Die Kärntner Landesregierung hat die Finanzierung eines groß angelegten Schutzprojekts für Bad Kleinkirchheim freigegeben: 2,3 Millionen Euro fließen in das 2. Detailprojekt 2026 am Kleinkirchheimerbach-St. Oswalderbach. Die Maßnahmen zielen darauf ab, Siedlungen und zentrale Verkehrsachsen wirksam vor Hochwasser und Wildbachereignissen zu schützen.
Warum das Projekt jetzt startet
Auslöser sind die schweren Unwetter der Jahre 2020, 2021 und besonders 2022, die am St. Oswalderbach zu massiven Überschwemmungen sowie zu tiefen- und Seitenerosionen in den Ortsbereichen Bach und St. Oswald-Lärchenweg geführt haben. Diese Ereignisse machten deutlich, wie rasch und gefährlich Wildbäche werden können. Folge: Land, Bund und der Schutzwasserverband Millstätter See tragen die Kosten gemeinsam, um Gefahren künftig zu verringern.
„Die Unwetter der vergangenen Jahre haben eindringlich gezeigt, wie schnell sich Wildbäche in eine Gefahr verwandeln können.“
Was gebaut wird und wann
Die Bauarbeiten sind für den Zeitraum 2026 bis 2028 geplant. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen im Mittellauf des Baches, die sowohl Wohngebiete als auch Verkehrswege sichern sollen. Konkret vorgesehen sind:
- Errichtung einer Stauanlage,
- Sicherungen an Ufern und am Bachbett (Stabilisierung, Erosionsschutz),
- Einbau einer neuen Brücke zur Erhöhung der Durchlässigkeit und Sicherheit.
Diese Eingriffe werden in enger Abstimmung zwischen Wasserbau, Straßenbau und Gemeinde umgesetzt. Besonders wichtig ist dabei der Schutz der Straßen B88 Kleinkirchheimer Straße und L13 St. Oswalder Straße, da sie zentrale Verkehrsachsen für die Region, den Tourismus und die Wirtschaft darstellen.
Konsequenzen für die Region
Der Wildbachschutz hat mehrere Wirkungsebenen: Er schützt Häuser und Infrastruktur, reduziert das Risiko künftiger Überschwemmungen und trägt damit zur Lebensqualität der Anrainerinnen und Anrainer bei. Für den Tourismus, der in Gemeinden wie Bad Kleinkirchheim eine tragende Rolle spielt, bedeutet mehr Sicherheit auch Planbarkeit — sowohl für Betriebe als auch für Gäste.
Die Kooperation von Bund, Land und Schutzwasserverband signalisiert, dass solche Projekte nicht allein lokale Maßnahmen sind, sondern gesamtstaatliche Bedeutung haben. Durch die Kombination von baulichen Schutzmaßnahmen und strategischer Abstimmung mit dem Straßenbau sollen nachhaltige Effekte erzielt werden.
Finanzen und Zeitplan im Überblick
| Posten | Angabe |
|---|---|
| Investitionsvolumen | 2,3 Mio. Euro |
| Zeitraum | 2026–2028 |
| Hauptmaßnahmen | Stauanlage, Ufersicherungen, Bachbettstabilisierung, neue Brücke |
| Betroffene Bereiche | Obertschern, St. Oswald, B88, L13 |
Praktische Hinweise für Anrainer und Gäste
Baustellen in sensiblen Gewässerbereichen können temporär Verkehrsbehinderungen bringen; deshalb ist es ratsam, Hinweise der Gemeinde und der Straßenmeisterei zu beachten. Für Betriebe im Tourismus empfiehlt sich frühzeitige Kommunikation mit Gästen, um Umleitungen oder kurzzeitige Einschränkungen zu erklären. Langfristig verbessert sich durch die Maßnahmen die Sicherheit und damit die Attraktivität als Urlaubsziel.
Die freigegebene Finanzierung setzt ein klares Signal: Der Schutz vor Naturgefahren bekommt in Kärnten Priorität. Jetzt geht es an die konkrete Umsetzung — mit dem Ziel, dass Hochwasserereignisse der vergangenen Jahre künftig weniger Schäden anrichten.