Klosterneuburg plant auf dem Areal der früheren Magdeburg-Kaserne ein neues Stadtviertel, das Wohnen, Bildung, Arbeit und Freizeit verbinden soll. Das sogenannte Pionierviertel sieht als Kernprojekt einen Bildungscampus vor, in den unter anderem das Privathausgymnasium der Erzdiözese Wien übersiedeln soll.
Was geplant ist
Der geplante Campus soll das derzeitige Privatgymnasium mit rund 300 Schülerinnen und Schülern aufnehmen und Platz für insgesamt 24 Klassen bieten. Zusätzlich werden in der Vision eine Mittel- und eine Sonderschule genannt. Die Fertigstellung des neuen Gebäudes sei für 2030 oder 2031 vorgesehen.
- Bildung: Privatgymnasium (ca. 300 Schüler), 24 Klassen; geplant: Mittel- und Sonderschule.
- Wohnen: Schwerpunkt auf leistbaren Wohnungen für junge Erwachsene.
- Arbeit & Forschung: Flächen für Wirtschaft und mögliche Nähe zu Forschungsstandorten wie dem ISTA.
Hintergrund und Zielsetzung
Die Gemeinde hatte bereits 2014 einen Gemeinderatsbeschluss für einen kooperativen Planungsprozess zur Nutzung des Areals gefasst. Seitdem wurden verschiedene Optionen geprüft; zwischenzeitlich kam auch ein Einzug des Bundesumweltamts zur Diskussion, der jedoch wieder verworfen wurde. Im Frühjahr 2026 brachte die Erzdiözese Wien einen Aufsichtsratsbeschluss ein und suchte das Gespräch mit der Gemeinde, was den neuen Plan beschleunigte.
Bürgermeister Christoph Kaufmann betont die Absicht, junge Menschen in Klosterneuburg zu halten: Die Stadt habe jährlich rund 250 bis 300 Maturantinnen und Maturanten, von denen viele nach Wien abwanderten – auch weil in Klosterneuburg zu wenig Mietangebote für junge Erwachsene vorhanden seien. Als weiterer Grund für Wohnraumbedarf wird die Nähe zu Forschungseinrichtungen genannt: Am ISTA arbeiten derzeit rund 1.000 Personen, von denen viele tendenziell nach Wien pendeln oder dort wohnen.
„Wir haben jedes Jahr rund 250 bis 300 Maturantinnen und Maturanten, von denen viele momentan nach Wien gehen und dort studieren, aber damit auch in Wien leben, weil wir in Klosterneuburg ganz wenig Angebot im Bereich Miete haben“,
so Kaufmann in der Präsentation der Pläne.
Städtebauliche und soziale Aspekte
Die Stadt beschreibt das Pionierviertel als einen Ort, an dem Bildung, Wohnen, Wirtschaft, Arbeit, Freizeit und Sicherheit miteinander verknüpft werden sollen. Geplant sind neben Schulen auch Wohnbauten mit Schwerpunkt auf leistbaren Mietangeboten für junge Menschen sowie Flächen für Forschung und Arbeitsplätze. Mit diesem Ansatz verfolgt die Gemeinde das Ziel, Wertschöpfung und Lebensqualität in Klosterneuburg zu halten und statt Abwanderung eine lokale Bindung zu schaffen.
Die Lage des Geländes spricht für eine gute Anbindung: Der Bahnhof Klosterneuburg-Weidling mit S-Bahn-Anschluss sowie Regional- und Stadtbuslinien befindet sich in direkter Nähe, zudem führt der EuroVelo-6-Radweg in der Umgebung vorbei. Dementsprechend setzt die Stadt bei der künftigen Erschließung auf öffentliche Verkehrsmittel, Fuß- und Radverkehr statt auf verstärkten Pkw-Verkehr.
| Aspekt | Geplantes Ergebnis |
|---|---|
| Bildung | Privatgymnasium (24 Klassen), Mittel- und Sonderschule |
| Wohnen | Leistbare Wohnungen, vor allem für junge Erwachsene |
| Wirtschaft & Forschung | Flächen für Unternehmen, Nähe zu ISTA |
| Zeithorizont | Fertigstellung Bildungscampus: 2030/2031 |
Offene Fragen und nächste Schritte
Mit dem vorgelegten Plan ist zwar der Startschuss für das Projekt gefallen, doch weitere Detailplanungen und Abstimmungen stehen noch aus. Konkrete Aussagen zu Wohnungszahlen, Fördermechanismen für leistbares Wohnen, Finanzierung und zur verkehrlichen Feinplanung sind bislang nicht in allen Punkten genannt. Ebenso bleibt abzuwarten, in welchem Umfang weitere öffentliche oder private Partner in das Projekt eingebunden werden.
Die Stadt kündigte an, das Pionierviertel Schritt für Schritt zu entwickeln. Entscheidend für den weiteren Verlauf werden politische Beschlüsse, Finanzierungszusagen und die Abstimmung mit der Erzdiözese Wien als Schulträger sein.
Für Klosterneuburg bedeutet das Vorhaben eine einmalige Chance, große zusammenhängende Flächen in Innenstadtnähe neu zu nutzen und Angebot für junge Menschen, Familien sowie Forschungskräfte zu schaffen. Ob sich die Vision in den kommenden Jahren planerisch und finanziell realisieren lässt, wird sich in den nächsten Monaten und Jahren zeigen.