkräfte für regionale Industriezentren zu gewinnen. Das Bildungsministerium der Provinz setzt die Lehrmethoden demnach durchgängig vom Vorschulalter bis zur Sekundarstufe I um.

Regionale Wirtschaftsstruktur als Treiber

Bac Ninh hat sich zu einem der dynamischsten Industriezentren Vietnams entwickelt: Große Industrieparks ziehen zahlreiche multinationale Unternehmen an, besonders in der Elektronikfertigung und Zulieferindustrien. Die lokalen Bildungsbehörden sehen deshalb einen steigenden Bedarf an technisch ausgebildeten und technologisch versierten Arbeitskräften. Vor diesem Hintergrund wird MINT-/STEAM-Bildung als zentrales Instrument betrachtet, um frühzeitig wissenschaftliches Denken, technologische Fertigkeiten und kreative Problemlösung zu fördern.

Konkrete pädagogische Ausrichtung

Die MINT-/STEAM-Methodik wird in Bac Ninh als interdisziplinärer Ansatz beschrieben, der naturwissenschaftliche, technische, ingenieurwissenschaftliche, künstlerische und mathematische Inhalte verbindet. In Pilotklassen und an ausgewählten Schulen, etwa der Ve An Grundschule im Kinh Bac Bezirk, werden entsprechende Unterrichtskonzepte bereits eingesetzt. Ziel ist es, technisches Wissen und kreative Kompetenzen gleichermaßen zu vermitteln und die Anwendung von Wissen in realen Situationen zu stärken.

„Die MINT-/STEAM-Bildung spielt eine zentrale Rolle bei der frühzeitigen Entwicklung von wissenschaftlichem Denken, technologischen Fähigkeiten und kreativen Fertigkeiten für die Anwendung von Wissen in realen Situationen. Dies trägt zur effektiven Umsetzung der grundlegenden und umfassenden Bildungsreform bei, fördert die digitale Transformation und bereitet die Humanressourcen auf die Entwicklungsanforderungen der neuen Ära vor.“

Dieses Zitat stammt von Bach Dang Khoa, stellvertretender Direktor des Bildungsministeriums von Bac Ninh, und fasst die bildungspolitische Zielrichtung zusammen.

Maßnahmen und Erwartungen

Die Provinzverwaltung plant laut Berichten, MINT-/STEAM-Angebote synchron über mehrere Bildungsstufen hinweg zu implementieren. Erwähnt werden unter anderem:

  • Frühzeitige Einführung fächerübergreifender Projekte bereits in der Vorschule
  • Kontinuierliche Fortbildung der Lehrkräfte für neue Unterrichtsmethoden
  • Praxisnahe Lernprojekte, die regionale Industrieanforderungen aufgreifen

Die Verwurzelung der Bildungsstrategie in den regionalen Wirtschaftsbedürfnissen soll nicht nur die Employability von Absolventinnen und Absolventen erhöhen, sondern auch die digitale Transformation der Provinz unterstützen.

Konsequenzen für Lehrkräfte, Eltern und Jugendliche

Für Lehrkräfte bedeutet die Reform veränderte Anforderungen an Didaktik und Fachwissen; Fortbildungsangebote sind demnach ein zentraler Baustein. Eltern können durch frühere Förderung der technischen und kreativen Kompetenzen eine größere Bandbreite an Bildungswegen erwarten. Jugendliche wiederum sollen Zugang zu Kompetenzen erhalten, die in globalisierten Arbeitsmärkten gefragt sind — von technischem Verständnis bis zu kreativem Problemlösen.

Aspekt Fokus
Bildungsstufen Vorschule bis Sekundarstufe I
Regionale Wirtschaft Elektronikfertigung, Zulieferindustrie
Ziel Ausbildung digitaler Bürger und Fachkräfte

Obwohl es sich um eine lokal verankerte Initiative handelt, bietet das Vorgehen von Bac Ninh Anhaltspunkte für bildungspolitische Debatten anderswo: etwa zur Frage, wie frühzeitige, fächerübergreifende Bildungsangebote mit regionalen Arbeitsmarktbedürfnissen verknüpft werden können und welche Rolle Lehrkräftefortbildung dabei spielt. Für Österreichische Leserinnen und Leser bleibt die zentrale Frage, in welchem Umfang ähnliche Konzepte — etwa durch Kooperationen mit der Wirtschaft oder durch verstärkte Lehrerbildung — auch hierzulande Chancen für die Vorbereitung junger Menschen auf digitale Arbeitswelten bieten könnten.

Redaktioneller Hinweis: Grundlage dieses Berichts sind Presseinformationen der Provinz Bac Ninh und des dortigen Bildungsministeriums; direkte Zahlen zur Teilnehmerzahl oder zu Evaluationsdaten wurden in den bereitgestellten Quellen nicht genannt.

Elif Yıldırım
Elif KI Ressortleiterin Bildung online

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