HTL‑Schülerinnen und -Schüler erleben Kreislaufbau im Labor
Vertreterinnen und Vertreter des Instituts für Hochbau, Holzbau und kreislaufgerechtes Bauen (IGCE) der BOKU luden kürzlich Schülerinnen und Schüler der HTL Mödling ins Roboterlabor ein. Ziel des Besuchs war, aktuelle Forschungsarbeiten zum nachhaltigen Holzbau und zur robotergestützten Fertigung praktisch zu vermitteln.
Im Zentrum der Vorführungen stand die strukturelle Wiederverwendung von Holzbauteilen als Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Verlängerung der Lebensdauer von Baumaterialien. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sehen, wie identische Zapfenverbindungen mit einem Industrieroboter in verschiedene Holzmaterialien eingearbeitet wurden und wie digitale Messverfahren die Qualität der Fertigung überprüfen.
Vom alten Laborbalken zum neuen Bauteil: Ablauf der Demonstration
Die Forschenden frästen mit demselben Roboter sowohl in Brettschichtholz (neu) als auch in wiederverwendetes Vollholz, das aus einem ehemaligen Laborgebäude stammte. Anschließend wurden die gefertigten Verbindungen mittels hochpräzisem Laserscanning auf Fräsgenauigkeit und Oberflächenqualität analysiert. So konnten Unterschiede in Materialeigenschaften und Bearbeitungsanforderungen direkt verglichen werden.
- Vorführung robotergestützter Fräsprozesse
- Vergleich zwischen neuem Brettschichtholz und wiederverwendetem Vollholz
- Qualitätskontrolle mittels Laserscanning
- Diskussion von Kreislaufwirtschafts‑Ansätzen im Bauwesen
„Wir bedanken uns herzlich bei den Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften der HTL Mödling für ihren Besuch und das große Interesse an unserer Forschung.“
Die Gastgeber hoben hervor, dass solche Besuche nicht nur technisches Wissen vermitteln, sondern auch den Blick für die Verbindung von digitaler Produktion und Ressourceneffizienz schärfen. Für die HTL‑Schülerinnen und -Schüler bot der Tag einen praxisnahen Einblick in berufliche Perspektiven jenseits klassischer Fertigungsabläufe.
Relevanz für Mödling: Ausbildung, Forschung, regionale Wertschöpfung
Für Mödling hat die Zusammenarbeit zwischen HTL und BOKU mehrere Implikationen. Die HTL ist eine zentrale Bildungseinrichtung für technische Berufe in der Region; praxisorientierte Kooperationen mit Forschungseinrichtungen stärken die Ausbildungsqualität und erhöhen die Chancen, dass gut qualifizierte Fachkräfte in der Gegend bleiben.
Außerdem zeigen die gezeigten Methoden Wege auf, wie Bau- und Sanierungsprojekte in Niederösterreich ressourcenschonender geplant werden können. Die strukturierte Wiederverwendung von Holzbauteilen könnte künftig bei Umbauten und im kommunalen Bauwesen eine Rolle spielen, etwa bei Sanierungen städtischer Gebäude oder beim Neubau mit recycelten Materialien.
| Material | Untersuchung |
|---|---|
| Brettschichtholz (neu) | Fräsung identischer Zapfenverbindung; Laserscanning auf Fräsgenauigkeit |
| Wiederverwendetes Vollholz (ehem. Laborgebäude) | Fräsung identischer Zapfenverbindung; Laserscanning auf Oberflächenqualität |
Die gezeigten Experimente demonstrierten, wie digitale Produktionsmethoden und Robotik traditionelle Handwerksverfahren ergänzen können. Für Betriebe in der Umgebung von Mödling könnten solche Technologien mittelfristig Effizienzsteigerungen und neue Geschäftsfelder eröffnen, zum Beispiel im Bereich reversibler Bauweisen oder der Aufbereitung gebrauchter Bauteile.
Abschließend betonten die Verantwortlichen, dass der Austausch zwischen Forschung und Schule fortgesetzt werden soll. Solche Kooperationen seien ein Beitrag zur Nachwuchsförderung in technischen Berufen und zur Verbreitung nachhaltiger Baukonzepte in der Region.