Eine neue Studie des brasilianischen Forschungsinstituts für Umweltfragen im Amazonasgebiet (IPAM) macht auf die doppelte Bedrohung für indigene Gemeinschaften im Amazonas aufmerksam: illegaler Goldabbau und zunehmende extreme Wetterereignisse treffen dieselben Gebiete und verstärken so ihre Auswirkungen auf Wasser, Mobilität und Nahrungsmittelproduktion.
Wachstum der Abbauflächen
Dem Bericht zufolge haben sich die Flächen, die von Goldsuchern im Amazonas besetzt sind, zwischen 1985 und 2024 deutlich ausgeweitet: Insgesamt waren die besetzten Flächen 2024 demnach um den Faktor 20 größer als 1985. In Gebieten indigener Gemeinschaften fiel der Anstieg noch drastischer aus: Hier vergrößerte sich die betroffene Fläche um das 24‑Fache.
| Jahr | Relative Ausdehnung (Basis 1985 = 1) |
|---|---|
| 1985 | 1 |
| 2024 (Amazonas gesamt) | 20 |
| 2024 (Indigene Gebiete) | 24 |
Wechselwirkungen mit Wetterextremen
IPAM betont, dass die Folgen des Bergbaus und klimatischer Extreme sich gegenseitig verstärken. Ein zentrales Problem ist die Belastung der Wasserressourcen: Dürre reduziert die Verfügbarkeit von Trink‑ und Nutzwasser und erschwert Transportwege und Nahrungsmittelproduktion. Wenn die gleichen Wassersysteme zusätzlich durch Goldabbau geschädigt werden, etwa durch Sedimentation und Chemikalieneinträge, verschärfen sich die sozialen und ökologischen Folgen.
„Wenn Goldschürfen und klimatische Extreme dieselben Gebiete betreffen, verstärken sich ihre Auswirkungen gegenseitig“,
sagt Ray Pinheiro, einer der Autorinnen bzw. Autoren des Berichts.
Risiken durch Quecksilber
Um Gold vom Gestein zu trennen, wird laut Umweltorganisationen häufig Quecksilber eingesetzt. Dieses kontaminiert Flüsse und Seen, mit Folgen für die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen. Der Bericht nennt die Verschmutzung des Wassers als einen der zentralen Mechanismen, durch die Bergbauaktivitäten die Verwundbarkeit indigener Gemeinden erhöhen.
- Direkte Folgen: Wasserverunreinigung, Verlust von Fischbeständen, Gesundheitsgefahren durch Quecksilber.
- Indirekte Folgen: Eingeschränkte Mobilität, geringere landwirtschaftliche Produktion, erhöhte Abhängigkeit von externen Gütern.
- Verstärkungseffekte: Dürre und andere Extremereignisse verschlechtern die Auswirkungen des Bergbaus zusätzlich.
Konsequenzen und Kontext
Die Studie dokumentiert eine Entwicklung, die sowohl ökologische als auch humanitäre Dimensionen hat: Wenn Bergbauflächen und klimatische Belastungen räumlich zusammenfallen, steigen die Risiken für Ernährungssicherheit, Gesundheit und traditionelle Lebensweisen. Für Wetterberichterstattung und Klimaanalysen bedeutet das, dass meteorologische Extremereignisse in Vulnerabilitätsbewertungen stärker mit anthropogenen Eingriffen in Landschaften verknüpft werden müssen.
Die Veröffentlichung des Berichts kommt in einen größeren Diskurs über Umweltschutz, Rechte indigener Völker und die Kontrolle illegaler wirtschaftlicher Aktivitäten in der Amazonasregion. Konkrete direkte Maßnahmen oder politische Entscheidungen, die im Bericht genannt werden, sind nicht Teil der vorliegenden Meldung; der Bericht liefert jedoch klare Anhaltspunkte für die Notwendigkeit integrierter Strategien, die Klimarisiken und Bergbauschäden zugleich adressieren.
Die Agenturen meldeten die Studie am 16. September 2026.