Die jüngsten Langfrist-Berechnungen lassen aufhorchen: Für den November 2026 zeigen internationale Modelle ein klares Signal für überdurchschnittliche Temperaturen. Das CFS-Klimamodell des US-Wetterdienstes NOAA zeichnet auf den Karten weite Bereiche Europas in kräftigem Rot – und weist insbesondere für große Teile Mitteleuropas Abweichungen von etwa 2 bis 3 °C gegenüber dem Referenzzeitraum 1991–2020 aus.
Was bedeuten die Modellkarten konkret?
Monatskarten wie jene des CFS zeigen Tendenzen für den Mittelwert eines ganzen Monats, nicht die Wetterlage an einzelnen Tagen. Ein Monatssaldo von plus 2–3 °C klingt zunächst moderat, aber über 30 Tage hinweg summieren sich solche Abweichungen zu einer deutlich milderen Periode, die spürbare Auswirkungen haben kann – etwa auf Heizung und Energiebedarf, Vegetationsphasen oder auf die Schneelage in Bergregionen.
Wichtig ist dabei die Einschränkung: Monatsprognosen liefern ein Trendbild, keine Tagesvorhersage. Selbst wenn das Modell einen überdurchschnittlich milden November nahelegt, kann ein kräftiger Kaltluftvorstoß aus dem Norden dieses Bild kurzfristig verändern.
Kontext: Trend zu spätsommerlicher Wärme im Herbst
Das Signal passt zu einer beobachteten Entwicklung der letzten Jahre: Herbstphasen, die spät noch einmal deutlich milder ausfallen, traten vermehrt auf. Ein einzelnes Modellresultat ist noch keine endgültige Bestätigung für eine nachhaltige Veränderung, doch die wiederholte Anzeige milder Herbstmonate in mehreren Berechnungen stärkt den Trendhinweis.
- Modell: CFS des US-Wetterdienstes NOAA
- Zeitraum Bezug: Mittel 1991–2020
- Eingeschätzte Abweichung: ca. +2 bis +3 °C im Monatsmittel
| Faktor | Auswirkung (modellbasiert) |
|---|---|
| Temperaturabweichung | +2–3 °C gegenüber 1991–2020 |
| Art der Vorhersage | Monatstrend, nicht tagesauflösend |
| Unsicherheit | Einzelne Kaltluftvorstösse können das Monatsbild verändern |
Für die praktische Planung heißt das: Behörden, Energieversorger und Landwirtschaft sollten die Möglichkeit eines milden Novembers in ihre Szenarien einbeziehen, gleichzeitig aber auf die üblichen Witterungsvariabilitäten vorbereitet bleiben. Ein milder Monatsmittelwert ersetzt nicht die kurzfristige Vorsorge gegen Sturm, Starkregen oder frühe Frostphasen an einzelnen Tagen.
Wie seriös sind Monatsprognosen?
Monatliche Klimaprognosen bieten eine Orientierungsfunktion: Sie zeigen in welche Richtung sich ein Monat im Mittel entwickeln könnte. Die Aussagekraft steigt, wenn mehrere Modelle dasselbe Signal liefern. Dennoch gilt: Ein einzelnes starkes Ergebnis ist kein Garant. Modellabhängige Unsicherheiten, die natürliche Variabilität des Wetters sowie mögliche dynamische Ereignisse (etwa ein markanter Kaltluftvorstoß) können kurzfristig zu anderen Verläufen führen.
Die hier diskutierten Karten stammen aus einer Auswertung, die im Rahmen einer Content-Partnerschaft mit wetter.net veröffentlicht wurde und in einer Wetter-Kolumne thematisiert wurde. Die dort dargestellten Ergebnisse beruhen auf Berechnungen des CFS-Modells der NOAA.
Für konkrete Tagesprognosen bleibt es sinnvoll, zeitnahere Modellläufe und lokale Wetterdienste heranzuziehen. Ich übersetze die relevanten Modell-Signale regelmäßig in nutzbare Hinweise: Ein milder November ist möglich und wahrscheinlich, er ist aber keineswegs garantiert.