Jakob Prandtauer, der als Baumeister des Stifts Melk und prägender Vertreter des Barock in Niederösterreich gilt, wird anlässlich seines 300. Todestages mit einem umfangreichen Festprogramm in St. Pölten gewürdigt. Die Veranstaltung am 18. September 2026 richtet sich an ein breites Publikum: von Familien mit Kindern bis zu Fachleuten aus Denkmalpflege und Kunst.
Programmelemente und Orte
Das Angebot ist auf mehrere Institutionen der Landeshauptstadt verteilt. Die teilnehmenden Häuser haben freien Eintritt und bieten sowohl Mitmach-Aktionen als auch fachliche Zugänge zur Person Prandtauer und seinem Werk.
- Museum am Dom (Domplatz 1): Eintritt frei von 10 bis 17 Uhr. Kinderwerkstatt, Spezialführung und Stadtspaziergang.
- Stadtmuseum St. Pölten (Prandtauerstraße 2): Eintritt frei von 10 bis 17 Uhr. Ausstellung zur Stadtgeschichte und ein Podiumsgespräch am Abend.
- Rathausgalerie (Rathausplatz 1): Ausstellung "A tribute to JP" von Norbert Steiner, Eintritt frei von 14 bis 18 Uhr.
Das Programm im Detail:
| Ort | Uhrzeit | Programm |
|---|---|---|
| Museum am Dom | 14:00–16:00 | Museumswerkstatt für Kinder: "Gestalte deine eigene Barockstadt" (gemeinsam mit dem Stadtmuseum) |
| Museum am Dom | 14:30 | Spezialführung: "Auf den Spuren Prandtauers" (u. a. Besichtigung der Bischofsgruft) |
| Museum am Dom | 16:00 | Stadtspaziergang mit Thomas Pulle: Erkundung der Barockfassaden (Treffpunkt Museum am Dom) |
| Stadtmuseum St. Pölten | 17:15 | Spezialführung durch die neue Ausstellung zur Stadtgeschichte |
| Stadtmuseum St. Pölten | 18:00 | Podiumsgespräch "Prandtauer brandaktuell" mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kunst, Kultur, Design und Denkmalpflege |
Bedeutung für Melk
Für Melk hat Prandtauer eine besondere Bedeutung: Sein Name ist eng mit dem Erscheinungsbild des Stifts Melk verbunden. Das dort ausgestellte Gemälde Prandtauers und die barocken Bauten im Umfeld machen deutlich, dass die historische Verbindung der beiden Standorte über reine Bautätigkeit hinausgeht. Das Gedenken in St. Pölten bietet daher auch für Melkerinnen und Melker die Gelegenheit, sich mit dem Erbe auseinanderzusetzen—sowohl im Hinblick auf denkmalpflegerische Fragen als auch auf touristische Aspekte.
„Jakob Prandtauer prägte mit seinen Barockbauten St. Pölten und ganz Niederösterreich.“
Das Programm kombiniert niedrigschwellige Vermittlungsformate, wie die Museumswerkstatt für Kinder, mit fachlichen Angeboten, etwa dem Podiumsgespräch, das die gegenwärtige Auseinandersetzung mit Prandtauers Werk thematisiert. Für Gemeinden wie Melk, die Prandtauers Werk als Identitäts- und Wirtschaftsfaktor nutzen, sind solche Formate wichtig, um Bewahrung, Nutzung und Vermittlung ins Gespräch zu bringen.
Konsequenzen für Denkmalschutz und Tourismus
Die Veranstaltungen bieten Experten und Öffentlichkeit Anknüpfungspunkte für Fragen des Denkmalschutzes: Wie werden barocke Ensembles erhalten? Welche Zugänge braucht es für unterschiedliche Zielgruppen? Diese Themen betreffen unmittelbar die Pflege und Nutzung des Stifts Melk als historisches Monument und touristische Attraktion. Gespräche auf dem Podium sollen Perspektiven aus Kunst, Kultur, Design und Denkmalpflege bündeln und damit Impulse für künftige Projekte geben.
Besucherinnen und Besucher aus dem Bezirk Melk sind herzlich eingeladen, das kostenlose Programm in St. Pölten zu nützen. Die Kombination aus familienfreundlichen Angeboten und fachlichen Diskussionen macht den Tag zu einer Gelegenheit, Prandtauers Leistung in Erinnerung zu rufen und zugleich aktuelle Fragen des Umgangs mit historischem Erbe zu beleuchten.