Die Männerberatung Wien begleitet seit über 40 Jahren männliche* Kinder, Jugendliche und Erwachsene in belastenden Lebenslagen. Der gemeinnützige Verein bietet ein breites Spektrum von Anti-Gewalt-Trainings über Täterprogramme und Therapien bis zu Fortbildungen und Vernetzungen mit öffentlichen Stellen.
Standorte und Zusammenarbeit
Die Beratung ist an vier Standorten in Wien präsent; einer dieser Standorte befindet sich am Keplerplatz. Dort liegt ein Schwerpunkt auf Opferschutz, Prozessbegleitung und Jugendarbeit. Die Stelle arbeitet auch mit dem AMS Wien zusammen, um (Langzeit-)Arbeitslose zu unterstützen und so soziale Stabilität zu fördern.
Angebote und Zielgruppen
Die Männerberatung wendet sich an Männer in sehr unterschiedlichen Lebenslagen: von Beziehungsproblemen, Vaterschaftsfragen und Depressionen bis hin zu Orientierungslosigkeit und Gewalterfahrungen. Die Angebote reichen von niedrigschwelligen Gesprächsangeboten bis zu strukturierten Täterprogrammen.
- Anti-Gewalt-Trainings zur Prävention und Täterarbeit
- Therapien für Betroffene und Gewalterfahrende
- Täterprogramme für gewalttätige Männer
- Fortbildungen und Vernetzung mit Behörden wie dem AMS
- Opferschutz und Prozessbegleitung am Standort Keplerplatz
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Prävention bei Jugendlichen: Neben der Arbeit mit bereits gewalttätigen Männern wird präventiv mit jungen Menschen gearbeitet, um Eskalationen zu verhindern.
„Auf der einen Seite wird hier gearbeitet mit Männern, die selbst gewalttätig geworden sind. Es wird mit Jugendlichen gearbeitet, präventiv, aber auch mit Männern, die selbst Gewalterfahrungen erleben mussten.“
Dieses Zitat stammt von Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch (SPÖ), die die Bandbreite der Angebote und die Zielgruppen der Einrichtung zusammenfasst. Die Statement-Platzierung verdeutlicht, dass die Beratungsarbeit der Männerberatung Wien von Akteurinnen und Akteuren der Stadtpolitik wahrgenommen und als integraler Bestandteil der Gewaltprävention eingeschätzt wird.
Tabu Gewalt gegen Männer und neue Diskussionsformate
Gewalt gegen Männer bleibt nach Einschätzung der Beratungsstelle vielfach ein Tabuthema. Dazu zählen nicht nur körperliche Übergriffe, sondern auch sexuelle Belästigung und Vernachlässigung. Als Gegenpol zur verbreiteten Vorstellung der „scaring masculinity“ setzt sich die Beratungsstelle in hochkarätig besetzten Gesprächsrunden mit dem Konzept der „caring masculinity“ auseinander — einem Ansatz, der männliche Fürsorgefähigkeit hervorhebt und den Umgang mit Gefühlen fördert.
Die Fachgespräche dienen nicht nur der Theorie, sondern sollen praktische Folgen haben: Wenn Männer lernen, mit eigenen Emotionen besser umzugehen, könne dies laut den Organisatoren Eskalationen verhindern und gewaltbereites Verhalten reduzieren.
Erreichbarkeit
Wer kurzfristig jemanden zum Zuhören, Reden oder zur Weitervermittlung braucht, kann die rund um die Uhr erreichbare Hotline MÄNNERINFO nutzen:
| Hotline | Erreichbarkeit |
|---|---|
| 0800 400 777 | Rund um die Uhr |
Die Angebote der Männerberatung Wien sind Teil eines umfassenden Unterstützungsnetzes, das Prävention, Hilfe für Betroffene und Rehabilitationsangebote kombiniert. Durch die Kooperation mit Behörden wie dem AMS und durch die Präsenz an mehreren Standorten in Wien versucht die Beratungsstelle, niederschwellig erreichbar zu bleiben und unterschiedliche Bedarfe abzudecken.
Die Arbeit zeigt, dass es für die öffentliche Diskussion nötig ist, bestehende Rollenbilder zu hinterfragen und Hilfestrukturen sichtbarer zu machen. Die Männerberatung Wien bietet dafür konkrete Anlaufstellen — von der Hotline bis zu spezialisierten Programmen.